Ulfhednar - Wolfshäuter

Ulfhednar (altnord. Wolfskrieger, Wolfshäuter, Wolfshäupter ...) dürften wohl in enger Verbindung mit den Berserkern stehen doch gibt es wenig über sie zu sagen, außer das Namen mit dem Inhalt Ulf oder Ulv auf eine Mitgliedschaft in diesen kultischen Kriegerbünden hinweist, außerdem scheint es so, dass die Berserker als Gruppen auftraten, die Ulfhednar jedoch als Guerillia Gruppe, also kleinen mobilen Zusammenschließungen.

Dem Werwolf verwandt, verweisen die Berserker / Ulfhednar in die jägerische Urzeit der Totengruppen mit ihren Tiertoten.
Sogar die antiken Schriftsteller bescheinigen bereits eine ekstatische Kampfweise bei den Germanen - der "furor teutonicus". Um gegen Feinde bestehen zu können, wussten wikingsche Anführer oft die Dienste einer besonderen Kaste von Kriegern in Anspruch zu nehmen.
Die Ulfhednar / Berserker waren Anhänger Odins ("Odins eigene Männer"), sie gehorchten dessen Befehl, auch wenn es der heiligen Bande der Familie zu missachten bedeutete, und stürzten sich rasend in die Schlacht. Den Sagas nach stießen sie gellende Schreie aus und stürmten, zuweilen sogar nackt, ihren Feinden entgegen, ohne Schmerz und Verletzungen zu empfinden.
"Wild wie Hunde oder Wölfe", schrieb ein Historiker im 13. Jhrd., "bissen sie in ihre Schilde; stark waren sie wie Bären oder Keiler; sie schlugen Männer nieder, doch kein Feuer, kein Stahl konnten sie verletzten."

Bei einigen germanischen Stämmen wurden während der Jünglingsweihe Wolfsfelle und Wolfsmasken getragen, und die besten Krieger des angelsächsischen Königs Harald waren die "ulfhednar", die Wolfhemdtragenden. Das Grauen vor diesen zu Tieren gewandelten Kriegern hat sich in fast allen Kulturkreisen in zahllosen Werwolfgeschichten erhalten. Und es ist vielleicht kein Zufall, wenn Söldner im Englischen noch heute als "Hunde des Krieges" bezeichnet werden.

Die isländische Ynglingasaga berichtet eindrücklich von den Berserkern und Ulfhednar, Kriegern, die sich dem Odin geweiht hatten und von ihm in rasende Wut versetzt wurden. Diese in Bärenhäute und Wolfsfelle gekleideten Elitekrieger stürmten "ohne Panzer in den Kampf, toll wie Hunde oder Wölfe; sie bissen in ihre Schilde und waren stark wir Bären oder Stiere; sie mähten ohne Unterschied alles nieder, und weder Feuer noch Eisen taten ihnen etwas", so der isländische Mythensammler Snorri. Wuodans Furor zeigt sich hier in seiner zerstörerischsten Form. Aus den römischen Quellen geht eindrücklich hervor, wie sich die germanischen Krieger vor der Schlacht in höchste Wut hineinsteigerten. Die Innerschweizer kämpften noch im Hochmittelalter in Tierfelle gehüllt und in blindwütiger Raserei.