Wikinger - großartige Händler

Herkunft des Wortes:
Von dem altnordischen Wort wik, das soviel wie "Bucht" oder "Handelshafen" bedeutet oder auch von dem altnordischen Begriff vikingr, der sich am treffendsten mit "Seeräuber" übersetzen läßt.

Vom 8. bis ins 11. Jahrhundert hielten die Wikinger die Welt in Atem. Auf der Suche nach Land, Sklaven, Gold und Silber verließen sie als Krieger und Entdecker ihre Heimat. Von Norwegen, Schweden und Dänemark aus fielen sie über ganz Europa her. Wie aus dem Nichts tauchten ihre Drachenschiffe auf und ebenso schnell verschwanden sie wieder. Christliche Mönche beschrieben angsterfüllt die grausamen Übergriffe der Wikinger auf reiche Klöster und Städte. Aber die Wikinger waren mehr als nur "wilde Barbaren" aus dem Norden. Sie waren kluge Händler, geschickte Seefahrer, ausgezeichnete Handwerker und Schiffsbauer.

Sie handelten Waren bis nach Bagdad und kamen auf ihrer Landsuche bis nach Amerika. Sie waren großartige Geschichtenerzähler. Ihre Gesellschaft war vergleichsweise offen und demokratisch.

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Mehr über ihre Geschichte

Im Zeitraum von 800 bis 1050 n.Chr. hielten die nordischen Völker ihren dramatischen Einzug in die europäische Arena. Sie stürmten vorwärts, die festgefügten Gemeinschaften terrorisierend, die zwar an Krieg gewöhnt waren, nicht aber an die Überraschungstaktik der Wikinger. Der Kontakt zwischen Skandinavien und dem übrigen Europa war jedoch nichts Neues. Archäologische Funde zeigen, daß Handel und kultureller Einfluß mehrere Jahrtausende zurückverfolgt werden können. Trotzdem war das nordische Gebiet ein abseits gelegener Winkel mit geringem politischen und wirtschaftlichen Wert für das übrige Europa.

Das Land der Wikinger

Seit dem späten 8. Jh. breiteten sich Dänen und Norweger, auch "Normannen" genannt, nach Westen aus: Island wurde im Jahre 870 entdeckt. Grönland 985. Leif Eriksson war wahrscheinlich der erste Europäer, der den amerikanischen Kontinent betrat (um 1000). Die Schweden. auch "Waräger" oder "Rus" genannt, segelten über die Ostsee und weiter auf Rußlands Flüssen nach Konstantinopel (heute Istanbul) und nach Jerusalem. Einige Normannen umsegelten Spanien und drangen in den Mittelmeerraum ein, wo sie plündernd die Küsten entlangzogen.

Über dieses Volk

Im Gegensatz zu der Heute umlaufenden allgemeinen Vorstellung waren über 95% der Wikinger sesshaft, und nur sehr Wenige waren als Seeleute oder Handelsleute zu großen Seefahrten aufgebrochen. Im südlichen Dänemark bzw. im nördlichen Schleswig- Holstein lebten ein Paar Wikingerstämme in kleinen, weitauseinanderliegenden Dörfern. Die Wikinger wohnten mit ihren Familien oft in großen Gemeinschaftshäusern. Das Dorf bestand aus mehreren Einzelgehöften. Jeder der einzelnen Höfe stand auf einem eingezäunten Stück Land mit einem Haupthaupthaus in der Mitte. In einem Teil des Hauses lebten die Menschen im anderen befanden sich die Ställe für cirka 20 Stück Vieh.

Krieger, Händler und Entdecker

Die Wikinger kamen als Abenteurer, Eroberer und Händler aus Norwegen, Schweden und Dänemark.
Die Herkunft ihres Namens ist nicht eindeutig geklärt. Wahrscheinlich ist, dass sich der Name aus dem altnordischen Wort für "Wik", das Bucht bedeutet, oder von der Wortwurzel "Wig" für Kampf herleitet. In Frankreich nannte man sie Normannen oder Nordmannen.

Die Wikinger lebten von Fischfang, Ackerbau und Viehzucht, doch der Mangel an fruchtbarem Land setzte ihnen Grenzen. Ende des 8. Jahrhunderts richteten sie ihre Beutezüge vor allem gegen die Britischen Inseln.

Sie waren exzellente Schiffsbauer, großartige Seeleute und phantasievolle Künstler. Dank ihrer hochseetüchtigen Schiffe war es den Wikingern möglich, sich weit über die damals bekannten Horizonte hinauszuwagen. Auf der nördlichen Route über Schottland, die Faröer- und Shetland-Inseln, Irland und Island entdeckten und besiedelten sie Grönland und Neufundland.
Es gilt als sicher, dass die Wikinger 500 Jahre vor Kolumbus Amerika entdeckten. Ausgrabungen in Neufundland beweisen, dass bis ins 14. Jahrhundert Handelsverbindungen zwischen Grönland und Nordamerika bestanden. Die Wikinger drangen über russische Flüsse nach Osteuropa vor, gelangten zur Halbinsel Krim, nach Konstantinopel und in den Orient. Es begann ein Zeitalter der Entdeckungen, des Handels und der Besiedelung. Zwischen dem 9. und 12. Jahrhundert war kein europäisches Land vor den Wikingern sicher.

Über eine Zeitspanne von rund 300 Jahren entwickelte sich ein reger Schiffsverkehr. Dann brachen aus unbekannten Gründen Handel und Kontakte ab. Als keine Nachrichten mehr von Grönland nach Skandinavien kamen, sandte der norwegische König Magnus Eriksson Mitte des 14. Jahrhunderts eine Expedition aus, um nach dem Schicksal der Grönlandwikinger zu forschen. Sie fanden nur verlassene Siedlungen und Mauerreste. Wahrscheinlich verschwanden die Wikinger, als sich das Klima änderte. Das Inlandeis rückte immer weiter an die Sielungen der Küste heran und das Treibeis begrub die Fjorde.

Die Lieder der Edda und die nordischen Sagas beschreiben das abenteuerliche Leben der Nordmänner. Die Sagas und Dichtungen wurden mündlich überliefert und erst Jahrhunderte nach der Wikingerzeit aufgeschrieben. Die Wikinger selbst hinterließen lediglich Runensteine mit Inschriften.

Die Runen
Katholische Mönche des Mittelalters glaubten, dass die wikingischen Heiden Analphabeten waren. Tatsächlich benutzten die Wikinger aber schon lange vor Einführung des lateinischen Alphabets ihre eigene Schrift: die Runen. In der Mythologie ist überliefert, dass geheimnisvolle Kräfte in den Zeichen liegen.

Die Wikinger schrieben nicht mit Tinte oder Pergament, sondern schnitzten Buchstaben mit einer Messerspitze in Holz, Metall, Stein oder Knochen. In der englischen Sprache bedeutet das Wort "write" ursprünglich "mit einem scharfen Werkzeug einkerben".

Runen wurden verwendet für steinerne Nachrufe, Grenzpfosten oder Entfernungssteine auf Brücken und Straßen. Die Runensteine lassen Rückschlüsse auf die Fahrten der Wikinger zu.

Mythologie
Die Wikinger fühlten sich abhängig von der Gunst der Götter - ob auf der stürmischen und eisigen See, mit dem Pflug auf kargem Boden oder im Kampf um Land und Beute. Die skandinavischen Gottheiten bildeten zwei Gruppen: das Göttergeschlecht der Asen und die Wanen. In der Mythologie werden die Götter als zwei gegeneinander kämpfende Stämme dargestellt. Nach einer langen Zeit des Konflikts einigten sie sich und tauschten Geiseln aus. Zu den Asen gehören die berühmten nordischen Götter Odin und Thor.

Die von den Menschen bewohnte Welt heißt midgard. Land, Wasser und Himmel hatten die Götter aus dem Leib eines getöteten Riesen geschaffen. Die Wikinger glaubten an eine beseelte Schöpfung und an eine Vielzahl von Naturgeistern. Diese versinnbildlichten die Naturkräfte, die als Ahnengeister verehrt oder gefürchtet wurden.

Das Volk der Wikinger

Die Wikinger kamen aus dem Gebiet, das heute Dänemark, Schweden und Norwegen ist. Es war eine sich selbst versorgende bäuerliche Gesellschaft, wo Ackerbau und Viehzucht durch Jagd, Fischfang, Eisengewinnung und den Abbau von besonderen Gesteinsarten zur Herstellung von Wetzsteinen und Kochgerät ergänzt wurden. Obwohl es den Bauern gelang, das meiste selbst herzustellen, wurden gewisse Produkte gehandelt ­ zum Beispiel das für Mensch und Tier wichtige Salz. Das Salz ist eine Alltagsware, die wahrscheinlich nicht über weitere Strecken als notwendig herangeschafft wurde, während Luxusartikel aus dem südlicheren Europa importiert wurden. Eisen, Wetzsteine und Kochgerät aus Speckstein waren Exportartikel und wesentliche Ursache für das Aufblühen des Handels in der Wikingerzeit. Selbst in der Periode, als Wikingerüberfälle an der Tagesordnung waren, wurde zwischen Westeuropa und dem Heimatland der Wikinger Handel getrieben. Einen der wenigen Berichte, die wir über die Verhältnisse in Norwegen in der Wikingerzeit haben, verdanken wir dem nordnorwegischen Häuptling Ottar. Er besuchte König Alfred von Wessex als friedlicher Kaufmann, während Alfred gleichzeitig mit anderen Wikingerhäuptlingen regelrecht Krieg führte.
Außer den westeuropäischen Schilderungen haben wir schriftliche Quellen von anderen Zeitgenossen der Wikinger ­ von reisenden Arabern und aus Byzanz. Kurzgefaßte Inschriften sind uns in der Heimat der Wikinger ebenfalls hinterlassen worden ­ in Holz und Stein geritzte Runen. Die Geschichten der Sagas aus dem 12. und 13. Jahrhundert haben uns ebenfalls viel über die Wikingerzeit zu erzählen, obwohl sie viele Generationen nach der Zeit geschrieben wurden, die sie schildern.

Welche Ursachen hatte die gewaltige Expansion im Laufe von nur wenigen Generationen? Stabile Staatsgründungen wie das Fränkische Reich und die angelsächsischen Königtümer in England hatten den Angreifern offensichtlich wenig entgegenzusetzen. Das Bild, das uns die schriftlichen Quellen vermitteln, ist vermutlich davon gefärbt; die Wikinger werden als schreckliche Räuber und Banditen dargestellt. Sicherlich waren sie das, aber sie müssen außerdem noch andere Eigenschaften gehabt haben. Einige ihrer Führer müssen höchst fähige Organisatoren gewesen sein. Zwar konnte mit Hilfe einer wirkungsvollen militärischen Taktik ein Krieg gewonnen werden; außerdem aber gründeten die Wikinger in eroberten Gebieten Königtümer. Einige wie zum Beispiel in Dublin und York überlebten die Wikingerzeit nicht; Island aber ist noch immer eine blühende Nation. Das Wikingerkönigtum in Kiew wurde zur Basis des Russischen Reiches, und die Spuren des hervorragenden Organisationstalents der Wikingerhäuptlinge sind noch heute deutlich sichtbar auf der Isle of Man und in der Normandie. In Dänemark hat man vom Ende der Wikingerzeit die Überreste von Verteidigungsanlagen gefunden, die als Sammelplatz für große Armeen dienten. Die Burgen sind kreisrund und in Quadranten aufgeteilt, mit quadratischen Gebäuden in jedem der vier Abschnitte. Die Burgen sind mit einer Präzision angelegt, die den ausgeprägten Sinn der Führer für Systematik und Ordnung bezeugt. Am Hof des dänischen Königs muß es gründliche Kenntnisse über Landvermessung und Geometrie gegeben haben.

Eine Theorie schlägt als Ursachen für die Expansion in der Wikingerzeit Überbevölkerung und Ressourcenknappheit im Heimatland vor. Das archäologische Material bezeugt, daß parallel zur Expansion ins Ausland in dünn besiedelten Waldgebieten neue Höfe entstanden. Somit ist Überbevölkerung sicherlich ein mitwirkender Faktor. Eisengewinnung ist möglicherweise ein weiterer. Genügend Eisen, um für alle, die sich auf Kriegszug begaben, Waffen schmieden zu können, war für die Wikinger gleichbedeutend mit taktischer Überlegenheit.

Kultur der Wikinger

Aufgrund von Funden und Ausgrabungen läßt sich inzwischen ein erstaunlich konkretes Bild einer Kultur zeichnen, von der nur wenig schriftliche und bildliche Überlieferungen aus verzerrter christlicher Sicht überliefert sind. Entgegen landläufigen Vorstellungen waren übrigens 95 % der Wikinger seßhaft, und nur ein kleiner Anteil auf hoher See unterwegs. Insofern ist der dem Skandinavischen entlehnte Name Wikinger durchaus irreführend, bezeichnet er doch Skandinavier auf Beutefahrt, also beim Plündern, Morden oder Handeln.

Die Kleidung der Wikinger zeigt sowohl regionale als auch Standesunterschiede. Während Sklaven einfache und ungefärbte Kleidung trugen, gab es für Männer wie für Frauen auch vergleichsweise farbenprächtige Kleidungsstücke, zum Teil mit Goldperlen und -fäden und Stickereien verziert. Schuhe waren nicht überall üblich, aber in einigen Siedlungen vorhanden. Auch eine eigene Frisurenmode läßt sich ausmachen, die abweicht vom seeräuberähnlichen Bild des wilden und ungepflegten Wikingers. So nahm denn auch die Herstellung der Kleidung neben der Zubereitung von Speisen den wichtigsten Teil der häuslichen Tätigkeiten bei den Wikingern ein. Aber auch die Zubereitung der beiden täglichen Mahlzeiten am Morgen und am Abend nahm viel Zeit in Anspruch, wobei die Speisen sich vor allem nach dem vor Ort verfügbaren Angebot richteten.


Neben Fisch und Getreide standen Tiere (vor allem Lamm, Rind, Schwein, Ziege und Pferd, hier und da auch Hunde, Katzen und Gänse) sowie Wildkräuter und -früchte auf dem Speiseplan vieler Wikinger. Kohl, Erbsen und Zwiebeln gehörten zu den wichtigsten Gemüsearten, also Gemüse, die die skandinavische Volksküche bis heute prägen. Wo kein Getreide angebaut wurde, hat man Brot sogar aus Erbsen und Kiefernborke hergestellt. Insbesondere die Getreideprodukte enthielten durch die groben Mühlsteine immer wieder Kies und andere Verunreinigungen, so daß schlechte Zähne die logische Folge waren. Salz zur Haltbarmachung von Speisen wurde aus Meerwasser gewonnen. Auch Einlegen in Salzwasser oder Trocknen waren als Konservierungsmethoden bekannt.
Die Wikingerfrauen stellten Bier und Met her, auch Obstweine waren bekannt. Dabei wohnten die Familien überwiegend in Gemeinschaftshäusern oder auf großen Gutshöfen. Auch die Sauna war bereits erfunden: In einer Art Schwitzbad fand auch die Körperpflege statt. Die einzelnen Siedlungen waren weitgehend autark. Die Nahrung wurde selbst hergestellt bzw. konserviert, die notwendigen Geräte wurden selbst geschnitzt, auch die angesehenen Schmiede waren in jeder größeren Ansiedlung vertreten.

Filigrane Holzschnitzereien trauen die wenigsten der wikingischen Kultur zu. Doch in der Tat gab es, vor allem in den größeren Siedlungen Spezialisten für kunsthandwerkliche Tätigkeiten und Verzierungen aller Art. Dabei hatten die kunsthandwerklichen Verzierungen als solche keinen praktischen Wert, zierten aber fast ausschließlich Gebrauchsgegenstände.

Brot backen wie die Wikinger Erst jung ist die Beschäftigung mit den geistigen Hintergründen der Darstellungen und kunsthandwerklichen Motive der Wikinger. Doch gerade die Verwurzelung in der germanischen Mythologie hat geholfen, die scheinbaren Widersprüche zwischen dem wilden und rohen Krieger und dem kunsthandwerklich und ästhetisch versierten Wikinger aufzulösen. Nur die Wikinger, die im tapferen Kampf fielen, gelangten in das Kriegerparadies Valhall. Die überraschende Toleranz der Wikinger in Bezug auf die Religion sogar innerhalb der eigenen Familie erklärt die Schwierigkeiten der christlichen Missionierung: Für viele Wikinger war es unproblematisch neben ihren eigenen religiösen Vorstellungen eine weitere zu übernehmen, ohne sich dabei vom bisherigen Glauben lösen zu müssen.

Mehr als einmal haben sich scheinbar missionierte Wikinger als sehr flexibel erwiesen, und haben aus beiden Glaubensrichtungen quasi die Rosinen herausgepickt, d.h. christliche Elemente aufgenommen, ohne sich eindeutig zum Christentum zu bekennen. Auch traten viele Wikinger angesichts der von Christen angedrohten Apokalypse zur ersten Jahrtausendwende "vorsichtshalber" zum Christentum über. Dennoch hat die schrittweise Übernahme christlicher Einflüsse letztlich zum allmählichen Verschwinden einer eigenen Wikingerkultur und zur Anpassung an die mitteleuropäische mittelalterliche Kultur beigetragen. Gänzlich neu für die Wikinger war die Unterscheidung zwischen Gut und Böse im Christentum, da ihnen moralische Kategorien im mitteleuropäischen Sinne fremd waren. Sie unterschieden zwischen nützlichen und bedrohlichen Kräften und glaubten nicht an eine überirdische richtende oder strafende Instanz, was zum Ruhm ihres Muts und der fehlenden Angst beigetragen haben mag.
Nachempfinden der Kleidung und der Nahrungszubereitung

Die ersten Missionierungsversuche fallen schon in das 9. Jahrhundert, als der heilige Ansgar von Hamburg und später - nach einem Wikingerüberfall - von Bremen aus versuchte, die Wikinger zu christianisieren. Seine Reisen führten ihn bis nach Birka auf der Höhe des heutigen Stockholm.

Der Thing war die Versammlung der freien Wikinger bzw. - in Zeiten der sich bildenden regionalen oder staatsähnlichen Gebilde und schließlich der skandinavischen Staaten - ihrer Anführer. In zum Teil tage- oder wochenlangen Treffen unter freiem Himmel, häufig zur Zeit der Sommersonnenwende, wurden Regeln und Gesetze ausgearbeitet und Urteile in Streitfällen getroffen.

Das Haus

Dies ist das Modell eines Hauses, das 1003 in Trondheim/Norwegen gebaut wurde. Die Wand besteht aus waagerechten Baumstämmen, die an den Ecken so gekerbt (verkämmt) sind, daß sie ineinanderhaken (Blockwände). Auf dem Dach liegt Birkenrinde die das Wasser abhält, die darüber liegenden Grassoden halten die Wärme im Haus und die Kälte draußen.

Andere Hauser hatten Wände aus senkrechten Planken wie die dänischen Burgen oder aus Lehmflechtwerk in einem Holzrahmen: man bog Ruten um senkrechte Pfähle und verschmierte sie mit Lehm oder Mist. Als Dacheindeckung nahm man außer Grassoden auch Holzschindeln, Schilf oder Stroh.

Die Haiatabuhäuser

Die "Haiatabuhäuser" waren ausschließlich aus Holz, Weiden und Lehm oder Mist gebaut. Es waren quadratische Häuser, mit relativ hohem Dachrücken. Die Grundrisse maßen ca. 5m x 14m. Der höchste Punkt des Daches war ungefähr 4 m über dem Erdboden.

 

 

Die Häuser aus Nordnorwegen, Grönland, Neu Fundland und Island

In Nordnorwegen, Grönland, Neu Fundland und Island waren die Bedingungen ungefähr die gleichen. Es war kein Bauholz vorhanden und es galt einem sehr rauen und Lebensunkfreundlichen Klima zu trotzen. Dies führte dazu, dass Häuser aus Grassoden und Steinen gebaut wurden.
Es gab 2 Arten von Häusern, die die Stallungen in direkter Verbindung zum Wohnhaus, und die etwas abseits davon die Stallungen hatten.

 

 

Die Fyrhathäuser

Diese Häuser waren um einiges größer als die aus Heiatabu. Sie waren auch aus Holz gebaut und besaßen ein buckeliges Dach aus Holzschindeln. Die Häuser waren ca. 20 bis 25 Meter lang und 5 bis 7 Meter Breit. Die Wände bestanden aus senkrecht angeordneten Bohlen, die in regelmäßigen abständen durch kräftige Eichenstämme abgestützt wurden.

 

Die Vaabasselanghäuser


Solche Häuser wurden vorwiegend in der älteren Wikingerzeit gebaut. Sie wurden nicht nur in Vaabasse gebaut, sondern auch in Sædding, Esbjerg, Omgård und Aggersborg. Diese Häuser waren ein gutes Stück größer als die Fyrhathäuser, und waren auch was die Konstruktion angeht anders gebaut. Es befanden sich keine Außenstützen an den Wänden und das Schindeldach war durch ein Reetdach ersetzt.

Ihre Drachenboote

Für ihre Raubzüge verwendeten sie bis zu 28 m lange, offene Boote, die über ein einziges viereckiges Rahsegel und 16 Ruderpaare verfügten. Diese auch Drachenschiffe genannten Langschiffe waren aus überlappenden Holzplanken aufgebaut und konnten, da Bug und Heck sich glichen, in beide Richtungen manövrieren. Die Knarr genannten Lastschiffe waren ähnlich gebaut, aber deutlich breiter. Für ihre Erkundungsfahrten über den Atlantik haben die Wikinger wahrscheinlich diese breiten Knarren mit ihrem großen Laderaum benutzt.

Einige dieser Schiffe sind erhalten geblieben. Ein 500 Jahre älterer Vorläufer (noch ohne Kiel und Segel) steht im Museum für Vor- und Frühgeschichte in Schleswig. Ein echtes Drachenschiff wurde 1881 in Gokstad bei Oslo ausgegraben. Das Gokstad-Schiff ist 23 m lang, seine größte Breite beträgt 5 m, der Tiefgang fast einen Meter. Die Besatzung bestand aus 40 Mann, voll besetzt ragte das Schiff etwa 90 cm aus dem Wasser. Vorder- und Achtersteven steigen in wunderbar geschwungenen Linien zu zwei Meter Höhe an. Das Schiff führt auf jeder Seite 16 Riemen, der Mast ist etwa 13 m hoch. Er ruht vor der Schiffsmitte in einem schweren, über dem Kiel liegenden Holzblock, dem "Mastfisch". Das Segel ist nur in Resten erhalten; es bestand aus doppelt gewebtem groben Leinen und war durch ein aufgenähtes Netz verstärkt.

Der Schiffbau im Norden ist vermutlich ein zusätzliches wesentliches Element der taktischen Überlegenheit der Wikinger. Ein bekannter schwedischer Archäologe hat geschrieben, die Wikingerschiffe seien die einzigen wirklich seegängigen Landungsfahrzeuge, die je von Invasionstruppen verwendet worden seien. Selbst in dieser übertriebenen Formulierung steckt viel von dem Geheimnis der militärischen Überlegenheit der Wikinger. Zahlreiche uns vorliegende Berichte über Wikingerangriffe scheinen diese These zu untermauern. Das Überraschungsmoment spielte eine große Rolle. Ein rascher Angriff vom Meer her ­ mit Schiffen, die ohne Hafen auskamen und sich deshalb dort der Küste nähern konnten, wo man sie am wenigsten erwartete ­, und ein ebenso rascher Rückzug, bevor es zur Gegenoffensive kommen konnte; das war die Taktik.