Sachsen - Stamm

Sachsen (viell. von sahsnotas „Schwertgenossen”) ist ein westgermanischer bzw. deutscher Volksstamm.

Die Niedersachsen saßen ursprünglich nördlich der Elbe, von wo sie während des 3. und 4. Jahrhunderts nach Westen und Süden zogen, wo sie das Gebiet der Chauken und der Angrivarier eroberten. Sie breiteten sich über das ganze heutige Nordwestdeutschland aus, einzig Friesland blieb ausgespart. Weiter südlich gewannen sie sich auch die zuvor den Thüringern gehörenden Harzlande.

Die Sachsen, welche mit den Angeln und Jüten im 4./5. Jahrhundert nach Britannien übersetzten vermengten sich dort zu den Angelsachsen, dem Stamm der heutigen Engländer.

Der Stamm gliederte sich zur Zeit der größten Ausdehnung in Westfalen, Engern, Ostfalen und Nordalbingier (Holstein), die ein gemeinsames Stammesherzogtum endete. Unter Widukind unterlagen sie den Franken unter Karl (772-804, mal „der Große”, mal „der Sachsenschlächter” genannt). Sie mußten sich unterwerfen und zwangsweise das Christentum annehmen. Als dessen Karolingerreich zerfiel, kam es gegen Ende des 9. Jahrhunderts zur Bildung des sächsischen Stammesherzogtum der Liudolfinger, deren Haus zwischen 919-1024 den deutschen König stellten (Ottonen).

Wichtige Herrscher des sächsischen Stammesherzogtums waren Lothar von Supplingburg (1106 bis 1137) und der Welfe Heinrich der Löwen (1130-1180), mit dem zunächst die Kolonisation Ostdeutschlands erfolgreich verlief. Mit ihm endete die Herrschaft dieses Fürstenhauses und ging auf die Askanier über, die das Herzogtum in Lauenburg und Wittenberg teilten.

1423 wurde der Wettiner Friedrich der Streitbare, Markgraf von Meißen Kurherzog von Sachsen.

Die im 12. und 13. Jahrhundert nach Transsilvanien, während der Römerzeit das östliche Dacia, ausgewanderten Deutschen bezeichnet man nach dem deutschen Wort für jene Gegend Siebenbürger Sachsen. Andere als Sachsen bezeichnete Deutsche sind die seit dem 13. Jahrhundert in der Hohen Tatra/Slowakei siedelnden Zipser Sachsen.