Rübezahl - Bergriese

Rübezahl ist ein schlesischer Berggeist oder Bergriese aus dem Riesengebirge. Um ihn ranken sich zahlreiche Sagen und Märchen bereits aus heidnischer Zeit.

Laut Sage mochte er den Namen Rübezahl nicht und ließ sich lieber „Herr Johannes“ oder „Herr der Berge“ nennen. Sollte ihn doch jemand innerhalb des Riesengebirges Rübezahl nennen, beschwört dieser somit den Zorn des so Benannten herauf. Gegenüber guten Menschen war Rübezahl freundlich, lehrt sie Heilmittel und beschenkt sie; doch wenn man ihn verspottete, rächte er sich unerbittlich.

Rübezahl galt als Wettermacher oder Wetterherr. Er schickte unerwartet Blitz, Donner, Nebel, Regen und Schnee vom Berg nieder, während eben noch die Sonne schien.

Rübezahl tauchte in den verschiedensten Gestalten auf, häufig aber als Mönch in aschgrauer Kutte (vergleichbar mit Wodan). Er besaß eine so genannte Sturmharfe, ein „Saitenspiel“, das er so heftig spielte, dass die Erde davon erbebte.

Es bestehen einige Verbindungen zu Wodansmythen. Rübezahl ist eventuell mit dem slawischen Waldgeist Leshy identisch.

Im Riesengrund nahe der Schneekoppe wird eine botanische Lokalität mit besonders großem Pflanzenreichtum mit „Rübezahls Gärtchen“ bezeichnet, auch sonst werden eigentümliche Steinbildungen nach ihm benannt (z. B. Rübezahlkanzel an den Schneegruben).