Nibelungenlied - 20. - 29. Abenteuer

Kurze Übersicht über die 39 Abenteuer des Nibelungenliedes nach der Übersetzung von Karl Simrock von 1837
(Lit.: Simrock, Das Nibelungenlied)
Abrufbar sind knappe Inhaltsangaben zu den Abenteuern 1 - 19 des ersten Teils vom Traum Kriemhilds bis zu ihrem Rückzug ins Kloster nach dem Tod Siegfrieds und dem Übergang des Hortes an dessen Mörder.
Der zweite Teil mit den Abenteuern 20 - 39 beschreibt den Besuch der Burgunder am Hofe Etzels, wo alle Helden mit Kriemhild den Tod finden.


1. bis 10. Abenteuer 11. bis 19. Abenteuer 20. bis 29. Abenteuer 30. bis 39. Abenteuer
Personen - Das Nibelungenlied


20. Abenteuer - Wie König Etzel um Kriemhilden sandte

Als dem mächtigen Hunnenkönig Etzel die geliebte Frau Helke gestorben war, rät man ihm, um Kriemhilde, die Witwe Siegfrieds zu werben. Rüdiger von Bechelaren wird als Bote an den Hof Gunthers gesandt.
Nach freundlicher Aufnahme berät sich Gunthers Hof. Hagen von Tronje ist strikt dagegen, er befürchtet Unheil, wenn sich Kriemhild, der er soviel Leid getan hat, dem mächtigen Etzel verbindet. Doch hält ihm Geiselher diese Untaten vor und entscheidet die Auseinandersetzung für Kriemhilde. Zu der, die unterdessen in ein Kloster gezogen war, wird nun Gere geschickt, damit sie selbst sich entscheide, Gernot und Geiselher raten ihr zu.
Erst Rüdiger, der ihr voll offener Freundlichkeit die Krone Helkens und dazu seine Gefolgschaft bietet, stimmt die noch immer um Siegfried trauernde Kriemhild für Etzel.
In Begleitung ihres treuen Dieners Eckewart aber ohne ihren Goldschatz zieht Kriemhild zu den Hunnen. Das Gold hatte ihr Hagen vorenthalten, aus Angst, sie könne damit Truppen gegen ihn gewinnen. Geleit geben ihr Geiselher, Gernot, Gere, Ortwein, Rumold und Volker.



21. Abenteuer - Wie Kriemhild zu den Heunen fuhr

An der Donau nehmen Geiselher, Volker und die Burgunden minniglichen Abschied. Kriemhild darf hoffen, mit ihrem weiblichen Gefolge reichlich eigenes Volk zu gewinnen.
In Passau empfängt sie ihr Oheim Pilgerin, der dort die Bischofswürde hat, aber es geht ohne Übernachtung weiter nach Bechelaren, wo sie Rüdiger und Gotelinde glücklich empfangen. Zur Begrüßung küßt Kriemhild die Gotelinde auf den Mund und ein fröhlicher Aufenthalt beginnt.
Es geht weiter an die Grenze zu Etzels Reich. Zu Traisenmauer, der ehemaligen Burg Helkes, hält man dreitägige Rast.



22. Abenteuer - Wie Kriemhild bei den Heunen empfangen ward

In Tulna wird Kriemhild von der bunten Völkerschar unter Etzels Herrschaft empfangen. Der Walachenherzog Ramung begrüßt sie, Fürst Giedecke, Hornbog den Schnellen, Hawart von Dänemark mit Iring und Irnfried von Thüringen, dazu Blödel, der Bruder Etzels und schließlich Etzel selbst und mit ihm Dietrich von Bern.
Rüdiger übernimmt die Vorstellung und rät Kriemhild, wen sie besonders grüßen solle. Mit einem Kuß erwählt sie zwölf, darunter Blödel, Giebecke und Dietrich.
Es beginnen die üblichen Kampfspiele, ehe man nach Wien aufbricht um dort zu Pfingsten Hochzeit zu halten und ein siebzehntägiges Fest gefeiert wird.
Danach reist man über Heimburg und Misenburg nach Etzelnburg, wo Kriemhild froh aufgenommen wird.



23. Abenteuer - Wie Kriemhild ihr Leid zu rächen gedachte

Einige Jahre ruhigen Ehelebens sind vergangen, das Land gedeiht unter ihrer Königin Kriemhild. Im siebten Jahr schenkt sie Etzel einen Sohn, der Ortlieb genannt wird. Weitere Jahre der Fülle vergehen, bis sich im dreizehnten Jahr die Dinge ändern. Kriemhild sucht Rache an den Meuchlern ihres ersten Mannes. Auf ihren Vorschlag hin sendet Etzel seine beiden Fiedelspieler Werbel und Schwemmel nach Burgund, die Könige dort zur Sommersonnenwende zum Hofgelage an Etzels Hof einzuladen. Kriemhild schärft Werbel besonders ein dafür zu sorgen, daß Hagen von Tronje mit unter den Gästen wäre.



24. Abenteuer - Wie Werbel und Schwemmel die Botschaften brachten

Die Fiedler Werbel und Schwemmel reisen als Boten Etzels an den Rhein. Unterwegs rasten sie bei Rüdiger von Bechelaren, der ihnen Grüße an die Burgunder mitgibt. Weiter geht es nach Bayern, wo in Passau Bischof Pilgerin Gastfreundschaft gewährt und schließlich erreichen sie Worms, wo sie freundlich empfangen werden.
Gunther bedingt sich eine Woche aus, die Annahme der Einladung zu bedenken. Auch Mutter Ute empfängt die Spielmänner und freut sich über Nachricht von ihrer Tochter, die ihren Untertanen Glück und Reichtum beschert.
Gunther bespricht sich mit seinen Leuten, einzig Hagen rät ihm entschieden ab, wird dafür aber von Geiselher der Feigheit bezichtigt, weshalb Hagen nun reisen und seinem Mut beweisen will. Rumold, der Küchenmeister Gunthers, stellt sowohl die Gefahren der Reise heraus, wie er ihnen die Annehmlichkeiten des eigenen Haushaltes preist. Gernot schlägt vor, jeder müsse selbst entscheiden. Als Rumold und Ortlieb verkünden, daheim bleiben zu wollen und sich ihm mancher anschließt, zürnt Gunther und ruft zum Aufbruch. Auf Anraten Hagens wird ein Heer gerüstet, er selbst stellt 80 Recken, darunter der Spielmann Volker. Die Boten Etzels beobachten das mit Unruhe, man läßt sie jedoch vorerst nicht ziehen.
Endlich teilt Gunther ihnen mit, daß man reisen wolle und erfährt, zur Sonnenwende solle das Hofgelage beginnen. Nun dürfen Werbel und Schwemmel auch Brunhild ihre Aufwartung machen, doch hält Volker sie davon ab. Statt Brunhildes bietet Gunther den Boten Geschenke an, die sie aber nur widerstrebend annehmen. Beim Abschied von Ute nehmen sie deren Geschenke hingegen gern, die um Kriemhildes willen verteilt werden.
Mit sicherem Geleit treten Werbel und Schwemmel die Heimreise an. Kriemhild ist entzückt, daß die Stunde der Rache naht, Etzel freut sich auf den hohen Besuch. Kriemhild interessiert besonders, ob Hagen kommt, ihn zu empfangen freue sie sich besonders, auf Volker hingegen könne sie verzichten.



25. Abenteuer - Wie die Könige zu den Hunnen fuhren

Mit reichem Gepränge brechen die Burgunder zu Etzels Hof auf, 1060 Ritter mit 9000 Knechten. Wieder ist es ein Traum, diesmal von der Ute, der sie - vergeblich - warnt (vgl. 1. Abenteuer und 16. Abenteuer).
Weil Gernot ihn an das Vergangene erinnert, tritt auch Hagen die Reise an. Jenseits des Rheins nimmt man Abschied. Rumold wird zum Regenten ernannt, solange Gunther fort ist, der seinerseits auf immer Abschied von der Königin nimmt.
Unterwegs übernimmt der reisekundige Hagen die Führung, seinem Bruder Dankwart untersteht der Tross. An der Donau hindert zunächst eine Flut am Weiterkommen. Als Hagen nach einem Fährmann sucht, überrascht er zwei Meerweiber. Weil es ihm gelingt, den beiden die Kleider zu nehmen, weissagt die eine ihm eine ehrhafte Reise. Hagen gibt die Kleider zurück und nun warnt die zweite, alle Reisenden würden auf der Fahrt ihr Leben verlieren, nur ein einziger Pfaffe würde überleben. Hagen erhält noch Rat, wie er einen Fährmann fände und wie sie durch das Land Elses kämen, dann verschwinden die Meerweiber.
Hagen muß den Fährmann überwinden, da der seine Hilfe verweigert. Er erschlägt ihn und steuert das Boot selbst zum Lager der Burgunder, fast ertrinkt er bei der Unternehmung. Als man ihn nach dem Verbleib des Fährmanns fragt, lügt Hagen. Man setzt über den Strom. Als eine Fuhre auch den Kaplan enthält, packt Hagen den Pfaffen und wirft den Nichtschwimmer über Bord. Der erreicht mit knappster Not lebendig das Ufer wieder und Hagen weiß, daß die Meerweiber recht sprachen. Als alle anderen das jenseitige Ufer erreicht haben, zerschlägt Hagen, für die übrigen unverständlich, das Schiff.



26. Abenteuer - Wie Dankwart Gelfraten erschlug

Angekommen in Bayern, dem Lande Elses, erklärt Hagen den Gefährten sein Tun, daß sie alle dem Tode geweiht seien und daß sie Elses Feindschaft zu erwarten hätten, weil er Elses Fährmann ermordete. So zieht man gerüstet weiter, sie führt der Fiedler Volker, der das Land kennt.
Als Markgraf Gelfrat, ein Mann Elses, sie angreift, bilden Hagen und Dankwart die Nachhut. Gelfrat klagt sie des Mordes an seinem Fergen (Fährmann) an, zu dem sich Hagen bekennt und Sühne anbietet. Gelfrat und Hagen streiten nun, dazu Dankwart und Else. Gelfrat droht Hagen fast zu erschlagen, doch ruft der den Dankwart zu Hilfe, der Gelfrat eine tödliche Wunde versetzt. Nun zieht Else geschlagen ab. Ihnen nachjagend tötet Hagen noch so manchen der fliehenden.
Da sie nach den Feindseligkeiten keine Herberge finden, müssen sie im Freien übernachten. Besser untergebracht sind sie auf ihrer nächsten Station, Passau, wo der Onkel Gunthers, Bischof Pilgerin, sie fürstlich empfängt. Weiter geht es in das Land Rüdigers. Hier ertappt Hagen den schlafenden Wächter Eckewart. Weil er sich ihm großmütig erweist gewinnt er Eckewart, obwohl der Untertan Kriemhilds ist, zum Boten und wird von Rüdiger freundlich erwartet, der die Nachricht gleich seiner Frau Gotlinde mitteilt.



27. Abenteuer - Wie sie nach Bechlaren kamen

Rüdiger teilt als erstes seiner Frau Gotlinde und seiner Tochter die Nachricht vom bevorstehenden Besuch ab. Derer Brüder, Gunther, Gernot und Geiselher, sollten sie besonders begrüßen, dazu Hagen, Dankwart und Volker. Diese sechs sollten die Frauen küssen und mit höfischen Sitten bewirten.
Es gibt fröhlichen Empfang, es kommt sogar zu einer Verlobung, als gegen ständische Bedenken Geiselher und die Tochter Rüdigers einander versprochen werden. Rüdiger, der nicht sehr reich ist, gibt Gunther sein Streitgewand und Gernot gute Waffnung, dem Hagen schenkt die Markgräfin das Schild ihres Sohnes Nudungs, um den sie trauert, seit der von Wittich erschlagen wurde.
So beschenkt zieht man weiter zu Etzel, Rüdiger begleitet sie. Kriemhild harrt ihrer schon in Erwartung der Rache.



28. Abenteuer - Wie Kriemhild Hagen empfing

Die Burgunder warnt Dietrich von Bern, der ihnen mitteilt, wie sehr Kriemhild noch immer um Siegfried trauere. Besonders der Mörder Hagen wird von den Hunnen mit Spannung erwartet. Die Recken reiten entschlossen in Etzels Burg, wo Kriemhild den Geiselher, den jüngsten, küßt, sehr zum Mißfallen Hagens.
Zwischen Kriemhild und ihm zeigt sich der offene Haß. Hagen hat weder den Nibelungenhort dabei, noch will er die Waffen ablegen. Dietrich entdeckt der Königin, daß er die Gäste gewarnt habe.
Etzel hingegen erinnert sich gern Hagens, der an Etzels Hof aufwuchs, nachdem sein Vater Aldrian Untertan des Hunnen geworden war.



29. Abenteuer - Wie Hagen und Volker vor Kriemhildens Saal saßen

Dreist setzt sich Hagen mit Volker vor Kriemhilds Palast, Volker wird von Hagen zur Gefolgschaft gewonnen. Das beobachtet Kriemhild, die bei dem Anblick in Trauer fällt. Ihre Hunnen erfahren den Grund und wollen, es sind sechzig, ihre Königin rächen, doch rät die ab, mit so schwachen Kräften gegen die Helden vorzugehen, besonders vor Volker warnt sie.
Nun rüsten sich vierhundert Hunnen und Kriemhild geht zu Gunthers Mannen. Als sie sich nähert, bleibt Hagen sitzen, auf sein Betreiben verweigert auch Volker die Ehre. Stattdessen legt Hagen das Schwert Balmungs auf seinen Schoß, das er Siegfried genommen hatte. Ihm tut Volker nach, der seinen messerscharfen Fiedelbogen zückt.
Kriemhild hält laut dem Hagen seine Taten vor. Der aber bekennt freimütig seine Tat und fordert, es möge doch kommen, wer immer ihn töten wolle. Das hören die Hunnen, die sich auch der Taten des jungen Hagen erinnern, als der in der Jugend bei ihnen aufwuchs. Einer nach dem anderen rückt von Kriemhild ab und die steht gedemütigt ohne Gefolgschaft da.
Erfreulicher verläuft die Begrüßung durch Etzel, der sie alle zum Mahl in seinem prächtigen Saal begrüßt.