Alemannen - Stamm

Alemannen (Alamannen, german. „alle Männer”, lat. Alemanni) ist ein westgermanischer Volksstamm.

Die Alemannen gingen vermutlich im wesentlichen aus den suebischen Semnonen hervor, auf eine Herkunft aus dem unteren Elbegebiet deuten auch Funde aus Reihengräbern hin. Von ihren Nachbarn wurden die Alemannen auch Sweben (siehe Sueben) genannt, was als Schwaben noch heute üblich ist; der Begriff Alemannen für die nach Frankreich hin siedelnden Germanen findet sich im französischen Wort Allemagne für Deutschland.

213 erschienen die Alemannen erstmals am oberen Main, trafen dort auf die Römer unter Caracalla und entrissen den römischen Besatzern um 260 das Dekumatland zwischen Limes und Rhein. Gegen Ende des dritten Jahrhunderts n. stießen sie bis Oberitalien vor, mußten allerdings den römischen Heeren unter Aurelian und Probus weichen. 357 erlitten sie bei Straßburg eine Niederlage gegen Julian, was ihr Vordringen aber nur zeitweilig stoppen konnte, denn im 4. und 5. Jahrhundert eroberten sie das Elsaß, Teile Schwabens und die Ostschweiz.

Chlodwig, König der Franken, unterwarf sie um 500 und verdrängte sie aus dem Maintal.

Im 8. Jahrhundert erlosch das alemannische Stammesherzogtum und entstand im als 10. Jahrhundert als Herzogtum Schwaben von neuem.
In der Folgezeit gliederten sich die Alemannen in Schwaben, Deutschschweizer und Elsässer; diese Aufteilung spiegelt sich auch in Mundart und Brauchtum wieder.

Aus dem 5. bis 8. Jahrhundert stammen alemannische Friedhöfe mit gut erhaltenen verzierten Holzsärgen.
Nicht nur das französische Wort Allemagne für Deutschland geht auf die Alemannen zurück, auch die Türken nennen Deutsche so.