Feldgeister - Alben

Wohl mit der Zunahme des Ackerbaus bei den Germanen wuchs auch deren Interessen an den Alben der Feldflur. Diese förderten oder hemmten das Gedeihen der Feldfrucht, weshalb man die Feldgeister entweder nicht zu reizen suchte, sie zu vertreiben oder sie sich gewogen zu machen.

Beispielsweise war das Wogen des Getreides im Wind auf das Treiben der Windkatze oder Wetterkatzen zurückzuführen. Auch wolken im Korn die Windsauen, Windböcke oder Windwölfe.

Gewarnt wurden Kinder davor, im Getreidefeld Kornblumen zu pflücken, besonders blaue, zu leicht könnten sie Opfer des Bullkaters werden.

Bei der Ernte gilt es den Korndämon zu beachten. Vor der Sense weicht dieser Dämon zurück, ehe er sich endlich in der letzten Garbe verbirgt. Über sein weiteres Schicksal und seine Gestalt gibt es verschiedenste Angaben. So gibt es den Roggenwolf, den Getreidehahn oder den Kornstier, der entweder mit der letzten Garbe getötet wird, eine Tat, die entweder belohnt wird oder gebüßt werden muß. Oder der Korndämon zieht mit der Ernte auf die Tenne.

Außer Feldgeistern tierischer Gestalt gibt es auch welche, die menschenähnlich sind. Die Kornmutter oder die Kornweiber, die Hafermuhme oder die Alte sind ihre Namen, was an Vorstellungen von einer Großen Mutter Erde gemahnt.
Männlicher Gefährte der Kornmutter ist der wilde Kornmann mit dem eisernen Knüppel.
Ihm gilt der Brauch, die letzten Halme bei der Ernte stehen zu lassen oder aus der letzten Garbe Puppen zu binden, die bekleidet werden und die Ehrengast beim anschließenden Erntefest sind. Anschließend wird die Puppe sorgfältig im Hause untergebracht (vgl. Herrmann 1994, S. 153ff.).
In Zusammenhang mit solchen Bräuchen sind auch die Vogelscheuchen zu sehen.