Chatten - Stamm

Chatten (auch Katten) ist ein Stamm der Germanen. Diese frühen Hessen siedelte nach dem Bericht des Römers TACITUS (~55 - 120) jenseits des Limes, dem römischen Grenzwall zwischen Rhein und Donau, nördlich der direkten Grenzvölker (Dekumatland) zum Römerreich bis hin zum Herkynischen Wald, also etwa im Gebiet des Deutschen Mittelgebirges zwischen Fulda, Eder und Schwalm. Sie gelten dem Römer als geschickt, tapfer und wohlorganisiert. (Germania, 29 u. 30)

TACITUS berichtet von ihren Sitten: „Ein auch bei anderen germanischen Völkern vorhandener Brauch, der freilich selten ist und dem persönlichen Wagemut des einzelnen entspringt, ist bei den Chatten allgemein üblich geworden: Sobald sie herangewachsen sind, lassen sie Haar und Bart frei wachsen und entledigen sich erst nach Tötung eines Feindes dieser Kopftracht, das beruht auf einem Gelübde und verpflichtet zur Tapferkeit.” (Germania, 31)

Er erwähnt weiter einen eisernen Armring, den sich auch ältere Krieger freiwillig umtaten, bis sie durch Tötung eines Feindes von dieser freiwilligen Schmach - denn als solche galt den Chatten eine derartige Fessel - entbunden hatten (ebd..

TACITUS hatte seine Gründe für seine Wertschätzung der chattischen Kampfkraft, denn dieser Stamm hatte sowohl bei der Varusschlacht (9 n.) als auch am Bataveraufstand (69/70) gegen Rom gekämpft.

Letztmalig wurden die Chatten im Jahre 213 erwähnt und verschwanden dann im Dunkel der turbulenten Geschichte der Völkerwanderungszeit.