Sissibe - Tochter des Nidung

Sissibe ist die Tochter des Könings Nidung aus Yspania (vielleicht Haspengau, Nordbelgien). Sie heiratete den König Sigmund und war mit ihm Mutter des Sigfrid. Ihr Bruder hieß Ortwangeris.

Die Thidrekssaga erzählt: Nur acht Tage nachdem Sissibe und Sigmund Hochzeit gefeiert hatten und in Sigmund Reich gezogen waren, erreichte den aus dem Osten die Nachricht, ein befreundeter Fürst bedürfe seiner Hilfe auf einem Zug gegen das Pullialand (vielleicht Polen). Sigmund ließ sich nicht lange bitten und brach mit seinem Heer auf, daheim sollten seine Mannen, die Grafen Hartwin und Herman, Ordnung halten.

Diese beiden waren aber ungetreue Gesellen, Hartwin verlangte von Sissibe, sie solle Sigmund verraten und seine Frau werden. Sie wies das Begehren zurück, doch sandte der Graf an Sigmund die Nachricht, Sissibe habe ihn mit einem Knecht betrogen. Sigmund ließ sich tatsächlich täuschen und ordnete an, Sissibe tief in den Suavawald zu führen, damit sie dort ihr Leben lasse.

In einem abgelegenen Tal kam Sissibe mit einem Knaben nieder, den sie in ein gläsernes Gefäß legte. Nun gerieten die Grafen, noch immer bei ihr, in Streit und stießen dabei gegen das Gefäß, das in einen Fluß rollte und abtrieb. Indes verstarb Sissibe, das Glasgefäß landete jedoch an einem Ufer an, zerbrach und gab den Knaben frei, den eine Hirschkuh fand und säugte. Das weitere Schicksal dieses später Sigfrid genannten Kindes ist unter Mime nachzulesen.

Im Nibelungenlied heißt die Mutter Siegfrieds Siegelind.