Island - Das Asatru-Land

 

Allgemeines

Hauptstadt: Reykjavík (112.490 Einwohner)
Grösse: 103.000 km² (davon sind jedoch 79.000 km² nicht nutzbar)
Einwohner: 288.201
Landessprache: Isländisch
Kontinent: Europa
Währung: Isländische Krone (100 ISK = 1,137 EUR – Stand: 10.7.2003)
Bevölkerungsdichte: 3 Einwohner/km2
Zeitverschiebung: Winter: -1h, Sommerzeit: -2h
Flagge:

Die Geschichte Islands

330 v. Chr. Ultima Thule
Im Jahre 330 vor Christus brach Pytheas von Marseilles (Frankreich) in Richtung Norden auf, um zu erkunden, wie weit die Welt in diese Richtung verlief. Er segelte zu den Britischen Inseln und ins Nordmeer. Die Insel Thule war 6 Tage nördlich von England gelegen und einen Tag von dem „Ende der Welt" entfernt. Auf dem Rückweg schrieb er seinen Reisebericht, der schon vor langer Zeit verloren gegangen ist, aber in anderen jüngeren Schriften erwähnt wird. Er berichtete von einer Insel, die er Thule oder Ultima Thule nannte und man nimmt an, daß es sich dabei möglicherweise um Island handelt.

874-930 Besiedlung Islands
Ein irischer Mönch namens Dicuilus schrieb den ersten geographischen Bericht vom Nordmeer Anfang des 9. Jahrhunderts. In dem Buch „De Mensura Orbis Terrae" berichtet er von Gesprächen mit irischen Mönchen, die behaupteten, daß sie bis zur Insel Thule segelten und dort von Februar bis August verweilten. So bestätigten die irischen Mönche Pytheas Erzählung, daß das gefrorene Meer nach einer Tagesreise in Richtung Norden von der Insel erreichbar wäre. Dicuilus war der erste, der Thule als die Insel, die später als Island bekannt wurde, bezeichnete. In Irland kannte man die Insel Ende des 8. Jahrhunderts.

Es wird angenommen, daß die irischen Mönche Island verließen, kurz nachdem die Wikinger um das Jahr 900 ihre Besiedlung begannen. Falls sie geblieben sind, waren sie ohne Einfluß und wurden vollkommen ignoriert. Die Besiedlung Islands durch die Wikinger, wurde hauptsächlich wegen der Kämpfe Harald Schönhaars verursacht, der die anderen Fürsten in Norwegen sich untertan machen wollte. Ende des 8. Jahrhunderts gewann Harald die Oberhand und verfolgte seine Feinde bis zu den Schottischen Inseln, die er erobert hatte. Viele sind entweder direkt aus Norwegen oder von den Britischen Inseln nach Island, das schon den Wikingern bekannt war, geflüchtet und konnten auf diese Weise Haralds Herrschaft erfolgreich entfliehen.

„Landnámabók", das Buch der Besiedlung, im 12. Jahrhundert geschrieben, ist die wichtigste Quelle über die Besiedlungsperiode Islands und berichtet ausführlich von den ersten Siedlern. Laut dieser Schrift war Ingólfur Arnarsson der erste Siedler. Er war ein norwegischer Häuptling, der im Jahr 874 mit seiner Familie und Gefolge in Island ankam. Er baute seinen Hof in Reykjavík, wo sich heute Islands Hauptstadt befindet. In den folgenden sechs Jahrzehnten nahmen Einwanderer aus Skandinavien, die auch Kelten von den Britischen Inseln mitbrachten, von dem bewohnbaren Gebieten des Landes Besitz.

930 Gründung des Alþing
Im Jahre 930, am Ende der Besiedlungsperiode, wurde ein konstitutionelles Gesetzbuch angenommen und das Alþing gegründet. Es gilt heute als das älteste Parlament, das vor über 1000 Jahren auf demokratischer Basis gegründet wurde, was einzigartig zu der Zeit war. Die judikative Macht des Althing wurde in vier Untergerichtshöfe aufgeteilt und das Oberste Gericht kam einmal im Jahr auf der Generalversammlung in Þingvellir zusammen.

Leif Eriksson
Eine Skulptur von Stirling A. Calder. Es wurde zum 1000 jährigem Jubiläum der Gründung des Alþing 1930 von den Vereinigten Staaten gestiftet.

985 Erik der Rote entdeckt und besiedelt Grönland
Im Jahr 985 zog der Wikinger Erik der Rote von Island nach Grönland, siedelte sich dort an und gründete die erste dauerhafte nordische Kolonie. Er kehrte im Jahre 986 nach Island zurück und erzählte von dem Land, das er Grænland (Grünes Land) nannte, um es begehrenswerter in den Augen der zukünftigen Siedler zu machen. 25 Schiffe mit Auswanderern verließen Island mit ihm und segelten nach Grönland. Davon erreichten nur 14 Grönland. Die Besiedlung war in zwei Gebiete aufgeteilt, Eystri Byggð (Ost-Siedlung), die Erik gründete und Vestri Byggð (West-Siedlung), die sich in der Nähe von dem heutigem Nuuk befindet, ungefähr 200 km nördlich von Eriks Hof. Beide Siedlungen befinden sich an der Westküste Grönlands. Die nördliche Siedlung zählte 300 Höfe mit ungefähr 5000 Bewohnern, die von Rinderzucht, Landwirtschaft und Seehundjagd lebten. Die Siedler überlebten die schwierigen Bedingungen dank harter Arbeit.

Im Jahre 1000 segelte von dieser Kolonie Eriks Sohn, Leif der Glückliche nach Westen und entdeckte Nordamerika.

1000 Friedliche Übernahme des Christentums in Þingvellir
Im Jahre 1000 wurde das Christentum auf dem Alþing friedlich eingeführt. Das Alþing kam in jedem Sommer vierzehn Tage zusammen. Es war zugleich ein Anlaß zu dem sich ein wesentlicher Teil der Bevölkerung traf. Der erste Bischhofssitz wurde im Jahre 1056 in Skálholt in Südisland gegründet und im Jahre 1106 ein zweiter in Hólar in Nordisland. Beide wurden die wichtigsten Ausbildungszentren des Landes.

1000 Leif Eriksson, der Glückliche, entdeckt Nord-Amerika und nennt das Land Vínland (Weinland).
Im Jahre 985 zog der Wikinger Erik der Rote von Island nach Grönland und gründete dort die erste dauerhafte nordische Kolonie. Er kehrte im Jahre 986 nach Island zurück und erzählte von dem Land, das er Grænland (Grünes Land) nannte um es begehrenswerter in den Augen der zukünftigen Siedler zu machen. Von dieser neuen Kolonie aus segelte Eriks Sohn, Leif der Glückliche im Jahre 1000 und entdeckte Nordamerika das er Vínland hið góða (das gute Weinland) nannte. Jedoch berichtet eine der vertrauenswürdigeren Sagas davon, daß Leif Eriksson von einem anderen Isländer, Bjarni Herjólfsson, von diesem Land erfuhr. Vierzehn Jahre davor soll er es gesichtet haben. Wie es auch immer gewesen sein mag so wurden diese Entdeckungsreisen die Quelle einer der wichtigsten Blütezeiten europäischer Literatur.

13. Jh. „Goldenes Zeitalter" und das Schreiben der isländischen Sagas
Die Sagas zählen zu den Klassikern der mittelalterlichen Literatur. Sie sind in der alten Sprache der Wikinger geschrieben, die heute noch in Island gesprochen wird. In der Zeitspanne von 1120 bis 1230 wurden die alt-skandinavischen Sagen in Island niedergeschrieben. Am Anfang entwickelte sich die literarische Tradition der Dichtung vorherrschend aus heroischen Themen. Die Dichtung wurde während des Sagazeitalters, das vom Ende des 12. Jahrhunderts bis spät ins 13. Jahrhundert andauerte, als epische und dramatische Erzählungen geschrieben und handelt von der Anfangszeit der Besiedlung Islands, Liebesaffären und Sippenstreitigkeiten. Sie trugen zum Bewußtsein des kulturellen Erbe des isländischen Volkes bei und zur Unterhaltung in den bitterkalten Winternächten. Der Stammeshäuptling, Historiker und Dichter Snorri Sturluson schrieb wahrscheinlich die Prosa-Edda, Heimskringla und die Geschichte der norwegischen Könige nieder.

1262 Island gerät unter norwegische Herrschaft
Im Jahr 1244 fand die erste Seeschlacht an der isländischen Küste im Húnaflói statt. Diese Schlacht war eine der letzten in einer Reihe von Kämpfen und mörderischen Überfällen, die mehr oder weniger seit dem Jahr 1208 bis 1258 wüteten. Anfang des 13. Jahrhunderts nahm die Friedensperiode, die 200 Jahre andauerte, ihr Ende. Das verrufene Zeitalter der Sturlungar begann, eine turbulente Periode von politischem Verrat und Gewalttätigkeiten. Der norwegische König und Opportunist Hákon Hákonarsson nahm sich Island an und es wurde zu einer gnadenlos ausgebeuteten norwegischen Provinz.

1380 Island gerät mit Norwegen unter dänische Herrschaft
Die Ausbrüche des Vulkans Hekla in den Jahren 1300, 1341 und 1389 verursachten Tod und Zerstörung auf der ganzen Insel. Epidemien plagten die Menschen wiederholt und die Pest, die Norwegen im Jahre 1349 heimsuchte unterbrach den Handel mit Island.

Am Ende des 14. Jahrhunderts geriet Island unter dänische Herrschaft. Auseinandersetzungen zwischen Kirche und Staat führten 1550 zur Reformation und der Einführung des lutherischen Glaubens als Religionslehre des Landes. Durch die zwei folgenden Jahrhunderte wurde Island gnadenlos von den dänischen Kolonialherren ausgenützt, von algerischen Piraten bedroht und vielen Naturkatastrophen unterworfen. Das 18. Jahrhundert ist eine durch große Tragik gezeichnete Periode in der Geschichte Islands. 1703 als die erste Volkszählung stattfand, zählte die Bevölkerung ca. 50.000 Menschen, davon etwa 20% Bettler und Unselbstständige. Wegen einer verheerenden Pockenepidemie sank die Bevölkerungszahl von 1707 bis 1709 auf 35.000. Noch zweimal sank die Bevölkerungszahl unter 40.000, in den Jahren 1752-57 und wieder zwischen 1783-85. Ursache war eine Reihe von Hungersnöten und Naturkatastrophen.

18. Jh. Auswanderungswelle nach Kanada und in die Vereinigten Staaten
Im letzten Viertel des 19. Jahrhundert gab es in Island wieder großes Elend, Überbevölkerung, Krankheiten, und Hungersnöte. Seit 1855 sind viele Isländer nach Nordamerika ausgewandert. 1873 segelte die erste organisierte Auswanderergruppe von Akureyri nach Westen.

Von 1880-90 wanderte eine große Anzahl Isländer nach Kanada aus, da sie in ihrer Heimat kein Auskommen fanden. Die meisten siedelten sich in Manitoba an. Eine besondere Isländerkolonie, Nýja-Ísland (Neuisland), würde 1875 gegründet. Viele unter den ersten Auswanderern nahmen die Lehre der Mormonen an und zogen nach Utah in den Vereinigten Staaten, wo Spanish Fork ihre Hauptgemeinde wurde.

Von 1855 bis 1914 sind ca. 15.000 Isländer nach Nord-Amerika emigriert. Die Auswanderung stellte einen schweren Verlust für Island dar, aber einige der Emigranten kehrten mit neuer Technologie und neuem Wissen zurück.

18. Jh. Auf dem Weg zur Unabhängigkeit von der dänischen Herrschaft.
AmEnde des 18. Jahrhundert wurde das Alþing aufgelöst und der Bischofssitz nach Reykjavík verlegt. Als Folge der Not wurde das Handelsmonopol 1783 in Island gelockert und alle Bürger des dänischen Reiches bekamen das Recht in Island zu handeln.

1874 verlor Dänemark seine Herrschaft über Island als der dänische König den Isländern eine eigene Verfassung gewährte und ihm die Erlaubnis gab, ihre inneren Angelegenheiten selber zu verwalten.

Im Jahre 1904 bekam Island Selbstverwaltung und der erste isländische Ministerpräsident wurde ernannt.

1918 Unionsvertrag mit Dänemark. Island erhält grundsätzlich alle Macht über seine inneren Angelegenheiten in Personalunion mit dem Dänischen Monarchen. Es wurde von der dänischen Herrschaft befreit und ein unabhängiger Staat im Königreich Dänemark. Die Regierung in Kopenhagen war nur noch für die Verteidigung und auswärtige Angelegenheiten verantwortlich.

1930 wurde das 1000 jährige Jubiläum der Gründung des Parlaments Alþing in Þingvellir gefeiert.

17. Juni 1944 Deklaration der Republik Island in Þingvellir
Als Folge der Besetzung Dänemarks im 2. Weltkrieg, erklärte Island seine Unabhängikeit. Die Allierten besetzten Island, um es zu verteidigen, da Island kein eigenes Militär hatte. 1940 kamen zuerst britische Soldaten und 1941 amerikanische. 1949 ist Island der NATO beigetreten und seit 1951 sind amerikanische Truppen in Keflavík stationiert.

Die Engländer akzeptierten die Fischerreihoheit der Isländer nicht, als diese die Grenzen in den siebziger Jahren verlegten. Es kam zu verschiedenen Kabeljaukriegen zwischen der isländischen Küstenwache und britischen Fregatten.

Heute ist die isländische Wirtschaftlage durch die Einschränkung der Fischfangquoten gezeichnet und durch erhöhte Arbeitslosigkeit und Abwertung der isländischen Krone unstabil. Zusammenstöße zwischen internationalen Umweltorganisationen haben dazugeführt, daß der Walfang bei Island eingestellt wurde. 1992 sind Isländer aus der Walfangkommission ausgetreten, was die Lage nicht vereinfacht hat. Die Wirtschaftslage ist in neuester Zeit aber auf dem Weg der Besserung.

 

Geographie Islands - zum Anfang-

Allgemeines
Island, Europas zweitgrößte Insel, liegt nahe am Polarkreis, ungefähr auf halber Luftlinie zwischen New York und Moskau. Die Fläche Islands umfaßt 103.000 qkm. Die längste Entfernung von Norden nach Süden beträgt ungefähr 300 km und von Westen nach Osten ca. 500 km. Die Küstenlinie beträgt ca. 6000 km. Die Entfernung zwischen Island und den Nachbarländern ist 286 km bis Grönland, 795 km bis Schottland und 950 km bis Norwegen.

Geologisch betrachtet ist Island ein junges Land und noch immer im Entstehungsprozeß. Das Landesinnere Islands besteht ausschließlich aus Bergen und Hochebenen, von Menschen vollkommen unbewohnt. Die Durchschnittshöhe der Insel ist 500 m über dem Meeresspiegel. Die höchste Erhebung Hvannadalshnjúkur (2119 m) befindet sich im Gletscher Vatnajökull, im Südosten Islands.

Geographische Fakten über Island

Gesamtfläche: 103.000 qkm
Kultiviertes Land: 1%
Weideland: 20%
Seen: 2%
Lavafelder: 11%
Gletscher: 11%
Sandwüsten: 4%
Ödland: 50%

Klima
Trotz der nördlichen Lage ist Islands Klima, gerade im Winter, viel milder als man erwarten könnte. Die Jahresdurchschnittstemperatur in Reykjavík beträgt 5°C, im Januar -0,4°C und im Juli 11.2°C.

Die Niederschlagsmenge an der Südküste erreicht bis 3000 mm im Jahr, wobei sie auf 400 mm im Hochland nördlich vom Vatnajökull absinkt. Isländisches Wetter ist vom Zug atmosphärischer Tiefs über den Nordatlantik abhängig und daher recht veränderlich. Vorbeiziehende Tiefe südlich von Island verursachen verhältnissmäßig warmes Wetter im Süden, während zwischen Grönland und Island nach Nordosten wandernde Tiefe dem Norden milderes und trockenes Wetter bringen.

An der Küste ist es oft windig und im Winter herrschen oft Stürme, doch Gewitter sind sehr selten.

Im Herbst und frühem Winter kommen Nordlichter häufig bei klarem Nachthimmel vor.

Während der drei Sommermonate ist es in Island durchgehend taghell, und sowohl Frühling, als auch Spätherbst erfreuen sich langer Dämmerungsphasen. Die wirklich dunkle Zeit mit drei bis vier Stunden Tageslicht dauert von Mitte November bis Ende Januar.

Dank den wärmeren Gewässern des Golfstroms sind die Wintertemperaturen an der Süd- und Westküste relativ mild. Die wärmsten Monate sind Juli und August. Allgemein verbessern sich die Wetteraussichten desto weiter ost- oder nordwärts man zieht. Im Norden rund um Akureyri und den See Mývatn ist es am sonnigsten. Im Osten gilt dasselbe für das Gebiet bei Egilsstaðir, jedoch sollte man nirgends einen kühlen Wind ausschließen. Obwohl klares Wetter in dem Ödland des Inneren öfter als an der Küste zu erwarten ist, sind dort andere Schwierigkeiten wie Schnee- und Sandstürme möglich.

Vulkanische Aktivität
Island zählt zu den vulkanisch aktivsten Ländern der Erde. Von den ungefähr 200 postglazialen Vulkanen sind mindestens 30 seit der Besiedlung im 9. Jahrhundert ausgebrochen. Durchschnittlich findet in jedem fünften Jahr ein Ausbruch statt. In Island kommt fast jede bekannte Art vulkanischer Aktivität vor, obwohl es sich meist um Spaltenausbrüche handelt. Eine dieser Spalten, Lakagígar, dessen etwa 100 Krater sich auf dem 35 km langen Erdriß aufreihen, entstandt im Jahre 1783. Diese Eruption lieferte die größte Lavamasse in historischer Zeit. Sie bedeckt eine Fläche von 565 qkm. Gase und Asche dieses Ausbruchs vergifteten das Weideland und verursachten fürchterliche Verwüstungen in Landwirtschaftsgebieten. Durch die Zerstörung des Weidelandes kam es zu einer der schwersten Hungersnöte im Land, durch die etwa zehntausend Menschen starben.

Schildvulkane des Hawai-Typs, z.B. Skjaldbreiður bei Þingvellir, sind zwar ebenfalls häufig, doch als einziger seiner Art ist in historischer Zeit der neue Vulkan Surtsey aktiv geworden. Fast alle Kegelvulkane des Fuji-Typs sind vergletschert; dazu zählen als größte Öræfajökull (2119 m), Eyjafjallajökull (1666 m) und Snæfellsjökull (1446 m). Dazu kommen auch häufig Explosionskrater in Island vor.

Der berühmteste isländische Vulkan Hekla war im Mittelalter in der gesamten katholischen Welt als Ort der Verdammten bekannt. Seit seiner ersten, in Schriften bezeugten Eruption im Jahre 1104, welche die Verödung weiter Gebiete, darunter auch alter Siedlungen in Þjórsárdalur nach sich zog, ist Hekla 17 mal ausgebrochen und richtete in den angrenzenden Gebieten großen Schaden an. Am Anfang des Ausbruchs 1947 stieg die Asche- und Rauchsäule 30.000 m hoch. Diese Eruption hielt 13 Monate an. Im Mai 1970 floß aus einer Reihe Krater zwei Monate lang Lava. 1980, 1981 und 1991 folgten erneut Ausbrüche.

Der Vulkan Katla, verborgen unter dem Eis des Gletschers Mýrdalsjökull, ist seit der Besiedlung Islands mindestens 13 mal, zuletzt 1918, ausgebrochen. Eruptionen unter Gletschereis verursachen ungeheure Gletscherläufe. Katla ist z.B. dafür bekannt, daß die Schmelzwassermassen sogar die des Amazonas übertreffen. Askja, im nordöstlichem Hochland brach zuletzt 1961 aus, ohne nennenswerten Schaden anzurichten. Der Ausbruch 1875 verursachte große Zerstörung. Bei diesem Ausbruch entstand Islands tiefster See Öskjuvatn (220 m ).

Ein dramatischer Vulkanausbruch der jüngsten Vergangenheit begann in der Nacht des 23. Januar 1973 auf der einzigen bewohnten Westmänner Insel Heimaey. Innerhalb weniger Stunden konnte die gesamte Bevölkerung von etwa 5300 Personen in einer einzigartigen Rettungsaktion ohne Verluste aufs Festland evakuiert werden. Der Ausbruch dauerte bis zum darauffolgenden Mai und begrub die halbe Stadt unter Lava, den Rest unter einer dicken Ascheschicht. Hafen und die wichtigsten Fischereianlagen konnten jedoch durch eine kühne Aktion isländischer Experten gerettet werden. Den herannahenden Lavastrom kühlten sie mit Meerwasser ab und konnten ihn so zum Anhalten bringen. Als der Vulkan seine Tätigkeit einstellte, war die Insel beträchtlich größer und der Hafen um einiges besser geworden. Rettungsarbeiten und Wiederaufbau wurden fortgesetzt und die meisten Einwohner kehrten nach dem Erlöschen des Vulkans auf ihre Insel zurück, die durch den Ausbruch wesentlich verändert worden war.

Vor den Küsten Islands finden häufig submarine Eruptionen statt, insbesondere auf dem Mittelatlantischen Rücken südwestlich der Halbinsel Reykjanes. Der letzte Ausbruch im Meer war am 14. November 1963, nahe den Westmänner Inseln. Dabei entstanden drei Inseln, von denen eine den ständigen Brandungswellen wiederstand und den Namen Surtsey bekam. Der Ausbruch hielt sieben Jahre an.

Erdbeben sind in Island zwar häufig, meist jedoch harmlos. Dem Beben von 1778 und 1896 fielen aber zahlreiche Bauernhöfe Südislands zum Opfer, und 1934 wurde der Ort Dalvík am Eyjafjörður mit einem Erdstoss teilweise zerstört. Im Dezember 1975 begann eine vulkanische Aktivität im Nordosten in der Nähe von Krafla, dem ersten großen Thermalkraftwerks. Diese Eruptionen dauerten einige Jahre fort und verursachten wochenlang harte Erdstöße, welche 1976 zu Schäden im Ort Kópasker im Nordosten führten.

Erdwärme
Kein Land ist so reich an heißen Quellen und Solfataren wie Island. Hochtemperaturgebiete sind an Zonen jungen Vulkanismus gebunden, wo 14 Solfatarenfelder mit ihren charakteristischen Dampflöchern, Schlammtöpfen und Schwefelablagerungen liegen. Die wichtigsten Hochtemperaturgebiete befinden sich im Gebiet des Gletschers Torfajökull, östlich von Hekla und bei Grímsvötn unter dem Gletscher Vatnajökull. Dazu kommen Hengill und Krísuvík in der Nähe von Reykjavík, Námafjall bei Mývatn und Kverkfjöll an der Nordseite des Vatnajökulls.

Niedrigtemperaturgebiete sind überall in Island zu finden. Man geht von 250 Gebieten dieser Art mit etwa 800 einzelnen Quellen aus.
Islands ergiebigste Quelle, Deildartunguhver liefert jede Sekunde 200 l kochendes Wasser. Einige der heißen Quellen sind Springquellen oder Geysire, deren berühmteste „Der große Geysir" in Haukadalur in Südisland ist. Von ihm ist die internationale Fachbezeichnung „Geysir" abgeleitet. Wenn Geysir eruptiert, was heute recht selten vorkommt, schießt eine bis 60 m hohe Wassersäule in die Luft. Eine weitere berühmte Springquelle in der Nachbarschaft des großen Geysir ist Strokkur.

Inseln
Vor der Küste Islandsliegen zahlreiche Inseln. Davon sind einige bewohnt. Die größten sind die Westmänner Inseln im Süden, Hrísey im Norden und Grímsey, vom Polarkreis durchquert.

Gletscher
Zu den Kennzeichen Islands zählen seine Gletscher, die ungefähr 11% oder 11.260 qkm des Landes bedecken.
Fast alle Gletschertypen, von kleinen Kargletschern, bis zu weit ausgedehnten Gletscherkappen, die an das Inlandeis Grönlands erinnern, kommen in Island vor. Letztere laufen in breiten Gletscherzungen aus oder bilden Talgletscher des alpinen Typs. Vatnajökull, im Südosten Islands, ist mit Abstand der größte Eiskappengletscher Islands. Seine Fläche, 8300 qkm, entspricht der Summe aller europäischen Gletscher.

Andere große Eiskappengletscher sind Langjökull (953 qkm) und Hofsjökull (925 qkm), beide im Zentralhochland gelegen, ferner Mýrdalsjökull (596 qkm) im Süden und Drangajökull (160 qkm) im Nordwesten. Auf der Spitze der Halbinsel Snæfellsnes liegt Snæfellsjökull, einer der kleineren Gletscher (11 qkm). An klaren Tagen ist er als faszinierendes Panorama von Reykjavík aus zu sehen, besonders bei Sonnenuntergang. Isländische Gletscher bieten kühnen Abenteurern aufregende Ziele, doch sind sie wegen ihrer Sprünge und Spalten gefährlich.

Flüsse und Seen.
Islands unzählbare Flüsse schwellen nach starken Regenfällen oder nach Gletschertauperioden merklich an. Wegen rascher Strömung sind sie nicht schiffbar. Der Ursprung der meisten Flüsse befindet sich an Gletscherrändern. Daher tragen sie Sand und Geröll mit sich und sind von milchig grauer Farbe. Þjórsá der längste Fluss, mißt 230 km und führt eine Wassermenge von 385 Kubikmetern /sek, während der zweitlängste, Jökulsá á Fjöllum im Nordosten, 206 km mißt. Andere wichtige Flüsse sind Hvítá und Ölfusá im Süden, Skjálfandafljót im Norden und Lagarfljót sowie Jökulsá á Brú im Osten.

Isländische Flüsse lassen sich in Gletscherflüsse und Quellflüsse unterteilen. Erstere verzweigen sich gewöhnlich in zahlreiche, mehr oder weniger untereinander verbundene Arme und Rinnsale. Sie verlagern ihr Bett ständig und verbreiten sich über die Gletschervorebenen. Dies gilt besonders für die von Vatnajökull nach Süden fallenden Flüsse. In diesem Gebiet zerstörten die Fluten wiederholt die Straßen und Brücken, deshalb war es besonders schwierig eine dauerhafte Straße anzulegen. Dieses geschah meistens im Juli und August, wenn in der Regel die Flüsse den höchsten Wasserstand erreichen.

Quellflüsse werden in zwei Typen unterteilt: Wenn sie in Basaltgebieten entspringen, variiert ihre Wassermenge deutlich und ist im Früjahr am stärksten. Bei Flüssen, die in postglazialen Lavagebieten entstehen, schwankt die Wassermenge dagegen kaum, weshalb sie zur Produktion hydro-elektrischer Energie besonders geeignet sind.

Charakteristisch für die junge isländische Landschaft sind ihre vielen eindrucksvollen Wasserfälle, deren bekanntester Gullfoss im Fluss Hvítá ist. Dettifoss in Jökulsá á Fjöllum, Aldeyjarfoss und Goðafoss in Skjálfandafljót, Hraunfossar in Hvítá und Skógafoss in Skógá.

In Island gibt es Seen im Überfluß aber meistens sind sie klein. Einige haben sich in Bodensenken gebildet, andere füllen von Gletschern ausgewaschene Becken, noch andere sind Lavastauseen und einige wenige Eisstauseen. Die fünf größten islandischen Seen sind Þingvallavatn (83 qkm, Tiefe 114 m), Þórisvatn (70 qkm), Lögurinn (52 qkm), der Lagunensee Hóp (45 qkm) und Mývatn (38 qkm). Mývatn, der Mückensee, ist wegen seiner faszinierenden landschaftlichen Schönheit und seines unwahrscheinlich reichen Vogellebens weltbekannt.

Vegetation
Als Island im 9. Jahrhundert besiedelt wurde, soll das Land zwischen der Küste und der Gebirge mit Baumbewuchs bedeckt gewesen sein. Auf Grund des unkontrollierten Weidegangs und der Abholzung zur Gewinnung von Brenn- und Baumaterial sowie Klimaverschlechterungen und Vulkanausbrüchen sind diese Wälder verschwunden. Heute findet man nur noch Reste einstiger Bewaldung, davon sind die größten Hallormsstaður im Nordosten und Vaglaskógur im Norden. Am 27. Juli 1974 wurde ein Gesetz erlassen, das Gelder zur Wiedergewinnung des Bodens und zur Aufforstung zuteilt. In diesem Jahrhundert wurden sich die Isländer des Erosionsproblems bewußt und seitdem bemüht man sich den Mutterboden wiederzugewinnen und Aufforstungsarbeiten durchzuführen.
Die isländische Flora zählt etwa 470 höhere, einheimische Pflanzenarten. (Davon ca. 37 Sporenpflanzen, fast 290 Dicotyedons und 145 Monocotyledons) Hinzu kommen ca. 450 Flechten- und 500 Moosarten. Trotz der nördlichen Lage Islands kommen verhältnismäßig wenige arktisch-alpine Pflanzen vor. Auf Grund des temperierten ozeanischen Klimas weist die isländische Flora deutlich Gemeinsamkeit mit nordeuropäischer und skandinavischer Flora auf. Zahlreiche Gräser- und Moosarten scheinen noch besser in Island als in vergleichbaren Zonen Grönlands und Skandinaviens zu gedeihen.

Im allgemeinen besteht die Vegetation aus unterschiedlichen Arten von niedrigem Gestrüpp, sowie Heidekraut, Weide, Zwergbirken, Krähen-, und Blaubeeren. Auffallend ist, besonders im Südwesten, der seltsame Farbreiz der Moose und Flechten auf dem Lavagestein.

In ganz Island, sogar im unbewohntem Tiefland sind ausgedehnte Sandöden, Steinwüsten, nackte Felsen- und Lavalandschaften zu finden.

Landsäugetiere
Zur Zeit der Besiedlung im 9. Jahrhundert war der Polarfuchs das einzige Landsäugetier. Noch immer gibt es zahlreiche Füchse, die dafür berüchtig sind die Schafe zu reißen. Mit den Menschen kamen später zwei Rattenarten und die Feldmaus ins Land. Rentiere, die in beträchtlicher Menge auf den Hochflächen des Ostens leben, wurden gegen Ende des 18. Jahrhunderts aus Norwegen angesiedelt. Um 1930 wurden Nerze zur Pelztierzucht nach Island eingeführt, doch entschlüpften viele Tiere. Heute leben sie verwildert und richten in der Vogelwelt und unter Süßwasserfischen grossen Schaden an. Gelegentlich gelangen Eisbären auf Treibeisschollen nach Island, werden aber so schnell wie möglich erlegt.

Die üblichsten Haustiere sind Rinder, Schafe und Pferde. Zudem werden Schweine, Ziegen, Hunde, Katzen, Hühner, Gänse, Enten, Truthähne, Tauben und Angorakaninchen gehalten.

Das Islandpferd. Die ersten Siedler Islands brachten Pferde und andere Haustiere aus Norwegen mit. Die Pferde, heute Islandpferde genannt, sind von kleinerem Körperbau und werden manchmal auchals Ponys bezeichnet. Die letzen 1100 Jahre lebte die Rasse isoliert und deshalb wird sie als eine selbstständige Pferderasse betrachtet. Jahrhundertlang war das Pferd das Haupttransportmittel und Fleischlieferant. Heute ist Reiten ein beliebter Sport in Stadt und Land.
Das robuste und trittsichere Islandpferd verfügt über fünf angeborene Gangarten, eine Eigenschaft, die nur wenige andere Pferdearten besitzen. Neben den üblichen drei Gangarten - Schritt, Trab, Galopp beherrscht das Islandpferd den Paßgang und dem einem Laufschritt ähnelnden Tölt. Der Tölt und der Paß bieten einen bequemen und erschütterungsfreien Gang und sind daher sehr gefragte Eigenschaften des Islandpferdes.

Meeressäugetiere
An den Küsten Islands sind Kegelrobbe und insbesonders der Allgemeine Seehund verbreitet. Weitere Seehundarten halten sich während der Wintermonate in der Nähe von Island auf. 17 Walarten leben in isländischen Gewässern, unter anderem Delphine, Schwertwale, Finnwale, Seiwale, Pottwale und Zwergwale. Die Anzahl der Buckel- und Blauwale nimmt sogar zu. Heute werden Robben und Wale nicht für den Verkauf gejagt.

Vögel
Insgesamt wurden in Island 241 Vogelarten beobachtet. Davon brüten hier 72 Arten regelmäßig, sechs sind Strichvögel, etwa 30 sind Zugvögel oder Wintergäste, der Rest sind Irrgäste. Die häufigsten einheimischen Vögel sind See-, Schwimm-, und Watvögel.
Island zählt zu den bedeutensten Wasservogelbrutplätzen Europas, wobei der See Mývatn wegen seiner Vielfalt an Schwimmvögeln berühmt ist. Außer der Eiderente brüten alle 15 auf Island vorkommenden Entenarten dort,einschließlich der zwei nordamerikanischen Arten Spatelente und Kragenente. Gänse sind durch zwei brütende und drei durchziehende Arten vertreten. Island ist eines der wenigen Länder, in denen der Singschwan noch als häufiger Brutvogel lebt, bevorzugt an den Seen am Randgebiet des Zentralhochlandes.

An den steil aufragenden Vogelfelsen leben Trottel- und Dickschnabellummen, Tordalken, Papageitaucher, Dreizehenmöwen, Eissturmvögel und Basstölpel. Papageitaucher findet man nicht nur an Vogelfelsen, sondern sie bilden auch große Kolonien auf niedrigen grasbewachsenen Inseln. Der Papageitaucher gehört zu einer der am häufigsten auftretenden Vogelarten in Island, dessen Anzahl mehrere Millionen beträgt.

Der Islandfalke gilt als prächtigster isländischer Vogel und wurde in früheren Zeiten von Falknern hochgeschätzt, aber wie der früher häufig vorkommende Seeadler ist er heutzutage vom Aussterben bedroht. In Island leben zwei Eulenarten. Die selten vorkommende Schnee-Eule hält sich in abgelegenen Gebieten des zentralen Hochlandes auf. Die Sumpfohreule bevorzugt Sumpfgebiete im Tiefland und Täler. Dort findet sie ihre Opfer, Feldmäuse und kleine Vögel, während die Schnee-Eule und der Islandfalke auf der Suche nach Schneehühnern sind, Islands einzigem Hühnervogel.

Süßwasserfische
Isländische Flüsse sind lachsreich und in Binnenseen sowie Flüssen kommen Forellen und Saibling vor. Zwei weitere Fischarten treten im Süßwasser auf; Aal und Stichling, doch handelt es sich bei keiner dieser fünf Arten um echte Süßwasserfische, vielmehr um Salzwasserfische, die sich im Süßwasser akklimatisiert haben.

 

Kultur Islands - zum Anfang-

Geschichtlicher Überblick
Auf Islands rauhem Boden hat sich durch die Jahrhunderte eine widerstandsfähige und unabhängige Kultur entwickelt. Sie wurde von den Nachfahren der Bauern und Krieger geformt, die der Unterdrückung des norwegischen Königs entflohen. Bald enstanden Siedlungen und Bauernhöfe. Daraufhin folgte der Beginn einer reichen literarischen Tradition, deren Schwerpunkt die Sagas sind, die zu den Klassikern der mittelalterichen Literatur zählen. Die Sagas sind auf Tatsachen beruhende Erzählungen, die über das Leben der Menschen zu der Zeit berichten, deren Heldentaten, Sippenfeindschaften und Schlachten, aber auch über ihre Religion und andere Beschäftigungen.

Bevölkerung
Im Laufe der 1100 Jahre Besiedlung Islands haben Generationen von Isländern gelernt sich den schweren Lebensbedingungen anzupassen. Sie haben sich auf undenkbaren Stellen niedergelassen, weit draußen an der Küste, bis zu abgelegenen Höfen in den Bergen.
Mitten in den Extremen der isländischen Natur trifft man freundliche und lebensfrohe Menschen, die großen Wert auf Gastfreundschaft und auf die Bewahrung ihrer Kultur legen.
Was die isländische Gesellschaft betrifft, fällt dem Besucher der Mangel an Klassenunterschieden und die Bedeutung der Literaturtradition auf. Händedruck ist die häufigste Begrüßungsform. Isländer legen Wert auf das Auftreten. Wie in anderen westlichen Ländern ist Freizeitkleidung weitgehend passend, jedoch für besondere Anlässe ungeeignet.
Die Siedler Islands bestanden aus einer gemischten Gruppe nordischer Menschen aus Skandinavien und Kelten von den Britischen Inseln. Die herrschende Schicht war nordischer Herkunft, so daß sowohl die Sprache als auch Kultur von Anbeginn rein nordisch waren, doch in den Eddagedichten finden sich auch Spuren keltischen Einflusses. Dieses erkennt man an Personen und Ortsnamen sowie am Aussehen der Isländer, unter denen der dunkelhaarige Typ prozentual stärker vertreten ist als in anderen nordischen Nationen.
Um das Jahr 1100 schätzt man die damals völlig ländliche Bevölkerung auf 70-80.000 Menschen. Im 18. Jahrhundert sank die Bevölkerungszahl dreimal unter 40.000, doch um 1900 hatte sie 78.000 erreicht. Die 100.000 Einwohner-Grenze wurde 1925 überschritten, 1967 hatte Island 200.000 Einwohner. Heute beträgt die Bevölkerungszahl ca. 278.000 Menschen. Die Bevölkerungsdichte liegt also derzeit bei ca. 2,7 pro qkm.
Bis 1880 gab es auf der Insel nur drei Städte, in denen 5% der Bevölkerung lebte. Um 1920 lebten etwa 43% der Bevölkerung in den Städten und Dörfern mit mehr als 200 Einwohnern. 1984 gab es 23 Orte und 42 Dörfer, in denen 89,2 % der Bevölkerung wohnte, während 8,9% der Bevölkerung sich auf ländliche Gegenden verteilte. Man schätzt, daß die Mehrheit der Isländer in Zukunft in Reykjavík und Umgebung leben wird.

Landessprache
Isländisch ist die Landessprache. Sie unterscheidet sich kaum von der Sprache der nordischen Siedler, die vor 1100 Jahren nach Island kamen. Englisch-, Deutsch- und Dänischkenntnisse sind sehr verbreitet. Die isländische Schrift weist zwei eigene Buchstaben auf : Þ/þ und Ð/ð. Sie werden wie das -th im englischen ausgesprochen.

Im isländischen Telefonbuch sind die Teilnehmer alphabetisch nach den Vornamen geordnet, weil die Isländer sich gegenseitig mit Vornamen ansprechen.

Namen
Nur etwa 10% der Isländer tragen Familiennamen. Am häufigsten folgt die Namensgebung der alten germanischen Tradition. Die Kinder nutzen den Vornamen des Vaters als „Nachnamen", indem ein Sohn die Endung -son und eine Tochter die Endung -dóttir anhängt. Danach ändert sich der Name nicht mehr, auch nicht im Falle von Verehelichung. Laut dieser Regel bedeutet Magnússon der Sohn von Magnús und Bjarnardóttir heisst die Tochter von Bjarni.

Religion
95% der Isländer gehören der evangelisch-lutherischen Staatskirche an. Die restlichen fünf Prozent sind römisch-katholischen Glaubens oder gehören anderen Glaubensgemeinschaften an. Isländer sind seit dem Jahre 1000 Christen. Die Anzahl der Mitglieder der Gemeinschaft des altnordischen Glaubens, Ásatrú, steigt jedoch in letzter Zeit. Ásatrú geht von der Verehrung der Naturelemente und deren Harmonie aus. Die altnordische Glaubensgemeinschaft wurde von einem Bauer in den siebziger Jahren gegründet und ist heute öffentlich anerkannt.

Moderne Zeit
Island bietet weitaus mehr als unzerstörte Natur. Die isländische Kultur ist genauso abwechslungsreich wie die Landschaft. Aus Island stammen bekannte Dichter, Komponisten, Schauspieler und Künstler wie Halldór Laxness, Jón Leifs, Kristján Jóhannsson und Björk. Jedes zweite Jahr findet in Reykjavík ein internationales Kunstfestival statt, das weltweit bekannt ist.

Küche
Isländer bekommen ihre Nahrung direkt aus einer sauberen und unbelasteten Natur. Fische und Meeresfrüchte, Pilze, Beeren, Rentier und das berühmte Lamm. In den letzten Jahren nutzen isländische Köche verschiedene Spezialitäten um Gourmetgerichte zu schaffen. Die isländische Küche ist in der Tat international, obwohl die hiesigen Köche darauf achten, das ausgezeichnete Rohmaterial wie Fisch, Lamm u.a. als Grundsubstanz zu verarbeiten.

Regierungsform
Island ist eine parlamentarische Demokratie mit einem Präsidenten als Staatsoberhaupt. Der Präsident wird alle vier Jahre in direkter Wahl bestimmt, ohne eine begrenzte Amstzeit. Der Staatspräsident wird als Symbol nationaler Einheit angesehen und ist nicht politisch engagiert, außer in besonderen Fällen, wenn die Parteien bei der Zusammensetzung der Regierung Schwierigkeiten bekommen oder keinen Ausweg bei einer Regierungskrise finden. Das Alþing ist eine legislative Institution und setzt sich aus 63 Mitgliedern zusammen. Sie werden alle vier Jahre durch direkte Wahl bestimmt. Jeder der das Wahlrecht besitzt, außer dem Präsidenten und den Richtern am Obersten Gerichtshof, kann sich um einen Sitz im Parlament bewerben. Nach der Wahl ruft der Präsident die Vorsitzenden der politischen Parteien zur Beratung zu sich. Danach gibt er einem oder mehreren nacheinander die Möglichkeit ein Kabinett zusammenzusetzen. Das Ministerkabinett bleibt an der Macht bis zu der nächsten allgemeinen Wahl.

Wirtschaft
Die isländische Wirtschaft ist auf die Nutzung der sich erneuernden Naturressourcen und von Arbeitskräften mit guter Fachkenntnis gegründet. Die wichtigsten Rohstoffquellen sind die reichen Fischgründe und die reichlich vorhandene hydro- und thermale Energie. Für lange Zeit nahmen Fischerei und Landwirtschaft die wichtigsten Plätze in der isländischen Wirtschaft ein. In letzter Zeit werden Dienstleistungen und herstellende Industrien wichtiger. Gleichzeitig wurde eine größere Breite des Produktionsprogramms im Fischereisektor durch die Nutzung neuer Fischarten, neuer Herstellungsweisen, neuer Produkte und neuer Märkte erreicht.

Durch die Nutzung seiner Vorteile und einer offener Absatzpolitik, hat Island die Abgrenzungen seiner kleinen Wirtschaft überwunden und einen der höchsten Lebenstandard der Welt erreicht.

In den letzten Jahren haben einige umfangreiche Wirtschaftsreformen in Island stattgefunden. Freier Kapitalmarkt, niedrige Inflationsrate und ein beständiger Wechselkurs haben den Weg zur ökonomischen Integration mit Europa geebnet.

Das EWR-Abkommen, von dem isländischen Parlament anerkannt, bietet seit Anfang 1994 die „vier Freiheiten " (freier Verkehr von Waren, Dienstleistungen, und Arbeitskräften sowie freier Kapitalmarkt) der EU den EFTA-Mitgliedstaaten. Die meisten EU-Regeln, die den Wettbewerb und den Staat betreffen, gelten auch in den EFTA-Ländern. Das Ministerium für Industrie und Handel hat sich beim Entwurf der Gesetzgebung über Finanzmärkte und Handel kräftig engagiert. Es ist in Zusammenhang mit dem EWR-Vertrag gültig geworden. Das Ministerium hat sich auch bemüht, Island als Standort für energieintensive Industrie zu fördern.

Ausbildung
In Island ist der Ausbildungsstandard relativ hoch, Analphabetentum ist unbekannt und Isländer interessieren sich allgemein für auswärtige Angelegenheiten und sind dadurch gut darüber informiert. Sie sind neugierig und passen sich schnell neuen Technologien an.

Gesundheitswesen
Alle Krankenhäuser bieten gute medizinische Dienste. Island betreibt eines der teuersten Gesundheitswesen der Welt. Diese Kosten sehr hoch in Anbetracht der Tatsache, daß die Nation noch sehr jung ist. Insgesamt sind 40,5 % (1989) des Nationalbudget für das Gesundheitswesen eingeteilt. An zweiter Stelle steht das Ausbildungswesen mit 15 %. Andere Gebiete bekommen wesentlich weniger als 10 %. Das Gesundheitsystem gilt als eines der besten der Welt.

Museen
Fast jedes Gebiet auf dem Lande besitzt sein eigenes Heimatmuseum wo Sie in Berührung mit der Geschichte und der Athmosphäre der Umgebung kommen können.

Nachtleben
Nachtlokale und Kinos sind in den größeren Orten zu finden. Die größten Theater sind das Nationaltheater und der Theaterverein „Borgarleikhús" in Reykjavík. Sie sind während des Sommers geschlossen. Während der Touristensaison wird eine interessante Darstellung angeboten, die „Light Nights" heißt. Dort werden alte isländische Sagen und Volksmusik vorgeführt. Das isländische Sinfonieorchester hält alle zwei Wochen, von September bis Mai, Konzerte im Universitätskino.

Sport
Isländer besitzen hervorragende Schwimmbäder im Freien. Natürliche, sowie von Menschenhand gebaute Bäder werden mit Thermalwasser beheizt. Angeln, Wandern und Reiten gehören zu den beliebtesten Sportarten. Fußball, Handball, Basketball und Leichtathletik zählen zu den publikumsträchtigen Sportarten. Die isländische Handballmannschaft hat internationalen Erfolg erreicht.


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