Nibelungenlied - 30. - 39. Abenteuer

 

Kurze Übersicht über die 39 Abenteuer des Nibelungenliedes nach der Übersetzung von Karl Simrock von 1837
(Lit.: Simrock, Das Nibelungenlied)
Abrufbar sind knappe Inhaltsangaben zu den Abenteuern 1 - 19 des ersten Teils vom Traum Kriemhilds bis zu ihrem Rückzug ins Kloster nach dem Tod Siegfrieds und dem Übergang des Hortes an dessen Mörder.
Der zweite Teil mit den Abenteuern 20 - 39 beschreibt den Besuch der Burgunder am Hofe Etzels, wo alle Helden mit Kriemhild den Tod finden.


1. bis 10. Abenteuer 11. bis 19. Abenteuer 20. bis 29. Abenteuer 30. bis 39. Abenteuer
Personen - Das Nibelungenlied


30. Abenteuer - Wie Hagen und Volker Schildwacht standen

Als das Begrüßungsfest endet entläßt Etzel frohgemut seine Besucher zur Ruhe. Volker bedroht beim Weg zum Schlafsaal die Hunnen, doch sonst friedlich erreicht man das wohlbereitete Nachtgemach. Die Helden fürchten einen Überfall, doch fidelt sie Volker in den Schlaf und er hält mit Hagen Wache.
Tatsächlich hatten sich die Hunnen angeschlichen. Als die aber bemerken, daß Wachen das Lager behüten, sehen sie vom Angriff ab.



31. Abenteuer - Wie die Herren zur Kirche gingen

Am nächsten Morgen treibt es die christlichen Lehnsmannen Gunthers in die Kirche. Hagen rät ihnen, statt festlicher Kleider Rüstung anzulegen und so begibt man sich gewaffnet zum Gottesdienst. Die Hunnen sind erstaunt über den kampfbereiten Auftritt der Gäste, die jedoch beruhigen sie und sagen, es sei bei ihnen Sitte, zu Hofgelagen drei volle Tage Rüstung zu tragen.
Halbwegs fröhlich beginnen Kampfspiele, bei denen Volker einen der Hunnen ersticht. Nur mit Mühe wird ernsthafter Kampf vermieden, doch entbrennt der Streit, als Kriemhild beim abendlichen Mahl offen um Beistand bittet. Der aber pocht auf Blutstreue und verweigert den Kampf gegen die Burgunder. Dagegen bietet Etzels Bruder Blödelin an, ihr gegen die Krone Nudungs mit Truppen beizustehen.
Kriemhild läßt ihren und Etzels Sohn zu sich an die Tafel kommen. Der Hunne verkündet stolz, dieser Ortlieb solle einst Herr über zwölf Königreiche sein. Er wünscht, daß die Burgunder ihn bei seiner Reise mit sich nähmen und vertraut ihnen den Jungen an, doch verspottet ihn Hagen dafür.



32. Abenteuer - Wie Blödel mit Dankwart in der Herberge stritt

Der von Kriemhild gewonnene Blödelin sucht mit seinen Truppen die Herberge bes burgundischen Trosses auf, wo er auf Dankwart trifft. Dankwart, der mit den Geschehnissen um Siegfrieds Tod nichts weiter zu tun hat, als daß er ein Mann der Burgunder/Nibelungen ist, erschlägt ihn und die Hunnen stürmen, alles niedermachend den Saal. Allein Dankwart gelingt es, sich zum Festsaal Etzels durchzukämpfen.



33. Abenteuer - Wie die Burgunden mit den Heunen stritten

Dankwart klagt bei Hofe das erlittene Ungemach und wird ob seiner Tapferkeit zum Kämmerer der Könige ernannt. Hagen erwidert die Feindseligkeiten, indem er Ortlieb, Etzels Sohn, enthauptet, der Kopf rollt Kriemhild in den Schoß. Weiter wütet Hagen, erschlägt erst Ortliebs Erzieher und dann trennt er Werbel, dem Fiedler Etzels die Spielhand ab. Hagen tobt weiter und hebt ein allgemeines Gemetzel unter Etzels Leuten an, Volker fiedelt dazu.
Vergebens suchen die drei Könige Gunther, Gernot und Geiselher zu schlichten, sie werden statt dessen in Kämpfe verwickelt, während Dankwart den Eingang sichert. Als der in Bedrängnis gerät, kommt ihn auf Weisung Hagens fidelnd der Volker zur Hilfe. Als so der Zauber das Tor fest geschlossen hat, wird Hagens Streiten noch wilder. Kriemhild empfiehlt sich der Sicherheit Dietrichs von Bern, der indes kaum Hoffnung weckt. Doch Gunther gewährt ihm mit Kriemhilde und Etzel freien Abzug, auch Rüdiger geht mit ihnen. Nur die Leute Etzels werden alle niedergemacht.



34. Abenteuer - Wie sie die Toten aus dem Saale warfen

Erschöpft setzen sich die Burgunder zur Ruhe, doch mahnt sie Geiselher, erst die Sitte zu beachten und die Toten aus dem Saal zu tragen. Man wirft sie aus dem Saal, darunter noch lebende. Volker spottet, daß die Hunnen sich feige fernhielten, statt sich um die verwundeten zu kümmern. Als das aber einer wagt, schießt ihn der Spielmann mit dem Bogen nieder.
Die Hunnen fluchen ihn, doch Volker schleudert einen Speer über ihre Köpfe. Vom Saal aus verhöhnt Hagen Etzel, Kriemhild und die ihnen dienen.



35. Abenteuer - Wie Iring erschlagen ward

Nun wagt Markgraf Iring von Dänemark den Streit und stürmt den Saal. Nicht allein Hagen rennt er an, auch Volker und die drei Könige Gunther, Gernot und Geiselher beharkt er, bis ihn Geiselher niederschlägt. Doch bleibt der unverletzt und rettet sich zum Ausgang, wo er ein zweites Mal auf Hagen trifft, dem er eine Wunde versetzt und glücklich zu den Seinen zurückkehrt.
Besonders dankbar ist ihm Kriemhild, daß ihr verhasster Hagen wenigstens verwundet ist. Gleich macht Iring sich auf, ein drittes Mal wider Hagen zu streiten, doch muß er dem schließlich erliegen.
Daraufhin bestürmen die Truppen Irings den Saal, unterstützt von den Verbündeten, Irnfried, dem König der Thüringer und Hawart, dem Lehnsherren Irings. Beide finden in dem Gemetzel den Tod, Irnfried durch Volker, Hawart durch Hagen. Nachdem Gemetzel herrscht Stille, nur das Blut der Geschlachteten hört man aus dem Saale tropfen.



36. Abenteuer - Wie die Königin den Saal verbrennen ließ

Erschöpft setzen sich die Burgunder auf den Erschlagenen nieder. Bis zum Abend folgen kleinere Angriffe. Eine letzte Rede Etzels schafft keinen Frieden, Kriemhild besteht auf Auslieferung Hagens. Da die Burgunder sich weigern läßt die Königin an allen vier Ecken anzünden.
Hagen rät in der Not, das Blut der Erschlagenen zu trinken. Tatsächlich kühlt das die Helden derart, sie finden gar Gefallen an dem Trank, daß sie die Feuersbrunst überstehen. Am nächsten Tag werden die Überlebenden weiter angegriffen.



37. Abenteuer - Wie Rüdiger erschlagen ward

Als Rüdiger hinzukommt ist er entsetzt über die Vorgänge. Ihn beschwört Kriemhild, gegen Hagen vorzugehen, Etzel schließt sich der Bitte an. Unglücklich reitet Rüdiger gegen seine Freunde, die seine Kriegserklärung kaum glauben wollen, ist Rüdiger doch allen gut gesinnt.
Vor der unumgänglichen Schlacht gibt er höflich dem Hagen seinen Schild. Erschüttert beobachten das die umstehenden, ehe man einander umbringt. Zuerst meidet man den Kampf gegen Rüdiger doch schließlich töten er und Gernot einander.



38. Abenteuer - Wie Dietrichens Recken alle erschlagen wurden

Dietrich von Bern erfährt vom Tod Rüdigers. er sendet Helferich, daß Unglück zu ergründen. Dietrich zieht mit Hildebrand, Wolfhart und seinen Amelungen zur Stätte des Unheils, wo sie die Herausgabe von Rüdigers Leichnam begehren. Heftige Rede zwischen Volker und Wolfhart läßt die letzte Schlacht entbrennen. Hildebrand erschlägt Volker, Helferich Dankwart, Wolfhart und Geiselher töten einander. Am Ende sind alle Burgunder und Amelungen tot, nur Gunther und Hagen auf der einen, Hildebrand auf der anderen Seite überleben, letzterer kann nur knapp dem Hagen entkommen und Dietrich melden. Der beklagt die Toten.
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39. Abenteuer - Wie Gunther, Hagen und Kriemhild erschlagen wurden

Dietrich von Bern waffnet sich und begibt sich zu Gunther und Hagen, der ihn trotzig erwartet. Dietrich fordert von ihnen, sich ihm als Geiseln anzuvertrauen, daß er sie zurück nach Worms geleite. Hagen weist das als Schmach zurück und wird im Zweikampf von Dietrich verwundet, gefesselt und zu Kriemhild geführt. Wie ihm ergeht es Gunther und beide Burgunder werden ins Gefängnis verbracht.
Kriemhild verlangt von Hagen, ihr das Versteck des Nibelungenhortes zu verraten. Der entgegnet, er habe geschworen, das Versteck niemanden zu verraten, solange seine Herren lebten. Daraufhin läßt Kriemhild ihren Bruder Gunther töten. Weil Hagen weiter schweigt, trennt sie ihm mit Balmung den Kopf ab. Das kann der alte Hildebrand, der selbst nur mit Not Hagens Schlägen entrann und dafür von dem verhöhnt wurde nicht dulden und er erschlägt Kriemhild.

„Hier hat die Mär ein Ende das ist das Nibelungenlied.”