Skandinavien - Der Norden

Skandinavien ist der geografische Zusammenschluss der Länder Dänemark, Norwegen, Schweden und Finnland. Die Skandinavier, durch gemeinsame Traditionen und Geschichte in ihrer Lebenweise recht ähnlich, nennen dies alles einfach "Norden". Zum Norden gehören ebenfalls Island, Grönland und die Färöer (zu Dänemark), die Åland-Inseln (zu Finnland), Spitzbergen (zu Norwegen) und die Barentsregion (zu Russland).

Die Länder:

Dänemark (Färöer)
Oft wird Dänemark von deutschen Touristen nur als Durchreiseland gesehen oder als Heimat des unkomplizierten Ferienhausaufenthaltes. Aber das kleine große Land hat noch viel mehr an Attraktionen in Natur und Kultur zu bieten als nur gute Transfer-Routen und Mehrpersonen-Häuser an der Küste!

Grönland

 


Finnland

Das einzige skandinavische Land, dessen Sprache sich völlig von den anderen unterscheidet - über 20 Fälle machen Finnisch nicht gerade zu einer Fremdsprache, die man im Vorbeigehen lernt. Im Land der unzähligen Seen locken weniger die großen Sehenswürdigkeiten, als die großartige Natur.

Island
Die Insel aus Feuer und Eis wurde erst sehr spät von Norwegen aus besiedelt. 1944 erhielt Island seine Unabhängigkeit. Als Urlaubs-Abenteuerland gewinnt es immer mehr an Bedeutung. Vulkane, Geysire, Wasserfälle und Gletscher zählen zu den ganz großen Touristenattraktionen. (Mehr hier)

Norwegen
Norwegens Fjorde, das Nordkap, die vielen attraktiven Städte locken jährlich viele Tausend Touristen ins Land, die sich aber bei einer Austreckung von über 2000 Kilometern von Nord nach Süd angenehm übersichtlich verteilen. Große Massenansammlungen wird man hier lange suchen müssen.

Schweden
Die Heimat von Pippi Langstrumpf und ABBA bietet vielerlei Urlaubs- und Freizeitmöglichkeiten zu jeder Jahreszeit. Am schönsten ist es natürlich im Sommer, wenn die zahlreichen Strände und Küstenlinien zu Baden und Erholen einladen. Stockholm, die größte der skandinavischen Städte, ist auch eine Kurzreise weit.

Russische Barentsregion
Die nordwestrussischen Bezirke Murmansk und Archangelsk, die Republik Karelien und das autonome Gebiet der Nennez bilden zusammen mit den nördlichen Provinzen Skandinaviens die sogenannte Barentsregion

 

Sämtliche Infos aus den Ländern:

Wirtschaftsinfos

Nach ihrer Krise Anfang der 90er boomt die Wirtschaft Skandinaviens; der Motor der Entwicklung ist die Informationstechnologie. Aber auch natürliche Ressourcen wie Öl, Fisch und Holz tragen zum Erfolg des Nordens bei.

 

Alkohol

Alkoholische Getränke sind im Supermarkt erhältlich, auch Hochprozentiges, allerdings teuer.

Wein und hochprozentiger Alkohol sind nur in größeren Orten im staatlichen "Vinmonopol" erhältlich. Die Preise liegen deutlich über deutschem Niveau. Bier (Øl) und Leichtbier (Lettøl) bekommt man im Supermarkt. Fast alle Restaurants besitzen eine Schankge nehmigung.

Verkauf nur an Personen ab 20 J. und nur in staatl. Monopolgeschäften ("Systembolaget"). Leichtbier (Lättöl, Folkeöl) bekommt man im Lebensmittelhandel.

Staatl. "Alko-Läden" für Starkbier und Hochprozentiges. Alkoholfreies und Leichtbier gibt es in Supermärkten.

Verkauf in 18 Filialen der staatlichen Kette "Átur", allerdings teuer. Alkoholfreies Bier im Supermarkt.

 

Diebstahl / Sicherheit

Die Kriminalitätsrate liegt in Skandinavien auch in den Städten unter der mitteleuropäischer Länder. Die Zeiten der offenen Haustüren und steckengelassenen Autoschlüssel sind aber leider auch in Skandinavien vorbei. Lassen Sie vollgepackte Autos, Koffer und Rucksäcke auch tagsüber nicht unbewacht stehen - Gelegenheit macht Diebe. Für alleinreisende Frauen ist Skandinavien nach wie vor eine der sichersten Regionen Europas - vom Fahren per Anhalter sei dennoch abgeraten.


Einkaufstips / Souvenirs

Kunsthandwerk, Porzellan (Bing & Grøndal, Royal Copenhagen), Keramik, Bernstein, Wolle, Kerzen, Glas, Silber, Antiquitäten und Lebensmittel.

Kunsthandwerk, Strickwaren (Norwegerpullover und -jacken, Handschuhe), Zinn-, Silber- und Emaillearbeiten, Keramik, Glas, Porzellan, Lederwaren, samische Messer, Rentierfelle, Sportbekleidung, Trekkingzubehör, Multebeermarmelade (Moltebærsyltetøy), brauner Ziegenkäse, Rentier-/Elchsalami, Fisch.

Kunsthandwerk, Strickwaren, Sport- und Trekkingzubehör, Zinn-, Silber und Emaillearbeiten, Keramik, Glas, Leder, Fisch (Lachs), Polkagrisar (Zuckerstange).

Glas, Schmuck, Keramik, Kunsthandwerk, Möbel, Mode, Pelze, Sportbekleidung.

Wollstrickwaren aus charakteristisch gekämmter Islandwolle, Keramik, Glaswaren, Silberwaren, Fischspezialitäten.

 

Elektrizität

In allen fünf Ländern gilt 220 Volt Wechselstrom.


Essen und Trinken

In Skandinavien ist Selbstbedienung viel üblicher als in Mitteleuropa. So holt oder bestellt man in Cafés, Raststätten und einfachen Restaurants sein Essen oft selber an der Theke und bezahlt es auch gleich. Pauschalangebote wie ein warmes Mittagessen mit Kaffee oder Kaffee und Kuchen sind oft sehr günstig. Manchmal gibt es beim Kaffee "påfyll", d.h. man kann sich kostenlos oder zu einem reduzierten Preis die Tasse ein zweites Mal füllen - fragen lohnt sich.


Das Frühstück heißt "Morgenmad". Das übliche kontinentale Frühstück besteht aus Aufschnitt und leckerem Wienerbrød. Mittagessen heißt "Frokost" und besteht häufig aus Smørrebrød, d.h. Butterbrot mit viel Belag. Empfehlenswert: Roastbeef mit Remoulade, Leberpastete mit Pilzen und Bacon, Dyrlægens natmad ("Nachtimbiß des Tierarztes"), geräucherter Bornholmer Hering. Zum Mittag kann man eine "Kroplatte" bestellen: Heringe, warmes Fischfilet, Fleischbällchen, Wurst und Leberpastete. Das Abendessen (18-20 Uhr), "Middag", ist die Hauptmahlzeit. Klopse oder Bouletten vom Schwein oder Kalb. Dansk bøf ist eine Rinderfrikadelle mit Zwiebel und Spiegelei. Gebratene Scholle, gekochter Dorsch oder gebratener Aal. Bier ist beliebt (Tuborg, Carlsberg oder Faxe), außerdem Aalborg Aquavit.


Das Frühstück heißt "Frokost" und wird in vielen Hotels, Jugendherbergen und Cafés in Form eines großen Buffets angeboten (Kaffee, Tee, Saft, Brot, Käse, Aufschnitt, Marmelade, Cornflakes, Müsli, Eier usw.). Einige norwegische Spezialitäten sind: Rømmegrøt (Rahmgrütze mit Zimt und Zucker), Rakørret (eingelegte Lachsforelle mit Rührei), Pinnekjøtt (gedünstete Lammrippchen). Fischgerichte, Stockfisch. Der typische braune Ziegenkäse schmeckt süßlich und ist nicht jedermanns Sache. Sonntags kein Ausschank von Spirituosen. "Middag" ist eine warme Mahlzeit, die oft zu einem günstigen Pauschalpreis in vielen Cafés (v.a. auch in solchen, die zu einem Supermarkt gehören) angeboten wird.


Einige Spezialitäten: eingelegter Hering, Janssons frestelse (Anschovis, Zwiebeln, Kartoffeln und Sahne im Backofen gegart), gebratener Hering mit Kartoffelpüree. "Surströmming" - gesalzener und gegorener Ostseehering. Gravad Lachs mit Senf-Dill-Sauce. Rentierfleisch. Berühmt ist das schwedische "Smørgåsbord", ein Buffet mit warmen und kalten Speisen. "Middag" in Raststätten und Cafés. Nutzen Sie "Lunch"-Angebote zur Mittagszeit.


Savustettu siika (geräucherte Renke mit Rührei), Kalakukko (Roggenbrot mit eingebackenen Stücken Fisch und Speck), Karjalan piirakka (Piroggen mit Butter und Ei). Karjalan paisti (karelischer Hackbraten). Rentierzunge, Rentiersteak, Rentierherz. Russische Spezialitäten wie Borschtsch, Schaschlik, Smetana (saure Sahne). Krebse (Rapu). Multebeeren oder Moosbeeren zum Nachtisch. Diverse Waldbeerenliköre. Finnischer Sekt aus weißen Johannis- und Stachelbeeren (Kavaljeeri, Elysée). Preisgünstige Selbstbedienungsrestaurants "baari" od. "kahvila" (günstige Mahlzeiten, nur Leichtbier). Oft Buffet mit warmen und kalten Speisen.


Die Zutaten der isländischen Küche sind einfach, aber von bester Qualität. Fisch und Lamm stehen im Vordergrund. Einfach aber lecker sind z.B. gekochter Schellfisch mit zerlassener Butter. Typisch der Harthfiskur, den man gern zwischendurch nascht. Isländisches Nationalgericht ist Hangikjöt (geräuchertes Lamm), das mit süßer Hollandaise, grünen Erbsen und braunen Kartoffeln serviert wird. Leckere, wenn auch eigenwillige Süßigkeit zum Abschluß sind Kleinur, Fettgebackenes aus Mehl, Zucker und Hammelfett!

 

Feiertage und Feste

Besonders gefeiert wird in Skandinavien der Mittsommer Ende Juni, wenn die Sonne ihren höchsten Stand erreicht hat. Nicht alle genannten Tage sind arbeitsfrei.


5.6. Verfassungstag (Grundlovsdag), außerdem: Neujahr, Gründonnerstag, Karfreitag, Ostern, Buß- und Bettag (30.4.), Christi Himmelfahrt, Pfingsten, Weihnachten.

17.5. Nationalfeiertag, außerdem: Gründonnerstag, Karfreitag, Ostern, 1. Mai, Christi Himmelfahrt, Pfingsten, Mittsommertag (St. Hans Aften), Olsokfest (29. Juli), Weihnachten.

6.6. Nationaltag, außerdem: Hl. Dreikönige, Ostern, 1. Mai, Pfingsten, Mittsommertag, Johannistag, Allerheiligen, Luciafest, Weihnachten.

6.12. Unabhängigkeitstag, außerdem: Hl. Dreikönige, Karfreitag, Ostern, Vorabend und 1. Mai, Christi Himmelfahrt, Pfingstsonntag, Mittsommer, Allerheiligen, Weihnachten.

Gründonnerstag, Karfreitag, Ostern, 1. Sommertag (23. April), 1. Mai, Himmelfahrt, Pfingsten, 17. Juni Nationalfeiertag, Handelsfeiertag (3. August), Weihnachten

 

Freizeitparks

Vergnügungsanlagen mit Spielgeräten, Bahnen, Wasserrutschen, Tieren, Aquarien usw. gibt es unzählige in ganz Skandinavien. Sie nennen sich oft "-land" (Badeland, Sommerland) oder "-park" (Safaripark, Aquapark). Hier finden Sie Vergnügungen für die ganze Familie, vor allem aber für die Kinder. Erkundigen Sie sich beim nationalen Fremdenverkehrsamt oder in der Touristeninformation an Ihrem Ferienort.


Immobilien

Im Allgemeinen verläuft die Anwicklung des Immobilienerwerbs über einen Makler in Deutschland mit Skandinavienbezug oder über Einheimische, die in Deutschland entsprechende Objekte anbieten. Folgende Tips sollten Sie vor einem Erwerb beachten: keine Spontankäufe, Unterschrift nach sorgfältiger Angebotsprüfung, Bedenkzeit ausbedingen, Einsichtnahme in regionale Bebauungspläne, Checken des Grundbucheintrages, notarielle Überprüfung sämtlicher Vertragsmodalitäten.
Achten Sie auf außerdem auf rechtliche Eigenheiten der einzelnen Länder. In Schweden ist beispielsweise der Häuserkauf genehmigungspflichtig, ein Antrag ist bei der entsprechenden Bezirksregierung (Länsstyrelsen) zu stellen.

 

Kleidung / Ausrüstung

Grundsätzlich hängt die Wahl der Bekleidung und Ausrüstung für einen Skandinavienurlaub von den geplanten Aktivitäten und der Reiseart ab. Die Skandinavier kleiden sich eher lässig-ungezwungen. Nur zu geschäftlichen Treffen, in eleganten Restaurants oder bei gesellschaftlichen Anlässen wird auf förmliche Kleidung Wert gelegt.

Auch in Skandinavien kann es im Sommer sehr heiß werden. Kurze Hose, Sommerkleid, Sonnen- und Mückenschutzmittel gehören deshalb ebenso ins Gepäck wie Regenkleidung und ein warmer Pullover. Wenn Sie ganz in den Norden oder ins Hochgebirge wollen, sollten Sie ruhig noch ein paar zusätzliche warme Sachen einpacken. Eine Thermosflasche ist empfehlenswert; sie kann unterwegs in einigen Cafés und Raststätten mit Kaffee aufgefüllt werden.

Zusätzlich zur Sommerkleidung sind ein leichter Regenmantel sowie Pullover angebracht.


+ + Gute (feste) Schuhe lohnen sich auf jeden Fall, auch wenn man hauptsächlich mit dem Auto unterwegs ist, da die Wildnis oft gleich neben der Straße beginnt.


Wer eine Camping- oder Hochlandreise plant, benötigt auf jeden Fall warme Unterwäsche und Socken, feste Wanderschuhe und einen geeigneten Schlafsack.

 

Klima

Mittlere Tagestemperatur im Juli (sonnenreichster Monat) ca. 22° C. Die Wassertemperatur im Meer beträgt in den Sommermonaten 18 bis 20° C. Mai und Juni sind normalerweise die trockensten Monate, der August ist der feuchteste. Dauerregen (länger als ein Tag) werden Sie selten erleben, da in Dänemark das Wetter schnell wechselt.

Die Wetterverhältnisse in Norwegen sind denen in Mitteleuropa ähnlich, was auf den Golfstrom zurückzuführen ist. In Nordnorwegen kann man ohne weiteres Sommertage mit 25° C erleben. Das äußere Küstengebiet ist eher niederschlags reich, während es im Landesinneren im Sommer kontinental trocken sein kann.

Auch Schweden verdankt sein gemäßigtes Klima dem Golfstrom. Die Sommer können sehr heiß werden, die Winter bitterkalt und trocken.

Kontinentales Klima mit warmen Sommern und kalten Wintern. Südost finnland verzeichnet im Sommer die höchsten Durchschnittstemperaturen Skandinaviens, und die finnische Westküste gehört zu den sonnigsten Gebieten Nordeuropas. Wassertemperaturen in den flachen Seen und Buchten ab Mitte Juni bis zu 20° C.

Der Golfstrom sorgt für ein frisches gemäßigtes Meeresklima mit kühlen Sommern von max. 15-20° C. Aber Achtung, das Wetter ist sehr wechselhaft. Daher sollte man auf Wetterumschwünge vorbereitet sein.

 

Mitternachtssonne

Im Hochsommer steht in Nordskandinavien die Sonne ständig über dem Horizont. Auf dem 70. nördlichen Breitengrad ist dies länger als zwei Monate der Fall. Am Polarkreis (66° N) läßt sich die Mitternachtssonne von Anfang Juni bis Anfang Juli beobachten, am Nordkap von Mitte Mai bis Ende Juli. Aber auch im südlichen Skandinavien wird es in dieser Zeit nachts nicht richtig dunkel. Es herrscht lange Abenddämmerung, die bald in Morgendämmerung übergeht. Der Körper stellt sich schnell auf die ununterbrochene Helligkeit ein und braucht dann auch weniger Schlaf als gewöhnlich.

 

Sommerzeit / Zeit

Dänemark, Norwegen und Schweden haben mitteleuropäische Zeit (MEZ) wie Deutschland, die Schweiz und Österreich. In Finnland gilt osteuropäische Zeit (OEZ, entspricht MEZ + 1 Stunde). In Island gilt die Greenwich Mean Time (GMT, enspricht MEZ - 1 Stunde).

 

Sprache

In Skandinavien wird manchmal Deutsch, vor allem aber Englisch in der Regel gut verstanden.
Dänisch, Norwegisch und Schwedisch sind eng miteinander verwandt und für Deutschsprachige verhältnismäßig leicht zu erlernen. Die Sprachstruktur kann etwa mit dem Englischen verglichen werden und ist weniger komplex als die der deutschen Sprache.

Finnland dagegen gehört zwar geographisch und kulturell zu Skandinavien, hat aber sprachlich mit den übrigen Ländern nichts gemeinsam (finno-ugrische Sprachgruppe). Das Finnische sieht für Deutschsprachige komplex und schwierig aus, und im Gegensatz zu den anderen Sprachen kann der Wortsinn selten "erraten" werden. Entsprechend größer gestaltet sich der Aufwand, wenn man sich diese Sprache im Urlaub oder vorher aneignen will.

Isländisch ist eine germanisch-nordische Sprache, von der man annimmt, daß sie seit der Besiedlung durch norwegische Einwanderer weitgehend unverändert geblieben ist. Englisch und Dänisch werden in Island häufig verstanden.

 

Trinkgeld

In Dänemark sind Trinkgelder nicht üblich.

Bei einem Restaurantbesuch ist es recht üblich, die Summe aufzurunden. Auch dem Taxifahrer kann man ein kleines Trinkgeld geben. Ansonsten wird kein Trinkgeld erwartet.

In Restaurants und Kneipen ist es üblich, den Betrag aufzurunden. Ebenso beim Taxifahren, nicht aber beim Friseur.

Nur Gepäckträger erwarten ein Trinkgeld. In Hotel- und Restaurantpreisen ist die Bedienung inbegriffen. Garderobengeld in Restaurants ca. FIM 5,-.

Trinkgelder sind in Island grundsätzlich nicht üblich.