Kimbern - Stamm

Kimbern (auch Cimbern oder Zimbern) Dieses germanische Volk siedelte zunächst im nördlichen Jütland (heute Dänemark), ehe sie sich aus ungeklärter Ursache, vielleicht einer verheerenden Sturmflut, in südlicher Richtung in Bewegung setzten.

Sie wanderten nach Schlesien und Böhmen, dann nach Noricium. Hier besiegten sie 113 v. bei Norea (Neumarkt) ein römisches Heer. Auf der weiteren Suche nach Siedlungsraum bewegten sich die Kimbern nach Westen und drangen über den Rhein nach Gallien ein. Nacheinander vernichten sie drei römische Heere (109, 107 und 105 v.), ehe ihnen die Keltiberer erstmals ernstlichen Widerstand entgegensetzten.
Die Kimbern zogen weiter, seit der unteren Seine vereint mit anderen wandernden Stämmen, den keltischen Helvetiern und den Teutonen. Die drei Stämme drangen südlich nach Italien, wodurch Rom den Kimbern gezwungermaßen Siedlungsgebiet nördlich des Po zuwies.

Wenig später hatte Rom seine Kräfte gesammelt und schlug 101 v. unter Marius bei Vercellae die Kimbern vernichtend, nachdem ein Jahr zuvor bei Aquae Sextiae die Teutonen geschlagen worden waren.

Zur Zeit des TACITUS saßen die im Norden verbliebenen Teile der Kimbern an der Nordseeküste. Von ihrem Zug sollten seinerzeit (vor 98 v.) noch ihre ausgedehnten Lagerplätze am Ufer des Rheins sichtbar gewesen sein (Germania, 29 u. 30).

Die Kimbern sollen im 2. Jahrhundert v.u.Z. die Runen aus dem Alpenraum nach Norden gebracht haben. Diese Runen sollen aus norditalienisch-etruskischen Alphabeten entwickelt wurden sein, wenngleich diese auch als germanische Eigenentwicklung gelten. Ein in Österreich gemachter Helmfund weist eine Runenischrift aus vermutlich jener Zeit auf.


Nach mancher Vermutung sind die Kimbern jenes von HOMER Kimmerioi genannte Volk im hohen Norden, das in einem Land dauernder Finsternis an der Grenze zum Tartaros gelebt haben soll (Odyssee 11.12f.).