Berserker - Bärenfelljäger

Berserker (nord. „Bärenhäuter”) ist ein Heer wilder Kerle, die in Tierfelle gehüllt im Gefolge Odins kämpfen und dabei Berserkerwut entfalteten, was auch als Berserkergang (Berserksgangr) bezeichnet wird.

Eingehüllt in seinen Pelz bzw. losgelöst von ihrem menschlichen Körper und zum Bär geworden verfügt der Berserker über die Kräfte des Bären. Die freiwerdenden Kräfte, gegeben von der Göttin Ursel (zool. Ursus „Bär”) sind als „Berserkerwut” sprichwörtlich geworden.

Trotz ihrer gewaltigen Kräfte vermochten vier Berserker bei der Bestattung Baldurs kaum das Reittier der Riesin Hyrrockin zu bändigen, das ein Wolf war (Edda, Gylfaginning, 49).

Agrippa von Nettesheim schreibt:

„Ein Trank, aus dem Gehirn eines Bären bereitet und in dessen Schädel dargereicht, soll eine Bärenwut hervorrufen, so dass ein Mensch, der davon getrunken hat, sich in einen Bären verwandelt glaubt, alles vom Bärenstandpunkte aus beurteilt, und in seiner Raserei verharrt, bis der Zauber des Trankes gelöst ist, ohne daß übrigens irgend ein anderes Übel für den Betreffenden daraus entstünde.” (nach Schrödter 1967, S. 61)

und

„Man glaubt auch, dass Bärenblut, mit dem Munde aus der frischen Wunde gesogen, jene gewaltige Körperstärke verleihe, wodurch dieses Tier sich auszeichnet.” (ebd.)

Das Berserkerwesen soll unter dem Drontheimer Jarl HAKON (geb. 995) in voller Blüte gestanden haben. Harald Schönhaar (860-933), Gründer des norwegischen Gesamtreiches, soll stets eine Leibwache aus zwölf Berserkern um sich gehabt haben, in der Schlacht am Bocksfjord (872) zeichneten sie sich besonders aus (n. SCHRÖDTER, 1967, S. 61).