Nahanarvaler - Stamm

Nahanarvaler ist ein von TACITUS zu den Sueben gerechneter germanischer Stamm, der östlich der Sudeten siedelte.

TACITUS berichtet von ihrer Religion: „Bei den Nahanarvalern zeigt man einen Hain mit einem uralten Kult. Vorsteher ist ein Priester in weiblicher Tracht; die Götter aber sind, wie man berichtet, nach römischer Ausdeutung Castor und Pollux; diesen entspricht ihr Wesen und Walten, ihr Mame ist „Alken”. Es gibt keine Bilder von ihnen, auch keine Spur eines fremden Ursprungs dieses Glaubens; immerhin verehrt man sie (wie Castor und Pollux) als Jünglinge.” (Germania, 43)

In den Anmerkungen der zitierten Tacitus-Ausgabe heißt es, der erwähnte Hain könnte der Zobtenberg in Schlesien sein; die Alken deutet man als Elche, denn diese galten vor Einführung des Pferdes als Zugtiere des Sonnenwagens (vgl. Sunna). Ihre Geweihe symbolisierten die Strahlen der Sonne und weitere Deutungen vermenschlichte sie zu jenen Alken und Lenkern des Elchgespanns (ebd., Anm. 43).