Aaskereia - Wilde Jagd

Zwölf Nächte

Die Zwölfnächte Aaskereia, die Nächte zwischen 25.12. und 6.1., werden auch geweihte Nächte, Rauhnächte oder Rauchnächte genannt. Die erscheinenden wiederkehrende Seelen und Geister werden bewirtet oder durch Räuchern, Lärmen oder Kreuzeszeichen abgewehrt.

Als Lostage werden diese Nächte für eine Prognose des kommenden Jahres genutzt. Jede der zwölf Nächte entspricht dabei einem der zwölf Monate.


Wilde Jagd, Wütendes Heer

Die Seelen Verstorbener sollen das Gefolge bilden (Totenheer), ferner Schweine, Hasen und andere Tiere. Dem Heer von 432.000 Geistern eilen 24 schwarze Hunde bellend voraus.

Die Wilde Jagd geht vorzugsweise in den Zwölf Nächten zwischen Weihnachten und Dreikönigstag, beginnt aber auch in der als Jahreswechsel gedachten längsten Nacht des Jahres, der Thomasnacht zum 21. Dezember. Daher kann man davon ausgehen, dass die Christen dieses Fest übernommen haben und das heutige Weihnachten daraus gemacht haben.

Im deutschen Volksglauben nannte man Wuotanes her (mdh. nach Wuotan „der Wütende”) ein Geisterheer, das nachts mit Jagdrufen und Hundegebell durch die Luft braust, geführt vom Wilden Jäger, Wuotan. Für diesen gibt es auch die Bezeichnungen Wode, Heiljäger, Hackelbernt und viele andere. Meistens zeigt er sich bei dieser Gelegenheit zu Pferde in Hut und Mantel. Nicht nur Wuotan, auch die Göttin Holda zieht auf diese Weise durch die Zwölfen.

Dieser Umzug heißt auch Aaskereia (von asgardreida „der asgardische Zug”, „Fahrt nach Asgard” nach den nordischen Vorstellungen von den Walküren (Grimm 1992, Bd. II, S. 791).
Diesen Bezug zum Tod hatte auch das Heer der von Tacitus erwähnten Harier: „Ihre Schilde sind schwarz, ihre Leiber bemalt; für ihre Kämpfe wählen sie finstere Nächte und verbreiten schon durch das Schreckhafte und Düstere ihres Geisterheeres Entsetzen (...)” (Tacitus 1991, 43)

„Die schreckende tracht der Harier mahnt an die todtenkopfreiter. zu anfang des 30j. Krieges gab es bairische reiter, die unüberwindlich genannt wurden, mit schwarzen pferden, schwarzer kleidung und am schwarzen helm einen weißen todtenkopf. (...) Friedrich der große hatte ein regiment todtenkopfhusaren. in neuester zeit denke man an die Lützowsche freischar, die schwarzen jäger, die braunschweigschen husaren.” (Grimm 1992, Bd. III, S. 284)

Ein Wilder Jäger, der im Raum Schleswig sein Wesen treibt, ist der König Abel, bei Kalundborg in Dänemark (Seeland) reitet Christian der Zweite auf einem weißen Pferd, in seiner Begleitung sind schwarze Hunde. In diesem Zusammenhang mag auch der durch Theodor Storms Novelle bekannte Schimmelreiter zu sehen sein.