Jötunn - Riesen

Jötunn (Jötun, nord. Jötnar (pI.)) sind die Riesen bzw. Riesinnen in der germanischen Mythologie. Es sind übermenschliche Wesen von gewaltiger Kraft. Die Riesen stehen für die ungebändigten Naturphänomene, die menschliches Maß übersteigen. Zu unterscheiden sind unter anderen Reifriesen, Wasserriesen, Bergriesen, Sturmriesen und Feuerriesen.

Die Jötunn wohnen in Jötunheim. Als Urzeitwesen lebten sie schon vor der Entstehung der Welt und auch vor der Geburt der Götter. Sie sind „die früh Geborenen”, Nachkommen des Urriesen Ymir.

Gegenüber Asen und Menschen sind sie entweder freundlich (Aegir und Mimir), oder feindlich gesinnt.
Manche Riesinnen wurden von Göttern verführt oder geheiratet (so Skadi von Njördr, Gerdr von Freyr, Gunnlöd von Odin), oder Riesen trachten Göttinnen mit Gewalt oder List für sich zu gewinnen (so Thjazi die Idun, Hrungnir die Sif, die Thrudr und die Freyja); in der Regel sind diese Versuche nicht von Erfolg gekrönt.
Die Riesen stellen für die Götter eine ständige Bedrohung dar. Deshalb werden sie vom Gott Thor dauernd bekämpft. Dieser Unfriede dauert bis zum Weltenende Ragnarök an.

Die Jötunn überragen die Menschen weit an Wuchs, in etwa so, wie die Zwerge (Dvergr) darin den Menschen nachstehen. Anders als die Bezeichnungen Thurs oder Troll, mit denen grundsätzlich bedrohliche Mächte gemeint sind, ist Jötunn eine mehr wertfreie Bezeichnung für Riesen.

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