Dämonen - übernatürliche Wesen

Dämon (daimon, „Hausgeist” oder „Schutzengel”) ist ein aus dem griechischen stammender Begriff und meint ein übernatürliches Wesen, das in Schilderung und Namen weniger fasslich ist als ein Gott. Alles, was sich weder natürlichem oder göttlichem Wirken zuordnen lässt, kann als Eingriff eines Dämons erklärt werden, besonders Unwetter oder Krankheiten, auch Halluzinationen oder Alpträume.
Weiter ist mit Daimon ein persönlicher Schutzgeist oder innere Stimme gemeint.
Der Glaube an eine von Dämonen und Geistern bevölkerte Welt wird als Dämonismus oder Animismus bezeichnet.

Dämonische Wesen spielen bei wohl allen Völkern eine Rolle. Bekannt aus Sagen sind etwa Rübezahl oder der Wilde Jäger und die Kobolde. Die Riesen Jötun der nordischen Sage tragen dämonische Züge, der Orientale kennt die Djinns und auch die biblische Überlieferung weiß von Dämonen zu berichten, etwa von dem Asasel, Asmodi oder der Lilith. Literarisch berühmt gewordene Dämonen sind die Vampire.

Viele dieser Dämonen tragen Züge älterer Gottheiten, die von der jeweils herrschenden Anschauung in den religiösen Untergrund abgedrängt wurden.

Obgleich Dämonen dem Menschen gegenüber gleichviel gut oder böse sein können und den ungezügelten Naturmächten gleichen, die ohne Ansehen der Person Schaden wie Segen bringen, entwickelten nachbiblisches Judentum und Christentum eine Dämonologie, in der alle diese dämonischen Mächte als Gefolgschaft des Satan bzw. des Teufels Beelzebul (Markus 3,22) in der Hölle angesehen wird. Mit anderen Worten was nicht verstanden wurde, wurde als Böse eingestuft. Als personalisierte Geschöpfe und Nachfahren ungehorsamer Engel, die sich mit den Menschen verbanden (1Mose 6,1-4) sind sie, als ein Kehrbild zu den sieben Erzengeln (Malaak) von Gott wegen ihrer Bosheit verdammt und neben der dem Menschen innewohnende Erbsünde Quelle allerlei Übels.

Nach christlicher Lehre ist die Macht der Dämonen überwunden, Christus selbst trieb als Exorzist zahlreiche von ihnen aus. Dennoch waren die Dämonen als Mächte des bösen Geistes auch den Urchristen Verführer zum Unglauben (Epeser 2,2, 1. Timotheus 4,1). Der Philipperbrief des Paulus verspricht die Ohnmacht dieser Mächte gegenüber dem Namen Jesu Christi, der über alle Namen ist (Philipper 2,9).

Der heilige Franz von Assissi lehrte, dass dereinst die gesamte Schöpfung, also auch die mit den Dämonen gleichgesetzten gefallenen Engel, in ein einiges Gottesreich aufgehen werde, wie ihm ein Engel (Seraph) offenbart hatte.

Zur Abwehr bedient(e) man sich (auch) im christlichen Abenland verschiedener Methoden. So kann eine als Dämon erkannte Seuche durch symbolische Hinrichtung einer nach ihm gestalteten Figur bekämpft werden, das Haus schützen grünende Zweige auf dem Dach, der Hirte schützt sich an unheimlichen Orten durch Pfeifen oder Peitschenknallen, widriger Wind wird mit Messern angegangen. Besonders Glockengeläut soll Dämonen wirksam vertreiben.

Im Zuge der Hexenverfolgung wurde aus Aberglauben grausame Realität, als zahlreiche Frauen und Männer, sogar Kinder, wegen ihres angeblichen Umganges mit Dämonen gefoltert und verbrannt wurden.