Gleipnir - Schlinge

Gleipnir (Gleibni, nord. „die Offene”) ist eine Schlinge.

Gleipnir ist fadendünn, dennoch kann niemand sie zerreißen. Gleipnir wurde von den Dvergr angefertigt, aus dem Geräusch einer Katze, dem Bart einer Frau, den Wurzeln der Berge, dem Atem eines Fisches, den Sehnen der Bären (vermutlich sind hiermit allerdings nicht die Sehnen sondern die Nerven bzw. die Schmerzempfindung der Bären gemeint), und der Spucke eines Vogels.

Mit Gleipnir gelingt es den asischen Göttern den Wolf Fenrir zu fesseln, nachdem zuvor zwei andere Fesseln gerissen waren.

Die Asen wollten den Fenriswolf fesseln. Damit der ihr Ansinnen nicht durchschaute, griffen sie zu einer List. Erst gaben sie ihm eine Kette namens Läding (Leuding), die das Untier mühelos zerriß. Dann brachten sie die halbmal schwerere Kette Droma, die der Fenris fast ebensoleicht brach. Schließlich holten sie die von den Dvergr hauchfein gewirkte Schlinge Gleipnir und wollten die dem Fenrir ebenfalls umlegen. Der war zunächst mißtrauisch, doch entbot sich Tyr, ihm als Geste des Vertrauens die Hand in den Rachen zu legen. Als Fenrir merkte, dass er in der nur scheinbar leichten Schlinge gefangen war, biss er dem Tyr die Hand ab (Gylfaginning, 34).