Nibelungen - Volk

Nibelungen (von „Nebel”) ist ein dämonisches oder albisches Volk von Zwergen und Riesen unter Führung Alberichs. Von ihnen erwarb Siegfried den „Hort Nibelunges”. Als dieser Schatz von den Burgundern errungen wird, geht auf dieses Volk der Name Nibelungen über, der Hort wird „Hort der Nibelungen” genannt.

Der Hort ist mit Krimhild die Klammer, der die beiden Teile des Nibelungenliedes bildet.

Ursprünglicher Herrscher war König Nibelung. Nach dessen Tod wollten Schilbung und Nibelung seinen Hort unter sich aufteilen. Das mißlang, auch dem Helden Siegfried gelang die Teilung nicht, doch hatte der für diesen Versuch das Schwert Nibelungs, Balmung erhalten. Mit dem riß er den „Hort Nibelunges” an sich und tötete Schilbung und Nibelung.

Als deren Untertan Alberich sie rächen wollte, erfuhr auch er die Kraft Siegfrieds und mußte ihm seine Tarnkappe, die ihn Unsichtbarkeit verlieh, überlassen. Fortan waren die Nibelungen Siegfrieds Lehnsmannen.

Als Siegfried später getötet wurde und der „Hort der Nibelungen” über Kriemhild, die Witwe Siegfrieds, auf die in der Gegend von Worms siedelnden Burgunder überging, übernahmen diese den Namen Nibelungen (so im Nibelungenlied).


Niflungen der Thidrekssaga


Der Namenswechsel Burgunder - Niflungen (oder Nyfflinge), überhaupt das Volk der Burgunder fehlt der Thidrekssaga, der Lebensbeschreibung des Didrik von Bern, die in skandinavischen und isländischen Handschriften überkommen ist.

Die Burg der Niflungen, Vernica (auch Wermintza, Verminna und ähnlich) soll in Virnich (im Dreieck Enzen-Mechernich-Zülpich) gelegen sein. Nahebei ist ein Wasserlauf namens Neffelbach, was zum Namen Niflungen paßt, hier verliefen alte Römerstraßen nach Köln, Trier, Reims und Neuß, so daß die geographische Lage günstig gewesen sein dürfte. Ausgrabungen in Enzen förderten frühgeschichtliche Funde zu Tage („Königsgrab zu Enzen”), in der Gegend kursier(t)en Schatzsagen. Auch die Entfernungen stimmen mit den Angaben in der Thidrekssaga überein, ebenso die Nachbarschaft des Dietrich von Bern („Bern”, Verona soll Bonn sein) sowie das Vorhandensein der hl. Gertrud von Nivelles, auch Nivelles soll nach dem Neffelbach heißen, so daß Heinz Ritter-Schaumburg zu der (umstrittenen) Ansicht kam, die Niflungen hätten hier im Zülpichgau ihre Wohnstatt gehabt und seien „die von der Neffel” (Ritter-Schaumburg 1992, S. 77ff.).