Walpurgis - Frühlingsgöttin

Walpurgis war eine Frühlingsgöttin, deren Heilige Hochzeit in weiten Gebieten Deutschlands mit ausgelassenen Festen in der Nacht zum 1. Mai gefeiert wurde und wird. Im Nordharz geht der Glaube, die Hexen tanzten in dieser besonderen Nacht den Schnee endgültig weg, so dass endlich Frühling werden kann. In Sachsenburg, Unseburg und Wernigerode wird angenommen, dass die Hexen am zwölften Tage wiederkehrten, um zu sehen, dass der Schnee wirklich verschwunden ist. Statt ihrer und dem Teufel ist auch vom großen Riesen und den kleinen Zwergen die Rede (Kuhn u. Schwartz 1983, S. 376).

Die christliche Mission machte aus Walpurgis die heilige Walburga, die im 8. Jahrhundert als Äbtissin dem Doppelkloster von Heidenheim vorstand. Hier lebten Männer und Frauen in Kultgemeinschaft und führten christlich verbrämt alte heidnische Kulte fort.

Das Fest der Walburga wurde im Heiligenkalender auf den 25. Februar, dem Tag der Überführung ihrer Gebeine in das Kloster Eichstätt. Offensichtlich sollten Walburga und die Feste der Maikönigin zeitlich getrennt werden, um den Faden zu den heidnischen Wurzeln abzuschneiden.

Das ist aber nicht recht gelungen, denn Walpurgisnacht und Maifeiern sind nach wie vor nicht nur bei Hexen beliebt und volkstümlich.