Tamfana - Fruchtbarkeitsgöttin

Über Tamfana (Tanfana) weiß ich so gut wie nichts. Erwähnt wird diese vermutliche Göttin nur bei Tacitus in dessen Annalen.

Der Name

Bemmann meint, dass Tamfana nicht der Name einer Göttin war, sondern der Name des Heiligtums als solchem. Das sei eine falsche Übersetzung der Stelle in Tacitus' Annalen: "celeberrimum illis gentibus templum, quod Tamfanae / Tanfanae vocabant". Dies findet sich auch bei Teudt. Er führt aus, daß der Genitiv tanfanae eventuell ein Abschreibfehler aus späterer Zeit sei. Man müsse das 'e' weglassen und erhält somit den Nominativ Pluralis tanfana. 'Fana' (sing. fanum) bedeute "Heiligtümer", 'tam' bedeute in Zusammensetzungen eine Erweiterung, so daß 'tamfana' die Gesamtheiligtümer oder Allheiligtümer bezeichnet.

Das Fest der Tamfana

Simek weist darauf hin, daß nach Tacitus' Datierung der 28. Scheiding oder 27. Gilbhard in Frage kommen, so daß es sich um ein Herbstfest gehandelt haben muß. Das rückt die Gestalt der Tamfana in den Bereich des "Erntedanks", der Beziehung zur gebenden, lebenspendenden Erde, im Gegensatz zum Nerthus-Kult, der im Frühjahr stattfand. Für Paul Herrmann kommt Tamfana als Gemahlin des Himmelsgottes Tiwaz Istvaz in Frage.
Simek zieht die Parallele zum skandinavischen Disenopfer im Herbst und sieht das Tamfana-Fest in der Nähe des Matronenkultes.
Wie wir uns das Tamfana-Heiligtum vorstellen müssen, ist ungewiß. Es läßt sich nur vermuten, daß es sich um einen heiligen Hain handelte, in dem vielleicht das Idol der Göttin stand.
Heß vergleicht Tamfana in seinem Runenbuch mit Idun bzw. Nanna.