Das heilige Brot

Davon, dass das Brot, als Träger des Lebens und des Heiles, heilig war, kündet schon die Sage von der stolzen Frau Hitt. Diese wurde, dafür das sie die Heiligkeit des Brotes missachtete, von der göttergeschützten Welt Mittgarts in die wüste Welt der Steinriesen, nach Utgart verbannt. In einer Zeit, wo materielle Dinge das Leben bestimmen, haben sich nur wenige Menschen die Bedeutung um die Heiligkeit des Brotes, dem Träger des Lebens erhallten. Das heilbringende Korn, aus dem das Brot gebacken wird, war von je her das Zeichen des Sippenfriedens und des lebensspendenden Weltgeistes.
Auch in dem Mythos des Brotes wiederspiegelt sich das Werden und Vergehen des Weltgeschehens.
Das Wort "heilig" war für den Germanen immer mit etwas verbunden was Leben trägt und Leben fördert. Daher ist ihm das Korn heilig wenn er es auf den Acker streut, wenn er es erntet und drischt, und es schließlich zu Brot verbäckt.
Die Heiligkeit des Brotes erkennt man auch daran, dass den Toten immer etwas Korn mit in das Grab gelegt wurde.
Auch glaubte man an einen Korngeist, der seine schützende Hand über dem Acker hatte. Ihm zu ehren wurde bei der Ernte ganz bewusst immer die letzte Garbe stehen gelassen, auf daß die nächste Ernte ebenfalls seinen Schutz erfahren würde.