Sueben - Stamm

Sueben (Sweben, Sueven, Sueboz, lat. Suebi) ist eine Stammesgruppe der Germanen, erstmals im 1. Jahrhundert v. vom römischen Kriegsherrn CAESAR erwähnt (De Bello Gallico IV,1). Vom Namen „Sueben” stammt der spätere Name „Schwaben”. Die Sueben waren für die Römer bedeutsam geworden, weil sie im Heer des Ariovist gekämpft haben sollen, 9 v. wurden sie von einem von Drusus geführten römischen Heer geschlagen.

Als Siedlungsgebiet der Sueben gelten die Gebiete östlich des Mittelrheins, besonders am unteren Main, wo die Schlacht gegen Drusus stattgefunden hatte. Nach dieser Niederlage sollen sie Quaden geheißen haben und nach Mähren abgewandert sein. Beim Römer TACITUS wird der Begriff Sueben zu einer Sammelbezeichnung für einige Östlich und südöstlich siedelnde Stämme, die in seiner Darstellung den weitaus größten Stammesverband der Germanen bilden.

In seiner Germania berichtet der von den Westgermanen (Germania 30-37) und den übrigen Stämmen, die er insgesamt als Sueben bezeichnet (ebd. 38-45). Dabei folgt er antikem Schema, das die (vom Mittelmeer aus gesehen) nördlichen Völker in Kelten und Skythen teilte, später von den Skythen die Sueben, von den Kelten die Germanen unterschied (ebd., Anm. S. 131). Cäsar war es wohl, der als erster die Sueben den Germanen zuordnete (ebd. u. CAESAR, De Bello Gallico IV,1)

TACITUS erwähnt in der Einleitung seiner Schrift, daß die Sueben möglicherweise direkt von Mannus abstammen, dem Stammvater aller Germanen und Sohn des der Erde entsprossenen Gottes Tuisto (Germania 2).

Ein gemeinsames Kennzeichen der verschiedenen suebischen Stämme war ihre Haartracht. Zu diesem „Suebenknoten” wurde das Haar zurückgestrichen und über dem Scheitel zu einem Knoten gebunden, womit sich die Sueben von den übrigen Germanen ebenso unterschieden wie von den Sklaven. (Germania 38)

Zu den Sueben zählt TACITUS die Semnonen, Langobarden, Reudigner, Avionen, Aglier, Variner, Suardonen, Nuitonen, Hermunduren, Naristen, Markommannen, Quaden, Marsigner, Burer; die Lugier, die ihrerseits in Harier, Helvekonen, Manimer, Helisier und Nahanarvaler geschieden sind); im Norden siedeln Gotonen, Rugier, Lemovier, Suionen, im Osten des Suebischen Meeres (Ostsee) Ästier und Sitonen, die der Römer aber nicht mit Bestimmtheit zu den Germanen zählt. (Germania 38-45)

213 n. sollen die Sueben den Kern des Stammesverbandes der Alemannen gebildet haben.