Himmelsscheibe - von Nebra

Die Himmelsscheibe von Nebra (1600 v. d. Ztw.) ist das älteste Abbild des Kosmos. Die Bronzescheibe ist rund 3.600 Jahre alt, 2 kg schwer und hat einen Durchmesser von 38 Zentimeter.

Die beiden seitlichen Goldstreifen (einer ist verloren gegangen) sind Horizontbögen. Sie markieren den Sonnenlauf zwischen Sommer - und Wintersonnenwende, denn am Fundort von Nebra beträgt der Winkel zwischen den beiden Extrempunkten 82 Grad,- diesen Winkel decken auch die Goldbleche ab. Vergelichbar der Winkel in Stonehenge in England. Die Achse der Anlage ist auf die Sommersonnenwende ausgerichtet. Im benachbarten Irland ist Newgrange auf die Wintersonnenwende ausgerichtet. Beide Messlinien bilden einen Winkel entsprechend dem Winkel auf der * Himmelscheibe* von Nebra.

Seitlich befindet sich eine Mondsichel, daneben der Vollmond. Ob es sich bei den Abbildungen um Vollmond und Mondsichel handelt, ist nicht sicher. Es könnte auch ein Vollmond und eine partielle Sonnen- und Mondfinsternis dargestellt sein oder gar Sonne und Mondsichel.

Bei dem Siebengestirn in der der oberen Hälfte handelt es sich wahrscheinlich um die Plejaden. Dieses Sternbild spielte in der Antike eine wichtige Rolle für Schifffahrt und Landwirtschaft. Es ist erst im Herbst am Himmel zu sehen und sollte Vermutlich dabei helfen, Aussaat- und Erntezeit festzulegen.

Der untere Kreisbogen steht für die Sonnenbarke. Manche Forscher drehen die Scheibe aber auch um und interpretieren diesen Bogen als Milchstraße. Möglicherweise könnte es sich um die Darstellung eines Schiffes handeln, das durch den Sternenhimmel fährt. Eine Darstellung, die aus dem alten Ägypten gut bekannt ist, aber in Mitteleuropa nie vermutet wurde.

Die Fundgeschichte der Bronzescheibe ist ein kleiner Krimi. Die Scheibe war zusammen mit Bronzeschwertern, Beilen und Armreifen von Raubgräbern 1997 oder 1998 auf dem Mittelberg bei Nebra in Sachsen-Anhalt gefunden worden. Die Schatzsucher hatten den Fund für umgerechnet 15.000 Euro verkauft. Schnell sprach sich jedoch die Herkunft der Gegenstände und die illegale Besitznahme herum. Der rechtmäßige Eigentümer ist das Land Sachsen-Anhalt. Damit war der Hort für den seriösen Kunsthandel wertlos, sein Erwerb illegal.

In den folgenden zwei Jahren verschwand der Schatz vom grauen Markt und wechselte mehrfach den Besitzer. Am 23. Februar 2002 sollte der Fund in einem Baseler Luxushotel für 350.000 Euro erneut veräußert werden – ein von der deutschen Polizei fingiertes Kauftreffen. Die Ware wurde sichergestellt, gegen die zwei Verkäufer ein Verfahren wegen Hehlerei eingeleitet. Nach Gerichtsentscheid wurden die Gegenstände nach Halle überführt und werden heute hinter dickem Edelstahl im Landesmuseum für Vorgeschichte verwahrt.