Vom Schwerttanz - und den Schwertfechtern

Dieser Brauch spielte sich in der Fasnachtszeit ab. Hierbei zogen acht Männer mit gewaltigen Schwertern unter Führung eines Neunten von Hof zu Hof. Von jedermann freundlich begrüßt vollführten sie mit größter Freude ihren Schwerttanz. Dabei steckten sie ihre Schwerter kreuzweise zusammen so dass ein Stern gebildet wurde. Ein jeder faste die Spitze des Schwertes seines Gegenübers. Dieser Schwerterstern begann sich nun wiegend zu bewegen, und sobald ein gewisser Schwung erreicht war sprang der Neunte mit einem Satz in die Mitte des Sterns. Die anderen Achte bewegten dabei ihre Schwerter kräftig weiter, so dass der Tänzer in der Mitte immer höher emporschoß. Schließlich konnte er den Dachbalken erreichen und umklammerte diesen. Hier fand er dann ein Beutestück, meist einen Schinken oder eine Wurst. So zog man von Haus zu Haus, wobei der Tänzer in der Mitte des Schwertersternes bei jeder Vorstellung wechselte. Die gesammelte Beute wurde später bei einem gemeinsamen Festmahle verzehrt. Man brachte durch dieses Spiel den Gedanken zum Ausdruck das dem Manne nur das zu genießen geziemt, was er sich unter Einsatz von Leib und Leben selbst erstritten hat.