Attila / Etzel - König der Hunnen

Attila (südgerm. Etzel „der Schreckliche”, nord. Atli; fries. Attala) ist in der germanischen Sagendichtung der König der Heunen, an dessen Hof die Nibelungen ihr Ende finden. Seinen Namen Attila (got. „Väterchen”) haben ihn die Germanen gegeben, wie es heißt, weil sie großen Respekt vor dem gefürchteten Eroberer hatten.


Edda
In der nordischen Edda-Dichtung ist Atli Sohn des Budli und Bruder von Oddrun und Brynhild. Er gehört zu denjenigen Gestalten der Sage, die von ihrer Gier nach dem Hort getrieben ins Unglück stürzten. Um an das Gold zu kommen, heiratet der Atli der nordischen Sage die Gudrun, die Witwe Sigurds. Der Ehe entstammen Erp und Eitil.
Atlis Einladung an die Giukungen, ihn an seinem Hof zu besuchen, endet mit deren Untergang, Atli fällt durch die Hand der rächenden Gudrun, die nicht hinnimmt, daß der ihrem Bruder Högni das Herz herausschneiden und ihren Bruder Gunnar in einen Schlangenhof werfen ließ.


Nibelungenlied
Im Nibelungenlied heißt der Hunnenkönig Etzel. Die Fahrt der Burgunder zu seinem Hof und ihr dortiger Untergang macht den zweiten Teil des Epos aus.
Etzel heiratet Krimhild, die Witwe des Siegfried, nachdem ihm seine Frau Helke gestorben war.

Etzel wird als edler Herrscher und liebender Ehemann geschildert, der, obgleich selbst Heide, den christlichen Glauben seiner Frauen toleriert und fördert. Als Gatte der rächenden Kriemhild, deren Feind Hagen ihm seinen Sohn mordet, ist einer der tragischsten Figuren des Nibelungenliedes.

Siehe hier das ganze Nibelungenlied


Historie
Der Atli / Etzel der Sage hat ein historisches Vorbild. Attila Sohn des Mundzuk, war König der Hunnen. Sein Reich dehnte sich im Osten bis zum Kaukasus, im Westen bis fast zum Rhein. Mittelpunkt seiner Herrschaft war Ungarn.

448 zwang Attila Ostrom zur Zahlung eines jährlichen Tribut, 451 drang er im Westen bis an die Loire vor. In der Schlacht auf den Katalaunischen Feldern gelang es einer Koalition aus Westgoten, Burgundern, Franken und anderen Germanen unter dem weströmischen Feldherrn Aëtius, Attila zu schlagen. 452 fiel er in Italien ein, verschonte aber Rom und verließ Italien wieder. In Pannonien kam er - 17 Jahre nach dem Tod des Burgunderkönigs Gundahari - in der Hochzeitsnacht mit der deutschen Fürstentochter Ildiko (oder Hildiko, Hilde, sie wird als Wurzel der Gestalt der Kriemhild gedeutet) zu Tode.

Er soll im Trunke einen Blutsturz und dem erlegen sein, es verbreitete sich aber das Gerücht, seine Hilde habe ihn vergiftet, um Blutrache zu üben.

Attilas Reich zerfiel nach seinem Tode, in Sagen wie dem Nibelungenlied lebt er fort.

Nach anderer Deutung hatte dieser König jedoch nichts mit dem König der Hunnen zu tun, sondern war Attala, der zweitgeborene Sohn des Königs Osid von Friesland-Herraland. Mangels Aussicht auf Erbe eroberte er sich das dem Land der Hünen im südlichen Niedersachsen/Westfalen. Hier heiratete er Ercha, die Enkelin des von ihm vertriebenen Königs Melias. Bei ihm fand Didrik von Bern Zuflucht, nachdem der sein Reich verloren hatte, weiteres siehe unter Dietrich von Bern.


Atli und Etzel sind auch Beinamen des Gottes Thor / Donar. Sie bedeuten nach Grimm „Großvater” (Grimm 1992, Bd. III, S. 140).