Mjöllnir - Thors Hammer

Mjöllnir ("der Zermalmer") auch Thrudhamar ("starker Hammer") ist die Waffe des Donnergottes Thor.

Die Dvergr Sindri und Brokkr schmiedeten diesen Hammer aus Eisen, der geworfen stets das Ziel trifft. Nach jedem Wurf kehrt Mjöllnir wie ein Bumerang in die Hand des Werfers zurück. Dem Wurf voraus gehen Blitz und Donner.
Ein „Gebrechen” Mjöllnirs ist sein etwas zu kurzer Schaft. Der Schaft wurde so kurz, da Brokkr beim schmieden des Hammers den Blasebalg einen Moment los gelassen hatte, weil ihn eine Fliegen zwischen die Augen stach und ihm Blut ins Auge floss. Dennoch ist er das Meisterstück seiner Schöpfer.

Zusätzlich zu Mjöllnir hatten die Zwerge Brokkr und Sindri die Eisenhandschuhe Jarngreipr geschmiedet. Nur mit diesen konnte Thor den Hammer beherrschen.

Vorzugsweise schleudert Thor den Mjöllnir gegen Riesen, zu Ragnarök erschlägt er mit ihm auch die Midgardschlange.

Mit seinem Zauberhammer erweckt Thor morgens auch seine Ziegen Tanngnjostr und Tanngrisnir.

Aus Lokis Zankreden:
(Thor droht dem ihn verspottenden Loki)
Schweig, armer Wicht!
Dir soll mein Wuchthammer,
Mjöllnir, den Mund schließen!
Nach oben werf ich dich
und nach dem Ostlande;
nie wieder gewahrt man dich.
Edda, Lokasenna 59

Mjöllnir wird mit der Rune Thurisaz in Beziehung gesetzt.
Der Hammer diente nicht nur als Waffe, sondern auch Weihegerät. Ein Anzeichen hiefür findet sich im Eddalied Thrymskvida. Der Riese Thrym legt hier der vermeintlichen Braut Freyja/Thor den Hammer in den Schoss. Der Hammer nimmt in heidnischen Skandinavien die Stellung des christlichen Kreuzes ein. Als Blitz und Donner ist er Symbol der Fruchtbarkeit.

Verbreitet war der Brauch, Darstellungen Thors oder sein Symbol, den Hammer, in die Stützbalken der Häuser zu schnitzen. Die Besiedler Islands brachen zumeist ihre alten Häuser ab und nahmen sie in die neue Heimat mit. Sobald ihre Schiffe in auflandige Strömung kamen, warfen sie die Stützbalken mit Thors Bild über Bord. Dann beobachteten sie, wohin die Strömung die Balken trieb, und siedelten sich dort an, "wo Thor an Land gegangen war."

Thor ruft man in allen Dingen an, bei denen man göttlichen Schutz braucht und selbst stark und durchsetzungsfähig sein muss, aber auch als Weihegott, wenn man Runen, Kultplätze, Menschen und Tiere, die Felder oder wichtige Handlungen weihen, d.h. mit göttlicher Kraft laden und vor schädlichen Einflüssen schützen will. Dazu macht man das Hammerzeichen, indem man ein auf dem Kopf stehendes T in die Luft oder über die Dinge zeichnet, die man weihen will. In dieser Form zeigt der Hammer, ebenso wie bei den Thorhämmern, die wir als Amulette und Erkennungszeichen tragen, als Ausdruck der friedlichen Absicht mit dem Eisen nach unten.

Diese Thorhämmer sind alte Schutzamulette, waren aber schon in der Wikingerzeit, als Gegensymbol zum Christenkreuz, das Erkennungszeichen der Heiden und somit ein Symbol bewussten Heidentums.


Mjöllnir spielt in allen Geschichten rund um Thor eine Rolle:

In Utgard
Der Kampf mit Hrungnir
Die Fahrt nach Geirrödargard
Die Heimholung des Hammers