Deutsche Totenfeiern

Für unsere Ahnen waren die Gräber der Verstorbenen Denkmäler des Lebens selbst. Sie waren Stätten der ständigen Erinnerung und Mahnung an die Toten.
Die nordischen Menschen waren sich bei ihren Totenfeiern stets bewusst, daß nun der Kreislauf des Werden und Vergehens von neuem begann. Für sie war der Tod unweigerlich auch mit neuem Leben verknüpft, die Verbindung von Leben und Tod galt als ein unzerstörbares Band eines natürlichen Kreislaufes. Durch die Ehrung, die den Toten zu Teil wurde, wurde die Sippe gefestigt. Man verabschiedete die Toten nicht etwa in den Himmel oder in die Hölle. Sie waren vielmehr immer noch Teil der Sippe, auch wenn sie im Moment nicht sichtbar für die Lebenden waren. Für den Weg, den der Tote nun zurückzulegen hatte, wurden ihm von der Sippe viele Dinge mitgegeben. So waren die Gräber und die Toten selbst stets mit allerlei Waffen in das Jenseits entlassen worden. Sie sollten ihnen auf ihrem Weg vom Jenseits zurück auf die irdische Welt beistehen.
Im Glauben der Ahnen war es unmöglich, dass zum Beispiel ein kraftstrotzender Krieger, welcher im Kampfe gefallen war, einfach im Nichts verschwindet. Die stürmische Kraft in ihm würde weiterwirken, und sei es in den großen Stürmen der Natur selbst.