Nibelungenlied - 1. - 10. Abenteuer

 

Kurze Übersicht über die 39 Abenteuer des Nibelungenliedes nach der Übersetzung von Karl Simrock von 1837
(Lit.: Simrock, Das Nibelungenlied):


1. bis 10. Abenteuer 11. bis 19. Abenteuer 20. bis 29. Abenteuer 30. bis 39. Abenteuer
Personen - Das Nibelungenlied


1. Abenteuer - Wie Kriemhilden träumte

Die wunderschöne Krimhild, Tochter der Königin der Burgunder Ute und ihres Gatten Dankrat, wächst am Hof ihrer drei Brüder Gunther, Gernot und Giselher in Worms am Rhein auf. Als Ute ihrer Tochter Kriemhild einen Traum deutet, der ihr entdeckt, daß die einen Mann freien wird, der vorzeitig sterben soll, beschließt Kriemhild, unverheiratet zu bleiben.


2. Abenteuer - Von Siegfrieden

In Santen (Xanten), Niederlanden, wächst Siegfried, der Sohn Siegmunds und Siegelinds auf. Er entwickelt sich zu einem kühnen Degen, den sein Vater zur Sonnenwende zum Ritter schlägt. Anläßlich dieses siebentägigen Hofgelages verteilt Siegelind nach hergebrachter Sitte rotes Gold, daß das ganze Land davon reich wird.



3. Abenteuer - Wie Siegfried nach Worms kam

Siegfried hört von der schönen Kriemhild und beschließt, um sie zu werben. Trotz ihrer Bedenken willigen seine Eltern ein und Siefried begibt sich in Begleitung von zwölf Gefährten nach Worms zu König Gunthers Hof, wo Hagen von Tronje seinen König über Siegfrieds Heldentaten aufklärt, der den Hort Nibelungs von den Nibelungen, die Tarnkappe von Alberich und die unverletzliche Haut vom Blut des Lindwurms erhielt.
Trotz der ausdrücklich friedlichen Absicht bricht Siegfried gleich bei der ersten Begegnung mit Gunther, dessen Lehnsmann Hagen von Tronje und weiteren Helden der Burgunder etwas unvermutet einen Streit los, indem er sich als rechtmäßigen Herrn Burgunds bezeichnet. Insbesondere Hagen mißfällt dieser Auftritt, fast kommt es zum Kampf, doch Geiselher, jüngster Bruder Gunters, beschwichtigt und lädt Siegfried und die Seinen auf die Burg ein, wo Siegfried nun für ein ganzes Jahr leben wird.



4. Abenteuer - Wie Siegfried mit den Sachsen stritt

Der Sachsenkönig Lüdeger und der Dänenkönig Lüdegast drohen Gunther mit Krieg, ihre Boten sprechen von berechtigtem Haß ihrer Herren auf den Burgunderkönig. Hagen rät, Siegfried um Hilfe zu bitten, der auch sofort zusagt.
Mit tausend Mann und den zwölf Gesellen Siegfrieds, darunter Hagen, Gernot, Dankwart, Hunold, Ortwein, Rumold, Sindold und Volker, brechen sie gegen die Sachsen auf und schlagen Lüdegers Heer, den Sachsenkönig selbst nimmt Siegfried persönlich gefangen.
Ebenso ergeht es Lüdegast, der auch vom Helden gefangen wird. Dem selbst geschieht nichts, frohgemut zieht er in den Kampf, wissend, daß ihm bis zum Abend nichts geschehen kann.
Glücklich erfährt Kriemhild durch einen Boten, daß die Sache gut ausgegangen ist. Die Truppen kehren nach Worms zurück, Verwundete werden versorgt, die Gefangenen als Gäste unterbracht. Gunther gibt den Seinen Urlaub und lädt sie über sechs Wochen zum Hofgelage ein.



5. Abenteuer - Wie Siegfried Kriemhilden zuerst ersah

Man beginnt mit den Vorbereitungen des Hofgelages und allmählich gesunden die Kranken, das ganze Land ist gesegnet, als am Pfingstmorgen das Fest beginnt. Besonders prächtig ist Krimhilde gekleidet, sie begrüßen zu dürfen wird die Ehre Siegfrieds als Dank für den Sieg. Beide sehen sich nun über zwölf Tage täglich.
Ortwein und Hagen wirken manches Wunder, daß auch die Gefangenen gesunden. Siegfried rät Gunther, sie ohne weitere Forderungen ziehen zu lassen, wenn sie dafür Frieden versprechen. So geschieht es und man reist ab. Auch Siegfried faßt halbherzig den Entschluß zur Abreise, läßt sich aber von Giselher gern zum bleiben überreden.



6. Abenteuer - Wie Gunther um Brunhild gen Island fuhr

Gunther erfährt von der gewaltigen Jungfrau Brunhild, die nur den stärksten Helden zu minnen gelobt hat, der sie im Speerwurf, Steinstoß und Sprung überwindet. Diese sucht der König für sich zu gewinnen und findet in Siegfried einen Helfer bei diesem Wagnis, trotzdem der ihm abrät. Denn der soll als Gegenleistung die begehrte Krimhild zur Frau gewinnen.
Mit nur vier, dafür um so prächtiger gekleideten, Helden brechen sie auf, Siegfried, der die Tarnkappe mit sich führt, Gunther, Hagen und Dankwart.
Nicht Ute, wie Gunther vorschlägt, sondern auf Anraten Hagens Krimhilde fertigt ihnen mit 30 Helferinnen nun binnen sieben Wochen die herrlichsten Kleider, die sie bei Brunhilde tragen werden.
Auf dem Rhein schifft man sich ein und erreicht nach zwölf Tagen des Ruderns und Segelns Island und Brunhildes Feste Isenstein, wo die begehrte ihnen schon entgegensieht.



7. Abenteuer - Wie Gunther Brunhilden gewann

Als das Schiff unter den Mauern Isensteins vorbeigleitet, erkennt er sofort die Frau seines Begehrens.
Eine Gruppe schöner Frauen geht ihnen zum Gruße entgegen. Siegfried, der Gunthers Vasallen mimt, zieht das Schiff an Land und die Helden entsteigen ihrem Gefährt, voran Gunther, dann Hagen und Dankwart, beide ganz in Schwarz gewandet. Sie betreten den befriedeten Bezirk (das Tragen von Waffen ist ihnen innerhalb Brunhildens Saal verwahrt) und Brunhilde begrüßt als erstes Siegfried. Der bedeutet ihr, Gunther sei der Herr, dem diese Ehre gebühre.
Schnell kommt man zur Prüfung und Siegfried legt heimlich die Tarnkappe an. Dank dieser List gelingt es, wider Erwarten Hagens und Dankwarts, Brunhilde zu überwinden.
Brunhilde gibt sich geschlagen und schickt nach ihren Lehnsleuten, um von denen Abschied zu nehmen. Die vier Helden befürchten eine Gefahr und so macht Siegfried sich auf, von seinen Lehnsmannen, den Nibelungen, 1000 Krieger Verstärkung herbeizuholen.



8. Abenteuer - Wie Siegfried nach den Nibelungen fuhr

Ohne weitere Hilfe macht sich Siegfried mit dem Schiff auf den Weg ins Land der Nibelungen. Einen Riesen, der an der Pforte wacht, fesselt er, kommt zu Alberich und packt den an seinem Barte. Nach diesem Beweis gibt Siegfried sich zu erkennen und 1000 der besten Ritter machen sich, reich gewandet, da Geld im Land des Hortes keine Rolle spielt, auf nach Island.
Angesichts dieser Pracht und Macht trifft Brunhilde Vorbereitungen zur Abreise. Sie verspricht demjenigen dauernde Gunst, der ihren Schatz zu teilen versteht. Das Amt übernimmt Dankwart, der ihr Gold mit vollen Händen verteilt, daß Brunhilde des Guten zuviel wird. Hagen beruhigt sie, ihr Zukünftiger genügend Reichtum habe, doch sie läßt sich zwanzig Wagen voll Kostbarkeiten sichern und mitnehmen. Dazu begleitet sie reiches Gefolge und so tritt man die Reise nach Worms an.



9. Abenteuer - Wie Siegfried nach Worms gesandt wird

Am zehnten Tag der Rückreise schlägt Hagen vor, Siegfried vorauszuschicken, um die erfreulichen Nachrichten in Worms zu verkünden. Widerstrebend, doch sich auf Krimhild freuend macht sich Siegfried auf den Weg.
In Worms verkündet er den Ausgang des Unternehmens und man bereitet die Hochzeit vor.



10. Abenteuer - Wie Gunther mit Brunhild Hochzeit hielt

Glücklich erreicht man Worms, wo alsbald die Hochzeit gefeiert wird, reich an Zier und Kampfspiel. Besonders Krimhild und Brunhilde, deren erste Begegnung durchaus freundlich ist, werden gerühmt. Fröhlich endet der Tag für Frau und Mann.
Am nächsten Tag findet das Mahl statt und Gunther gibt seinen Segen für die Verbindung von Krimhild und Siegfried. Beim Hochzeitsmahl beginnt Brunhild unvermittelt an zu weinen, sie sagt, weil sie Krimhild betrauere, die eine nicht standesgemäßen Hochzeit eingehen würde - sie hält Siegfried nach wie vor für einen Lehnsmann Gunthers.
Als das Mahl endet und die Brautleute zu Bette gehegangen sind, beantwortet Brunhild die Annäherungsversuche Gunthers damit, daß sie ihn fesselt und an einen Nagel an der Wand hängt. Das beklagt er am nächsten Tag Siegfried, der in der folgenden Nacht mit Hilfe der Tarnkappe die Brunhild niederringt, indem er ihr Gürtel und Ring nimmt. Von da an war Brunhild bereitwillig Gunthers Gattin.