Menglod - Halsbandfrohe

Menglod, (nord. „die Halsbandfrohe") darf als ein Name der Frigg-Freyja gedeutet werden und darum geht auch der von ihr erzählte Mythus eigentlich auf Frija zurück.

In Swipdag, ihrem Erlöser und Gemahl, im raschen Tage, erkennt man den lichten Tags- und Himmelsgott. Frija-Menglod scheint die Jungfrau Sonne, die am Rande des Himmels auf einem Berge schläft, umgeben von loderndem Feuer, der flammenden Morgenrote.

Tag, Sonne, Morgenröte verkörpert die Dichterfantasie als besondere Gestalten oder Zustände. Der Wohnsitz, wo die schöne Göttin mit hilf- und segensreichen Genossinnen thront, ist von wabemder Lohe und andern Schrecknissen umzogen und jedem unzugänglich, selbst dem erwarteten Geliebten, wie er in erster Dämmerung, im Morgenwind als Windkald, Kalds Sohn, erscheint.

Alle Hindemisse aber schwinden, sobalder sich mit seinem rechten Namen, Swipdag, Soibjorts (des Sonnenhellen) Sohn nennt und sich in seiner wahren Gestalt zeigt. Selten ist ein Mythus durch die Namen der Hauptgestalten gleich durchsichtig wie hier. Soviel Schwierigkeiten der Erklärung aller Einzelheiten in den Fjolsvinnsmçsl auch entgegenstehen, der Grundgedanke der Dichtung tritt mit zweifelloser Deutlichkeit zu Tage: wie der Tag die Sonne zum Weib gewann.

Swipdag kann nur aus Tiuz abgezweigt sein, und darum reicht die Sage in hohes Alter zurück. Sie entstand, solang die sonnige Göttin, Frija die Halsbandfrohe, allein dem lichten Tagesgott zu eigen war, ehe der brausende mächtige Sturmwind sie an sich gerafft hatte.