Mime - Meisterschmied

Mime ist ein Meisterschmied der germanischen Sage, Lehrer des Wieland und Ziehvater des Sigfrid.

Mime und Sigfrids Jugend
König Sigmund war von seinen ungetreuen Lehnsmannen Hartwin und Herman darüber unterrichtet worden, dass seine Gattin Sissibe von einem Knecht ein Kind erwarte. Sigmund war erst kurz zuvor bei seiner Gattin gewesen, aber und nun war er fern der Heimat auf einem Kriegszug und glaubte den falschen Gefolgsleuten. Er stimmte dem Plan zu, dass Hartwin und Herman, zwei Grafen aus Suava, Sissibe im Suavawald umkommen lassen würden.

So geschah es und die einsam im Wald zurückgelassene gebar, ehe sie starb, ein Kind. Dieses Kind wurde zuerst von einer Hirschkuh gesäugt (vgl. Romulus und Remus, die Gründer Roms, die von einer Wölfin gesäugt wurden) und dann von dem Schmied Mime gefunden, der nahe jenem Wald seine Werkstatt hatte und, weil er keine eigenen Kinder hatte, froh über den Fund war.

Mime nannte den Jungen Sigfrid und lehrte ihm das Schmiedehandwerk. Sigfrid war zu einem überaus kräftigem Jüngling herangewachsen, nicht allein, daß er die Knechte des Schmieds verprügelte, er schlug auch beim ersten Versuch den Hammer mit solcher Wucht, daß die Schmiedezange zerbrach und der Amboß in die Erde drang.

Der Junge wurde Mime unheimlich und er trachtete, sich seiner zu entledigen. Mit einer Axt Verpflegung für neun Tage ausgestattet sandte er ihn zu seinem Bruder Regen, der aber in einen Drachen verwandelt war. Mime hoffte, das Untier würde den Sigfrid töten. Unterwegs entzündete sich Sigfrid ein Feuer und verzehrte die gesamte Verpflegung auf einmal. So gestärkt dürstete es ihm nach Heldentaten und die Gelegenheit bot sich sogleich, da plötzlich Regen auftauchte. Sigfrid erschlug ihn mit einem brennendem Ast und trennte ihm mit der Axt das Haupt ab. Dabei stellte er fest, daß das Blut seine Haut hart wie Horn machte und badete sogleich ganz im Drachenblut, einzig eine Stelle zwischen seinen Schultern blieb wegen eines Ahornblattes unbenetzt.

Überdies zwitscherten ihm Vögel, deren Sprache er verstand, dass sein Lehrer Mime ihn absichtlich in den Tod schicken wollte. Mit dem Drachenkopf in der Hand trat Sigfrid wutentbrannt vor Mime hin. Der fürchtete um sein Leben und versprach Sigfrid das beste Pferd aus dem Gestüt der Brünhilde, auch übergab er seinem Ziehsohn eine hervorragende Rüstung sowie Gram, das beste aller Schwerter. Sigfrid prüfte die Waffe gleich an seinem ungetreuen Ziehvater, der kopflos hienieder sank (nach Thidrekssaga).