Die Geburt des Lichtes

Immer dann, wenn die Sonne wieder ihren Lauf begann und hinter den südlichen Bergen aufblitzte, wurde der Nordmensch von unbändiger Freude ergriffen. Das Licht, und damit auch neues Leben, ward von Neuem geboren. In den Herzen der Bauern erweckten die ersten Strahlen stets einen Drang zur freien Tat und Arbeit. Das Licht verband das irdische mit dem göttlichen, und ein jeder war dem Lichte innerlich zutiefst verbunden. Noch heute finden wir in allerlei Sagen und Erzählungen eben diese Freude über das neugewonnene Leben wieder. So erzählt man noch in unserer Zeit von der Jungfrau mit dem goldenem Haar, welche in einem dunklen Turm eingeschlossen ist. Nach ihrer Gefangenschaft strahlt sie von neuem Leben und erscheint auf der Zinne des Turmes. Damit wird die Wiedergeburt des Lichtes symbolisiert, indem man das Licht durch eben jene Jungfrau ersetzt.
Vieles lebt auch noch in den Weihnachtsbräuchen der heutigen Zeit fort, obgleich fremde Mächte immer wieder versuchten eben jene Bräuche zu zerstören, was ihnen aber niemals gelang.