Hermunduren - Stamm

Hermunduren („die großen Dauerbewohner”) ist ein germanischer Volksstamm, der zur Gruppe der Elbgermanen (Hermionen) zählt und im Gebiet des Oberlaufs der Elbe siedelte. Der Römer TACITUS rechnete sie zur großen Stammesgruppe der Sueben und bezeichnet sie als treu ergebene Freunde der Römer (Germania, 41):

„Darum sind sie die einzigen Germanen, die nicht nur auf dem Uferstreifen (der Donau), sondern auch im Innern unseres Landes und in der so prachtvollen Niederlassung (Augsburg) der Provinz Rätien Handelsverbindungen haben. Überall dürfen sie ohne Wachen die Grenze überschreiten”

In Nachbarschaft zu den Hermunduren siedelten nach TACITUS die Narister, Markomannen und Quaden. (Germania, 42)

In Thüringen erbrachten archäologische Funde von Fibeln, eisernen Waffen, Terrinen, Schalenurnen und rädchenverzierten Keramikteilen Belege für dauernde Anwesenheit der Hermunduren (vgl. Name) im Thüringer Raum.
Sie wanderten vermutlich von der Elbe her allmählich nach Süden und Südwesten und drängten die vor ihnen siedelnden Veneto-Illyrer und Kelten über den Thüringer Wald ab, sofern sie sich nicht mit ihnen vermischten.

Ihrerseits trafen von Norden her kommend Angeln und Warnen auf die Hermunduren. Die Stämme gingen ineinander auf und bildeten den Stammesverband der Thüringer.