Zeittafel - zur Germanischen Geschichte

Vor der Zeitenwende:

ca. 2000 aus den Indogermanen bilden sich die Germanen.

1550-1200 Hügelgräberkultur der mitteleuropäischen Bronzezeit.

1330 Goldkegel von Schifferstadt.

500 Germanische Stämme dringen in die bis dahin keltischen Niederlande vor.

450 Germanen besetzten das Gebiet zwischen Oder und Weichsel und verdrängen die Illyrer.

400 In Norddeutschland Weiterentwicklung der seit dem 6Jh. v.d.Z. nachzuweisenden Jassdorfkultur der Germanen.

350 Grenze des Einzugsgebietes germanischer Kulturen werden der Harz und das Niederrheingebiet.

250 Der Ostgermanische Volksstamm der Bastarnen, ursprünglich an der oberen Weichsel ansässig, zieht in das Gebiet nördlich der Donaumündung. (Bastarnien möglicherweise Träger der Gesichtsurnenkultur).

200 Wanderung der Ostgermanen nach Ost-Mitteldeutschland. Germanenstämme überschreiten den Rhein wo sie keltische Stämme besiegen.

150 Verheerende Überschwemmungen an der jütischen Küste veranlassen dort ansässige Germanenstämme zur Wanderung nach Süden.

113-105 Kimbern von der Nordküste kommend, stoßen in das keltische Alpengebiet vor.

113 Erster Zusammenstoß germanischer Stämme mit den Römern bei Noreia. Die Kimbern bringen den Römern eine empfindliche Niederlage bei.

109 Die Kimbern verbünden sich mit den Teutonen, und bringen den Römern eine zweite Niederlage bei.

107 Die mit den Kimbern und Teutonen verbündeten helvetischen Tinguriner, besiegen die Römer bei Angen (Garonne).

105 Kimbern und Teutonen schlagen ein römisches Heer bei Arausio (Orange) in Südgallien.

102 Die Teutonen unter Teutobod, werden bei Aquae Sextiae (Aix-en-Provence) von den Römern unter Marius vernichtend geschlagen.

101 Die Kimbern unter Boiorix erleben bei Vercellae in Oberitalien durch den römischen Konsul Marius eine vernichtende Niederlage.

100 Druck germanischer Stämme auf die Kelten im späteren Mitteldeutschland.

100 Entstehung der ältesten germanischen Runen.

100 Die Germanen verdrängen die Kelten endgültig von Mitteleuropa nach Südwesten. Die verbleibenden Kelten gehen in den Germanen auf.

100 v.d.Z. -200 n.d.Z. Die Goten wandern vom heutigen Südschweden über die Ostsee bis ins Weichselgebiet, und weiter bis zum schwarzen Meer.

72 Sueben unter Ariovist überschreiten den Oberrhein.

70 Die germanischen Sueben unter Ariovist dringen in die verlassenen Süddeutschen Gebiete der Kimbern ein.

60 Germanische Stämme verdrängen die in Böhmen ansässigen Boier. Die in Böhmen verbliebenen Boier, werden später von den Markomannen vertrieben.

58 Die Sueben unter Ariovist werden von Caesar bei Mühlhausen im Elsaß vernichtend geschlagen. Reste des Stammes erreichen ihre Stammesgenossen im Gebiet zwischen Neckar und Donau.

56/55 Die germanischen Usipeter und Tenkterer fallen in Belgien ein.

53 Niederwerfung der Nervier und Quaden durch Caesar.

53 Erste Aufzeichnungen über Germanen und Germanien durch Caesar.

38 Ubier siedeln links des Rheins in der Nähe von Köln.

16 Nach Überschreitung des Rheins, schlagen die germanischen Sugambrer den römischen Stadthalter Lollius.

15-13 Augustus trifft am Rhein Vorbereitungen, für einen Großangriff gegen das rechtsrheinische Germanien.

12 Erster Feldzug des Drusus gegen die Germanen. Vorstoß über See entlang der Nordseeküste. Unterwerfung der Bataver, Chauken und Friesen.

11 Zweiter Feldzug des Drusus gegen die Germanen. Vorstoß vom Niederrhein aus gegen Cherusker, und Sugambrer. Römische Truppen erreichen die mittlere Weser.

10 Erste Vorstoße des Drusus gegen die Chatten, mit wenig Erfolg.

9 Von Mainz aus unternimmt Drusus eine zweiten Feldzug gegen die Chatten.

9 Die Markomannen weichen unter dem Druck der römischen Vorstöße in Richtung Böhmen.

6 Teile der Sugambrer siedeln linksrheinisch.

5 Eburonen siedeln am linken Niederrhein in der Gegend des heutigen Mönchengladbach und Krefeld

Nach der Zeitenwende:

1 Der Weichselraum wird durch die Goten besiedelt.

2 Östlich der Elbe siedeln Burgunder, Vandalen, Goten, und Rugier.

2 Zwischen Rhein, Weser, Elbe und der Nordsee siedeln, Sachsen, Ubier, Cherusker, Bataver, Chatten, Chauken, Friesen, Sueben, Semnonen, Langobarden, Hermunduren, Markomannen, Quaden und viele andere. Aus dem Zusammenschluß der Usipeter, Sugambrer, Tenkterer und Brukterer, gehen später die Franken hervor.

4 Freundschaftsvertrag der Römer mit den Cheruskern. Cheruskerfürst Hermann, und sein Bruder Flavius werden Offiziere in der römischen Armee. Der angriff der Römer auf das Markomannenreich wird wegen eines Aufstandes der Illyrer abgebrochen.

6 Unterwerfung der Langobarden durch die Römer.

6 Markomannenkönig Marbod gründet das erste germanische Reich durch Zusammenschluß der Markomannen, mit den Hermunduren, Langobarden, Lugiern, Quaden und Semnonen.

9-16 Germanische Befreiungskriege der Cherusker und weiterer germanischer Stämme unter der Führung Hermanns.

9 Schlacht im Teutoburger Wald. Die Cherusker unter der Führung von Hermann, schlagen 3 Elite-Legionen, sowie einige weitere Hilfslegionen unter der Führung von P. Quintilius Varus. Die Kastelle zwischen Weser und Rhein werden erobert und die Römer aus dem Gebiet vertrieben.

14-16 Germanenfeldzüge der Römer, als Rache für Varus, unter Germanicus. Die Brukterer und Cherusker werden besiegt, Tusnelda, die Gattin Hermanns, entführt. Doch das römische Reich hat sich von den schweren Niederlagen nicht erholt, und zieht sich auf die linke Rheinseite zurück.

14 Germanicus fällt in das Land der Marser ein.

17 Abfall der Semnonen, Hermunduren und Langobarden von Marbod. Unentschiedene Schlacht zwischen Hermann und Marbod.

18-21 Bruderkriege unter den Germanen.

19 Marbod flieht zu den Römern.

19-50 Reich der Quaden.

20-90 Zeit wechselnder Vorstöße der Germanen und Römer.

21 Hermann wird Opfer einer Verschwörung unter den Cheruskern.

28 Römer ziehen sich aus dem Land der Friesen zurück.

39 Germanen schlagen die Römer unter Caligulas in mehreren Schlachten.

50 Chatten dringen in die Maingegend ein und werde zurück geschlagen.

69-71 Großer Aufstand am linken Niederrhein. Die von den Römern rekrutierten Bataver verbünden sich mit anderen Germanenstämmen. Ein Vergleich beendet den Aufstand.

77 Römische Truppen schlagen einen Brukterer Aufstand nieder.

85 Dominian stößt über den Rhein gegen die Chatten vor.

85-89 Verlustreiche Kämpfe der Römer gegen die Daker, Markomannen und Sarmaten enden mit einem Kompromißfrieden.

89 Zweiter Krieg Domitians gegen die Chatten.

98 Der römische Schriftsteller und Politiker Tacitus verfasst die "Germania".

150 Schwere Bedrohung des römischen Reiches durch wandernde Germanenstämme.

165 Kriege am Niederrhein zwischen Chauken und Römern.

166-175 Markomannenkrieg. Markomannen, Quaden und Sarmaten brechen aus Böhmen in die römischen Provinzen Noricum, und Panonien ein. Weitere Germanenstämme (Wandalen, Hermunduren, Langobarden) schließen sich an. Erst nach langen Kämpfen Können die Römer siegen.

178-180 Neue Erhebung der Markomannen.

180 Markomannen von den Römern unter Marc Aurel und Commodus geschlagen.

180 Nach dem Tod Marc Aurels, schließt Commodus Frieden mit den Markomannen.

200 Die Ausdehnung des römischen Einflusses auf Böhmen führt dazu, dass die Alemannen, Semnonen u.a. Sachsen und Thüringen verlassen, und über den Main bis zum Rhein vordringen.

213 Alemannen erreichen den oberen Rhein.

213/214 Erstmalig Abwehrkämpfe der Römer gegen die Alemannen am Rhein, und die Goten an der unteren Donau. Beginn der germanischen Völkerwanderung.

233 Durch den Einfall von Germanen (Alemannen) in die Grenzprovinzen Raetien und Obergermanien wird Kaiser M. Aurelius Severus Alexander zum Abbruch seines Perserfeldzuges gezwungen.

234 Severus Alexander begegnet einem Alemanneneinbruch am Rhein durch Verhandlungen.

256-267 Germanen bringen die gesamte Nordgrenze des römischen Reiches in größte Gefahr.

256 Franken überschreiten den Rhein

256 Die Alemannen dringen bis nach Mailand vor

257 Goten dringen bis Makedonien vor

257 Die Sachsen verheeren die Nordsee- und Atlantikküste bis nach Spanien

259 Alemannen brandschatzen die alte Helvetierhauptstadt Aventicum

259/260 Germanen überwinden in breiter Front den obergermanisch-raetischen Limes, dessen Besatzung wegen der innerrömischen Auseinandersetzung zwischen Kaiser Gallienus und dem Ursurpator Postumus erheblich reduziert ist.

260 Am 11. September läßt der Ritter Marcus Simplicinius Genialis in der Nähe von Augsburg einen Weihestein an die Siegesgöttin Victoria errichten, der an den am 24./25. April des Jahres errungenen Sieg der Römer gegen "die Barbaren des Stammes der Semnonen oder Juthungen" erinnert. Die Juthungen werden am Ende des 4. Jahrhunderts als (Teil-)Stamm der Alemannen bezeichnet, welche zu dieser Zeit Streifzüge bis nach Gallien und Oberitalien durchführen.

260 Die Franken siedeln am linken Rheinufer

263 Raubzüge der Seegoten vom schwarzen Meer aus im nördlichen Kleinasien.

265 Der für die "drei Gallien" (Britanien, Gallien, Spanien) ausgerufene römische Kaiser, muss auch das rechte Rheinufer den Franken überlassen.

267 Heruler plündern Athen, Korinth und Sparta.

268 Als Nachfolger des ermordeten Gallienus schlägt M. Aurelius Claudius die Germanen (Alemannen) am Gardasee.

269 In seiner ersten Rede spricht der gallische Gegenkaiser Marius davon, daß "omnis Alamannia omnisque Germania" das römische Volk unter seiner Herrschaft fürchten sollen. Das Zitat findet sich allerdings in der sogenannten Historia Augusta, welche Lebensbeschreibungen der Kaiser von Hadrian (117-138) bis Carinus (283-285) enthält. Es handelt sich dabei um eine Fälschung, die ein Unbekannter Ende des 4. Jahrhunderts angefertigt hat. Sie gibt jedoch vor, von sechs (erfundenen) Verfassern zwischen 284 und 337 geschrieben worden zu sein. Somit scheidet die Stelle als gesicherter Erstbeleg für den Alemannennamen aus.

270 Erneut fallen Germanen, die als "juthungische Skythen", von späteren Schriftstellern auch als Sueben oder Alemannen bezeichnet werden, in Oberitalien ein, wo sie bei Fano an der Adriaküste von Kaiser L. Domitius Aurelianus geschlagen werden.

278-282 Durch Kaiser M. Aurelius Probus werden nach Gallien eingefallene Germanen hinter den "nassen Limes" zurückgeworfen und die Befestigungen an Rhein, Donau und Iller verstärkt.

286 Eindringe der Sachsen, Franken und Westherulern in Gallien.

287 In einem 297 verfaßten Panegyricus auf Constantius I. ist das Gebiet Alamannia für das Jahr 287 belegt. Als Reaktion auf einen germanischen Vorstoß des Jahres 285 beginnt Kaiser Maximianus 286/7 mit einer Gegenoffensive und dringen 288 römische Truppen unter Führung des Diocletianus von Raetien aus in den angrenzenden Teil Germaniens vor.

289 Einbruch der Alemannen, Burgunder und Heruler in das linksrheinische Gebiet.

300 Germanen in Mitteleuropa und auf römischen Gebiet: Westgermanen (Alemannen, Bayern, Chatten, Franken, Friesen, Langobarden, Sachsen, Thüringer), Ostgermanen (Bastarnen, Burgunder, Goten, Rugier, Skiren, Wandalen).

300 Die Langobarden drängen aus ihrem Siedlungsgebiet an der Elbe nach Süden vor.

300 Der Zusammenschluß germanischer Stämme zu Völkerbünden: Sachsen, Franken, Thüringer, Alemannen, Goten, wird politisch spürbar.

341 Der gotische Bischof Wulfila übersetzt die Bibel ins gotische.

350 Das Ostgotenreich unter König Ermanarich, umfaßt ganz Südrußland und reicht zeitweise bis zur Ostsee.

350 Vorstöße der Franken.

355 Köln und andere Rheinstädte von den Franken erobert und verwüstet

356 Ein Alemannenfürst C(h)rocus ist in York (Britannien) an der Erhebung des Hl. Constantinus zum Augustus beteiligt.

357 Nach einem Sieg der Alemannen über den römischen Heermeister Barbatio bei Augst ziehen mehrere Alemannenkönige unter der Leitung von Chnodomarius und Serapio gegen die Römer in die Schlacht von Straßburg. Sie werden vom Caesar Julianus vernichtend geschlagen. Von den 35.000 Alemannen sollen 6-8.000 gefallen sein, während die Römer nur 247 Tote (von 13.000) zu beklagen haben. Im selben Jahr werden nach Raetien eingefallene Juthungen von Barbatio zurückgeschlagen.

359 Bei Mainz überschreitet Iulianus nochmals den Rhein und schließt mit den Alemannenkönigen Macrianus, Hariobaudes, Urius, Ursicinus, Vestralpus und Vadomarius Friedensverträge.

360 Alemannen aus dem Breisgau überfallen an Raetien angrenzende Gebiete. Ihr König Vadomarius wird daraufhin von Iulianus gefangengenommen und nach Spanien verbannt. Für letzteren ist auf einem Meilenstein der Siegestitel Alamannicus maximus bezeugt.

364 Kaiser Valentinianus I. verweigert den Alemannenkönigen in Mailand die erhofften Tributzahlungen; damit beginnt eine Wende in der Alemannenpolitik.

365 Im Kampf gegen weit nach Gallien eingedrungene Alemannen fällt der römische Heermeister Charietto, ein Franke.

366 Die Römer schlagen unter ihrem Reitergeneral Iovinus Alemannen bei Châlon-sur-Marne.

370 Nach einem Überfall des Alemannenkönigs Rando auf die Stadt Mainz überschreitet Valentinianus den Rhein und siegt gegen Alemannen, die sich auf einer Höhe verschanzt haben. Im selben Jahr wird der Breisgaukönig Vithicabius auf Anstiften der Römer ermordet.

370/71 Der Versuch des Kaisers, den Bucinobantenkönig Macrianus mit Hilfe der Burgunder gefangenzunehmen, mißlingt. Der an seiner Statt eingesetzte Fraomarius kann sich bei den Bucinobanten nicht durchsetzen, so daß Macrianus schließlich ein Bündnisvertrag gewährt werden muß.

378 In einer Schlacht bei Argentovaria (Horburg im Elsaß) werden die vom Lentienserkönig Priarius angeführten Alemannen durch das von den Franken Nannienus und Malobaudes angeführte römische Heer vernichtend geschlagen. Von 40.000 Alemannen sollen nur 5.000 überlebt haben. Die Flüchtenden werden von Kaiser Gratianus auf rechtsrheinischem Gebiet verfolgt und unterworfen.

382 Endgültiger Friede zwischen Römern und den Westgoten.

383 Die über die Donau nach Raetien eingefallenen Juthungen werden von Bauto, einem römischen Heermeister fränkischer Herkunft, zurückgeworfen.

392 Fl. Eugenius, der von Kaiser Theodosius I. nicht als Mitkaiser anerkannt wird, schließt unter anderem mit Alemannen einen Bündnisvertrag ab.

395-410 Alarich, König der Westgoten erobert den Balkan und zieht gegen Rom.

406 Reich der Burgunder am Rhein.

406/407 Alemannen überschreiten gemeinsam mit Vandalen und Alanen den Rhein, als der römische Heermeister die Rheingrenze zur Abwehr der Ost- und Westgoten entblößen muß.

406-409 Germanische Stämme brechen in Gallien und Spanien ein.

408 Die Westgoten unter Alarich erobern Kärnten.

410 Die Westgoten unter Alarich erobern Rom! Nach einer Überlieferung ruft der römische Stadthalter Alarich von der Stadtmauer entgegen, dass auf jeden Goten 12 Römer kämen. Alarich entgegnete: "Je dichter das Gras, umso leichter das mähen". Dann versuchte der Papst sein Verhandlungsgeschick, und fragte Alarich, was er den Römern schenken würde, wenn sie den Goten alle Schätze Roms überlassen würden. Darauf Alarich: "das Leben!" - Rom fiel.

411 Mit Unterstützung von Franken, Burgundern und Alemannen wird Fl. Iovinus zum Kaiser ausgerufen.

429-534 Die Vandalen erobern Nordafrika und Kartago und gründen dort ihr Reich.

430 Die Juthungen werden beim Angriff auf Raetien vom römischen Heermeister Aetius zurückgeschlagen.

436 Alemannenreich am Oberrhein.

433 Die Burgunder, wandern in die Schweiz ein, weitere Niederlassung im mittleren Rhônegebiet. Die Alemannen können sich daraufhin auch über den Rhein hinweg ausdehnen.

449 Sachsen und Angeln erobern England.

451 In der Schlacht auf den Katalaunischen Feldern kämpfen Alemannen auf Seiten des Hunnenkönigs Attila und vermutlich auch auf fränkisch/westgotisch/römischer Seite mit. Das vereinte germanisch-römische Heer besiegt Attila.
470 Alemannen bleiben in Vorarlberg und der Nordschweiz.

470-476 Der hl. Severin erlangt in der Nähe von Passau vom Alemannenkönig Gibuldus die Freilassung von Kriegsgefangenen. Fast zur selben Zeit gelingt es dem Bischof Lupus, vom Alemannenkönig Gebavultus Gefangene seiner Diözese Troyes freizubekommen. Möglicherweise handelt es sich um denselben Alemannenkönig Gibuldus/Gebavultus.

473 Ostgoten belagern Teurnia.

493-562 Ostgotenkönig Theodorich ("Dietrich von Bern"), Herrscher in Italien. Er bemüht sich vergeblich um Aussöhnung germanischer und römischer Interessen. Seine Friedensplolitik gegenüber den anderen germanischen Nachbarn scheitert.

493-536 Österreich bis an den Nordrand der Alpen Teil des Ostgotenreiches.

496/497 In einer Schlacht gegen die Franken, deren König Chlodwig im Verlauf des Kampfes angeblich seine Taufe gelobt, unterwerfen sich die Alemannen, nachdem ihr (namentlich nicht genannter) König gefallen ist. Ob sich die Nachricht, der Rheinfrankenkönig Sigibert sei bei Zülpich (Kreis Euskirchen) in einem Kampf gegen Alemannen verwundet worden, auf diese Schlacht bezieht, ist unsicher.

500 In Britanien können sich die Kelten nur noch in Wales und Cornwall behaupten, die Pikten und Skoten in Schottland. England besteht aus sieben germanischen Königreichen der Sachsen und Angeln.

506/507 Aus einem Brief Theoderichs des Großen an den Frankenkönig Chlodwig kann auf eine weitere Niederlage von Alemannen gegen Franken geschlossen werden. Der Ostgotenkönig nimmt einen Teil der Alemannen unter seinen Schutz.

531 Thüringen wird Teil des Frankenreiches.

531-534 Die Bayern in Abhängigkeit vom Frankenreich.

536 Das Gepidenreich der Goten wird von den Langobarden unter Alboin vernichtet

537 Der Ostgotenkönig Witigis überläßt dem Frankenkönig Theudebert I. unter anderem Churrätien und das Protektorat über "die Alemannen und andere benachbarte Stämme". Damit befinden sich alle Alemannen unter fränkischer Herrschaft.

553/554 Die Herzöge Butilin und Leuthari, zwei Brüder alemannischer Herkunft, durchziehen mit einem Heer aus Franken und Alemannen Italien.

568 Die Langobarden dringen in Italien ein.

587 Der austrasische König Childebert II. setzt den Alemannenherzog Leudefredus ab und bestimmt Uncelenus zu seinem Nachfolger.

600 Der nordgermanische Stamm der Swear die ihre Herrschaft über das ganze heutige Schweden ausgedehnt haben, beherrschen den Ostseeraum.

605/606 Der Alemannenherzog Uncelenus läßt den burgundischen Hausmeier Protadius ermorden.

607/608 Uncelenus wird wegen der Ermordung des Protadius von der Königin Brunichilde mit dem Abschlagen eines Fußes bestraft und dadurch amtsunfähig.

610 In der Schlacht bei Wangas (in der Nähe von Bern?) kämpfen Alemannen mit transjuranischen Truppen und kehren mit reicher Beute zurück.

613 Der Merowingerkoenig Chlothar II. erreicht ein letztes Mal eine Reichseinigung. Brunichilde, ehemalige Koenigsgemahlin Sigiberts von Austrien, wird gefangengenommen und hingerichtet.

629-639 Dagobert I. ist der letzte tatkräftig regierende Merowinger. Dennoch muss er verschiedene Reichsteilungen gestatten.

631/632 Ein alemannisches Heer unter dem Herzog Crodebertus nimmt an einem Feldzug des Frankenkönigs Dagobert I. gegen den slawischen Herrscher Samo teil.

639/640 Die ersten belegten Stammherren der Karolinger sterben, Arnulf, der Bischof von Metz war, und Pippin der Ältere, der schon Hausmeier war.

639 Nach Dagoberts Tod wird das Reich zwischen Sigibert III. (Austrien) und Chlodwig II. (Neustrien) aufgeteilt. Für beide Reichsteile sind Hausmeier belegt, welche die Teilreiche eigentlich regieren.

643 Der Karolinger Grimoald (Sohn Pippins d. Ae.) wird Hausmeier am austrischen Hof. Nach König Sigiberts Tod und den folgenden Thronstreitigkeiten initiiert er

673-675 König Childerich II. regiert als letzter Merowinger ein Gesamtreich der Franken

709-712 Pippin der Mittlere führt Feldzüge gegen einen Alemannenherzog Wilharius, der im "Gebiet der Alemannen" in der Ortenau residiert.

718 Strafexpedition der Franken gegen die Sachsen, welche den Neustriern Waffenhilfe geleistet hatten.

722 Der fränkische Hausmeier Karl Martell unterwirft Bayern und Alemannien mit Waffengewalt.

723 Bayern und Alemannen erheben sich erneut unter Bruch der Friedenseide gegen Karl Martell.

730 Zug der Franken gegen die Alemannen, deren Herzog Lantfrid fällt.

732 Schlacht von Tours und Poitiers in der Franken unter Karl die Araber unter Abd-ar Rachman besiegen kann, wofür er von späteren Chronisten den Beinamen Martell (Schmiedehammer) erhält. In den folgenden Jahren kann er im Bündnis mit den Langobarden die arabische Expansion endgültig zum erliegen bringen (bis 738).

741 Nach dem Tode Karl Martells wird das Frankenreich unter seinen beiden Söhnen aufgeteilt; Karlmann erhält unter anderem Alemannien.

742 Gemeinsam ziehen die Hausmeier Pippin und Karlmann gegen den Alemannenherzog Theudebald, der gemeinsam mit Wasconen, Bayern und Sachsen im Elsaß einen Aufstand angezettelt hat.

743 Pippin und Karlmann ziehen gegen den Bayernherzog Odilo, der von Slawen, Sachsen und Alemannen unter Herzog Theudebald unterstützt wird. Odilo und Theudebald müssen nach einer Niederlage am Lech fliehen.

744 Pippin vertreibt den im Elsaß rebellierenden Alemannenherzog Theudebald und bringt "den Dukat in dieser Gegend wieder an sich".

753 Tassilo III. Herzog der Bayern, huldigt dem Frankenkönig als Vasall.

754 Bonifazius kommt auf einer Missionsreise zu den Friesen. Während eines Gottesdienstes bei dem die Friesen zu den alten Göttern beteten, schlug Bonifazius mit einer Axt auf ein Götterbild ein. Worauf die Friesen ihn töteten.

755/756 Die Franken unter Pippin zieht gegen die Langobarden, die bald Pippins Vorherrschaft anerkennen müssen.

772 Auftakt zu den über dreissig Jahre andauernden Sachsenkriegen der Franken. Karl erstürmt die Eresburg und zerstört den heidnischen Irminsul. Er stößt bis zur oberen Weser vor und lässt sich Geiseln stellen.

774/775 Winterfeldzug der Franken gegen die Sachsen, die die Eresburg zurückerobert und fränkisches Gebiet verwüstet hatten.

775 Erneuter Vorstoß der Franken gegen die Sachsen. Ein weiteres Mal wird die Eresburg erobert, desweiteren die Sigiburg. Bei Hoexter erkämpft Karl den Weserübergang und unterwirft die Ostfalen.

776 - Frühjahr - Frankenkönig Karl schlägt einen Aufstand des Herzogs von Friaul blutig nieder, welcher Desiderius Sohn Adlechis wieder zum langobardischen König machen wollte. Die Sachsen erstürmen die Eresburg und belagern die Sigiburg. Karl kann die Aufstände niederschlagen.

777 Frankenkönig Karl hält in der nach ihm benannten Karlsburg (Paderborn) an den Lippequellen seine erste Heeresversammlung ab. Viele Sachsenstämme erscheinen und unterwerfen sich oder lassen sich taufen. Auch arabischen Gesandte treffen ein und überreden Karl zu einem Feldzug gegen den Emir von Corduba.

778 Frankenkönig Karl fällt in Spanien ein, erobert Pamplona und scheitert vor Saragossa. Bei seinem Rückzug fallen die christlichen Waskonen in den Pyrenäen über seine Nachhut her, die unter der Führung von Karls Paladin Roland im Tal von Roncevalles aufgerieben wird.

779 In Sachsen flammen neue Aufstände unter der Führung des Herzog Widukinds auf. Karl stößt bis zur Elbe vor und hält eine weitere Heeresversammlung ab.

782 Bei einem erneuten Einfall nach Sachsen wird eine fränkische Heer am Süntel vernichtet. Bei Verden an der Aller rächt sich Frankenkönig Karl, indem er mutmaßliche Rädelsführer hinrichten lässt (angeblich 4500 Mann).

783 - Sommer - Die Sachsen liefern Karl bei Detmold und an der Hase offene Feldschlachten, in denen Karl jedoch die Oberhand behält. Ende des Jahres heiratet er die Fastrada, Tochter des Grafen Gerold.

784 Fränkischer Sieg über die Sachsen beim Reitergefecht bei Dreingau. Karl verfolgt den fliehenden Widukind.

785 Nach dem Tod des Halbbruders Pippins III. Bernhard ist Karl Familienältester. -Herbst - Karl stellt Widukind im Bardengau. - Weihnachtsfest - Widukind unterwirft sich auf der Pfalz von Attigny und wird zwangsgetauft.

792-795 Weitere Sachsenaufstände, die von den Franken unter Karl dem Großen in langwierigen Kämpfen niederschlagen werden.

792 Aus dem Zusammenschluß nordgermanischer Stämme wie Swear und Gotar entstehen die Wikinger.

793 Wikinger überfallen das Kloster der Insel Lindisfarne vor der ostenglischen Küste.

795 Wikinger-Überfall auf das Kloster Iona in Irland.

796-799 Weitere Sachsenfeldzüge Frankenkönig Karls zur Befriedung des Gebietes.

800 Unzählige Wikingerangriffe führen zum Zerfall aller angelsächsischen Königreiche mit Ausnahme von Wessex.

800 Wäränger Herrschaft an der an der Schleimündung mit dem Handelszentrum Haithabu.

804 Letzte große Sachsenerhebung, die von den Franken niedergeschlagen wird.

805 Karl der jüngere zieht gegen Böhmen, welches die fränkische Oberhoheit anerkennt.

806 Schwedische Wikinger besiedeln als Kaufleute Gebiete um den Ladogasee und gründen Novgorod.

808 Wikinger König Göttrik von Dänemark zerstört die slawische Handelsstadt Reric und siedelt in unmittelbarer Nähe die gleichen Kaufleute im neu gegründeten Haithabu an.

810 Dänische Wikinger greifen die friesische Küste an, die zum Reich Karls des Großen gehört; König Godfred von Dänemark wird von den eigenen Leuten ermordet.

810 Tod des Wikingerkönig Godfred von Dänemark, Erbauer des "Danewerks", zur Abwehr der Franken.

814 - 28.1. Frankenkönig Karl der Große stirbt in Aachen.

820 Ansgars erste Missionsreisen nach Dänemark und Birka in Schweden.

820 Normannen gründen einen Staat in Irland.

830 Sachsenkönig Egbert von Wessex gewinnt die Vorherrschaft im angelsächsischen Raum.

834 Das Wikinger Bootsgrab von Oseberg in Norwegen.

835 Die Sachsen unter König Egbert, schlagen die in Wessex gelandeten Wikinger Noirmoutier an der Loire wird geplündert.

840 Norwegische Wikinger dringen in Irland ein und gründen Dublin als Stützpunkt und Handelsplatz. Es kommt zu heftigen Kämpfen mit dänischen Wikinger um die Oberhoheit.

843 Plünderung von Nantes, die Wikinger überwintern zum erstenmal im Frankenreich .

843 Vertrag von Verdun. Die Enkel Karls des Großen teilen das Frankenreich. Karl der Kahle erhält das überwiegend romanische Westreich. Ludwig der Deutsche das rein germanische Ostreich. Lothar das zwischen den beiden Reichen liegende Burgund, Lothringen und Italien sowie die Kaiserkrone.

844 Wikinger erobern Sevilla, werden aber schon nach einer Woche von den Mauren wieder vertrieben.

845 Plünderung von Paris, Karl der Kahle zahlt 7000 Pfund Silber für den Abzug der Wikinger Zerstörung Hamburgs durch Wikinger.

851 Auf der Insel Thanet überwintert erstmals ein Wikingerheer in England .

853 Der norwegische Wikingerführer Olaf besiegt die dänischen Wikinger in Irland und herrscht dort bis zu seinem Tod im Jahre 871 .

858 Schwedische Wikinger gründen Kiew.

859 Eine Wikingerflotte plündert Küstenstädte im Mittelmeerraum .

860 Wikinger greifen erfolglos Miklagard das heutige Byzanz an; Norwegische Wikinger entdecken das heutige Island.

862 Wikinger plündern Köln.

863 Wikingerüberfall auf Xanten.

865 Ivar der Knochenlose und andere Wikingerführer fallen in England ein.

866 Wikinger nehmen die Stadt York ein; Wikingerüberfall auf Spanien.

870-940 Harald Schönhaar regiert fast das ganze Norwegen.

871 Alfred der Große tritt die Herrschaft in Wessex an und kämpft gegen die wikingischen Eindringlinge.

874 Norwegische Wikinger gründen eine Siedlung in Island.

881 Wikingerüberfälle auf Aachen, Worms, Mainz, Metz, Bonn und Köln.

885 Dänische Wikinger belagern Paris bis sie von den Franzosen freie Durchfahrt stromaufwärts und 700 Pfund Silber erhalten.

885 Festlegung der Südgrenze des Danelag durch einen Friedensvertrag zwischen den Angelsachsen und den Wikinger.

902 Die Iren vertreiben die norwegischen Wikinger aus Dublin.

907 Die Rus - schwedische Wikinger in Rußland greifen Konstantinopel von See her an, der byzantinische Kaiser bietet ihnen Tribut und Handelsrechte an.

911 Der französische König Karl der Einfältige überträgt dem Wikingerführer Rollo die spätere Normandie als Lehen Ein Vertrag zwischen den Rus und Byzana erwähnt erstmals Wikingersöldner in byzantischen Diensten.

917 Dublin wird von den Wikinger zurückerobert.

926 Der deutsche Sachsenkönig Heinrich der erste, besigt die Ungarn.

930 Die Wikinger in Island gründen eine Volksversammlung, das sogenannte Althing, ihm obliegt die Gesetzgebung und die Rechtsprechung.

934 Der deutsche Sachsenkönig Heinrich der Erste, besiegt den dänischen Wikingerkönig Chnuba bei Haithabu .

954 Eadred vertreibt den letzten Wikingerkönig Erik Blutaxt aus York Eric stirbt in der Schlacht von Stainmore.

982 Der isländische Wikinger Erik der Rote entdeckt Grönland.

985-987 Harald Blauzahn, (Wikinger) Sohn Gorms des Alten ist König von Dänemark. Er wird 965 getauft und christianisiert Dänemark .

985 Landen die Wikinger unter der Führung von Bjarne Herjolfsson an der Küste. Amerikas. Eigentlich wollte er nach Grönland, kam dann aber vom Kurs ab.

987 Leif Erikson, der Sohn Erik des Roten, versuchte dann mit seinen Leuten dieses Land wiederzufinden. Er fand es, und landete um 987 an der Küste Amerikas, und nannte es Vinland. Von dort aus fuhr noch weiter in südlicher Richtung entlang der Küste.

987-1014 Sven Gabelbart (Wikinger) ist König von Dänemark

986 Erik der Rote und etwa 400 isländische Wikinger kolonisieren Grönland

995-1022 Olof Skötkonung (Wikinger) ist König von Schweden

965-1000 Olaf Tryggvason ist König von Norwegen. Er stirbt in der Seeschlacht von Svolder.

1000 Das isländische Althing (Wikinger) beschließt die Übernahme des Christentums als Staatsreligion um.

1014 Knut der Große, Sohn des Sven Gabelbart, besiegt in der Schlacht von Ashingdon den englischen Adel und errichtet ein anglo-wikingisches Königreich.

1015 König Olaf Haraldsson (Wikinger) erobert Norwegen und erklärt das Christentum zur Staatsreligion .

1016 Der Dänenkönig Knut (Wikinger) erobert den englischen Thron und regiert dort die nächsten 20 Jahre.

1020 Die Normannen nehmen Unteritalien in Besitz.

1030 Olaf Haraldsson (Wikinger) fällt im Kampf um die Rückgewinnung seines Reiches, das Knut ihm 1028 entriß, Olaf wird später in Norwegen als Heiliger verehrt .

1047-1066 Harald Sigurdson Hardrada ist König von Norwegen.

1050 Zerstörung Haithabus durch die Slawen .

1066 Der norwegische Wikingerkönig Harald Hardradi unterliegt Harald Godwinson in der Schlacht von Stamford Bridge; danach besiegt Wilhelm der Eroberer Harald in der Schlacht von Hastings.

1973 Mai - In Island wird Asatru, der Glaube an die alten germanischen Götter um Odin, wieder offiziell als gleichberechtigte Religion neben der protestantischen Staatskirche anerkannt.