Externsteine - Kultstätte

Im südöstlichen Teil des Teutoburger Waldes bei Horn-Bad Meinberg (Lippe) steht eine auffallende Gruppe von 13 freistehenden, bis zu 38 Meter hohe Sandsteinfelsen.

In einen der Felsen ist ein Relief aus der Zeit um 1130 einmeißelt, das die Kreuzabnahme Christi darstellt. Dieses aus dem gewachsenen Felsen gehauene Relief ist die älteste christliche Großplastik nördlich der Alpen.
Im Mittelalter waren die Externsteine ein christlicher Wallfahrtsort.

Älter dürfte die Nutzung als heidnische Kultstätte sein. Dort finden sich u. a. Höhlungen, die als Brennkammern Opferstätten gewesen sein könnten. Auf den Steinen soll sich die von Karl „d. Gr.” zerstörte Irminsul befunden haben, in einem Raum darunter wirkte die in antiker Zeit die Seherin Veleda, die im 69-70 n. den Bataveraufstand angeführt hatte.

Der Felsen Nr. 1, der sogenannte Grottenfelsen, hat interessante Besonderheiten. In ihm befindet sich ein verzweigtes Grottensystem, mit Inschriften und Zeichen, das heute leider nicht mehr zugänglich ist. Am äußeren Rand des Felsens befindet sich eine Kluft mit einer sogenannten "Einsiedlerzelle". Darunter befindet sich das Felsengrab.

Von außerordentlicher Bedeutung am Fuße des Felsens Nr.1 ist das Kreuzabnahmerelief. Es ist die älteste deutsche, aus dem gewachsenen Felsen gehauene Großplastik im monumentalen Stil, datiert um 1130. Es gibt die Kreuzabnahme Christi wieder.

Auf einem Plateau des Felsen Nr. 2 befindet sich die Höhenkammer. Sie besteht aus einer Altarnische mit runder Fensteröffnung und einer aus dem Felsen gehauenen Stütze eines Tischaltars.

Auch zur Sonnenwende findet sich hier eine Besonderheit: Durch ein Loch im Fels fällt der Sonnenstrahl genau auf die rückwärtige Wand der zerstörten „Sternwarte”, einem Raum in der Höhe eines der Felsen. Auf diesem soll sich die Irminsul befunden haben, die besagter Karl 772 zerstören ließ, indem man die Wand der „Sternwarte” herausbrach.

Im Fußteil des Kreuzabnahme-Reliefs befindet sich eine gekrümmte Struktur, die nach herrschender Meinung als Stuhl, gar als Palme, zu deuten ist, nach anderer Auffassung aber die zerstörte Irminsul darstellt, den niedergedrückten Weltenbaum.

Der benachbarte„Wackelstein” weist als Besonderheit nicht allein seine abgesetzte Spitze auf, sondern daneben eine Gesteinsformation, die als der am Weltenbaum hängende Wodan bzw. Odin gedeutet wird, der einst durch diese neunnächtige Anstrengung die Geheimnisse der Runenweisheit erlangte.

Weiter bemerkenswert sind eine Höhle mit Felsenbett und ein Gesicht, daß am mittleren Fels sichtbar ist und je nach Sicht Wodan/Odin oder Ymir darstellt.

Deutungen sehen in den Externsteinen einen der ältesten Kultorte überhaupt. So hätten sie einen langen Zeitraum das nördliche Ende des von den Gletschern der Eiszeit verschonten Landes markiert haben und Teil eines den Erdkreis umfassenden Systems monumentaler Felsenstätten sein.

Das abschmelzende Eis entspreche dem Ausschmelzen des Urriesen Ymir aus den Elivagar, von denen die Edda berichtet, besonders der Voluspa. Die Zerstörungen in der „Sternwarte” seien auch nicht Kaiser Karl zuzuschreiben, sondern den Naturkräften des Eises, das ganze der mythische Ort Thule.

Extwa seit dem 17. Jahrhundert haben die Externsteine durch die Landesherrschaft eine Festungsanlage erhalten. Die Bauten verfielen jedoch alsbald. Die lippische Fürstin Pauline ließ die Reste um 1810 abbrechen, um die Externsteine wieder in ihren Ursprungszustand zu versetzen.

Ungewöhnlich, aber wahr - mitten durch die Externsteine führte zwischen 1912 und 1935 eine Straßenbahnstrecke. Zwischen den Felsen existierte die Haltestelle "Externsteine". In den Folgejahren wurde die Streckenführung außerhalb des Externsteingebietes verlegt. 1953 wurde der Straßenbahnbetrieb gänzlich eingestellt und durch Busverkehr ersetzt.