Winterwende - Jahreswende

Die Feiern zur Jahreswende beruhen auf dem uralten Kampf zwischen Licht und Dunkelheit. Die alten Germanen sahen in dem Licht der Sonne die Kraft des Lebens. Die Sonne, welche im kargen Norden, nur wenige Monate im Jahr ihre Kraft entfalteten kann, bedeutet Leben für Mensch, Tier und Pflanze. Das Sonnenlicht war das Sinnbild eines göttlichen Funkens, welcher den Germanen zuteil wurde. Jedes Jahr, wenn die Sonne den Kampf gegen die unerbittliche Kälte und Dunkelheit des hohen Nordens aufnahm, und schließlich für kurze Zeit gewann, bedeutete dies den Beginn einer fruchtbaren Zeit. Der Nordmensch beging diesen Sieg der Sonne über die Dunkelheit stets mit ausgelassenen Festen. Er feierte die Wende der Sonne als Wiedergeburt des Lichtes und gleichsam als neuen Abschnitt im Zyklus des Werdens und Vergehens des Lebens.
Mit den Sonnenfeuern, welche in der heiligen Jahresnacht abgebrannt werden, feierte der Nordmensch die gemeinsame Jahresarbeit der Gemeinschaft. Man blickte auf die vollen Kornspeicher und erkannte die Früchte des Lebens, welche in harter Arbeit im Laufe des Jahres geerntet wurden. Der wintergrüne Baum, der Jahres- und Lebensbaum leuchtet als das "strahlende Banner" von einem Jahr in das andere und leuchtet den kommenden Generationen den Weg.